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IP/08/19

Brüssel, 8. Januar 2008

Tierschutz: Kommissionsbericht bestätigt positives Potenzial des Verbots der konventionellen Käfighaltung von Legehennen

Einem heute veröffentlichten Bericht der Kommission zufolge ist hinreichend erwiesen, dass das Verbot der konventionellen Käfighaltung von Legehennen die Gesundheit und das Wohlbefinden dieser Tiere erheblich verbessern kann. Ein EU-Verbot für die konventionelle Käfighaltung soll ab 2012 im Einklang mit der Richtlinie 1999/74/EG zur Festlegung von Mindestanforderungen zum Schutz von Legehennen in Kraft treten; der Bericht kommt zu dem Schluss, dass der Termin 2012 beibehalten werden sollte. Der heutige Bericht verweist auf eine Reihe unabhängiger wissenschaftlicher und sozio-ökonomischer Studien, in denen man sich für diese Maßnahme ausspricht und die Vorteile einer Umstellung auf sogenannte „ausgestaltete“ Käfige oder Alternativsysteme (Freiland- oder Bodenhaltung) aufzeigt. Für den Zeitraum vor dem Inkrafttreten des Verbots enthält der Bericht einige Empfehlungen, die geeignet sind, die Wettbewerbschancen der EU-Erzeuger zu fördern. Dazu gehört z. B. eine Öffentlichkeitskampagne, die das Bewusstsein der Verbraucher für die Hennenhaltung stärken soll.

Markos Kyprianou, der für Gesundheit zuständige Kommissar, sagte: „Die Kommission hat ein offenes Ohr für die Forderungen der EU-Verbraucher und hat konkrete Maßnahmen ergriffen, um das Wohlbefinden der Legehennen zu verbessern. Der heutige Bericht zeigt, dass das Verbot der Haltung von Legehennen in konventionellen Käfigen aus wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Sicht gerechtfertigt ist. Wir bleiben dabei, dass das Verbot der konventionellen Käfighaltung 2012 in Kraft tritt, da kein Grund für eine Verschiebung besteht. Ich fordere die betroffenen Akteure dazu auf, mit der Abschaffung dieser Käfige so schnell wie möglich zu beginnen, damit das EU-Verbot bis zu seinem Inkrafttreten 2012 vollständig umgesetzt ist.“

Verbot konventioneller Käfighaltung

In der oben genannten Richtlinie 1999/74/EG wird die Haltung von Legehennen in konventionellen („nicht ausgestalteten“) Käfigen ab dem 1. Januar 2012 in der EU verboten. Von diesem Zeitpunkt an wird die Haltung von Legehennen nur in ausgestalteten Käfigen oder in Alternativsystemen wie. z. B. in Boden- oder Freilandhaltung erlaubt sein. In den ausgestalteten Käfigen muss den Legehennen mindestens 750 cm2 Käfigfläche je Tier, ein Nest, Einstreu, eine Sitzstange und eine Scharrvorrichtung zur Verfügung stehen.

Landwirte und andere Betreiber können sich in einem langen Übergangszeitraum auf diese Bestimmung einstellen. Die Kommission verfolgt den Fortschritt der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der in der Richtlinie enthaltenen Vorschriften. Alle Mitgliedstaaten wurden aufgefordert, ihre Anstrengungen zur Abschaffung der konventionellen Käfige zu beschleunigen, damit die Vorschriften vor Ablauf der Frist vollständig umgesetzt sind.

Tiergesundheit und artgerechte Tierhaltung

Alle neuen Rechtsvorschriften der EU sollten auf den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Ratschlägen beruhen. Aus diesem Grund hat die Kommission die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gebeten, die Auswirkungen der verschiedenen Haltungssysteme auf die Gesundheit und das Wohlbefinden dieser Vögel zu untersuchen. In Ihrer Stellungnahme vom November 2004[1] kommt die EFSA zum dem Schluss, dass die Haltung von Legehennen in nicht ausgestalteten Käfigen nicht nur die Gefahr von Erkrankungen, Knochenbrüchen und Verletzungen durch das Picken der Henne, sondern auch das Auftreten von Verhaltensstörungen und die Sterblichkeitsrate erhöht.

Die Ergebnisse des von der EU finanzierten Forschungsprojektes „LayWel“[2] bestätigen ebenfalls, dass nicht ausgestaltete Käfige die Gesundheit der Tiere ernsthaft gefährden und die Umstellung auf ausgestaltete Käfige oder Alternativsysteme viele Vorteile mit sich bringt.

Wirtschaftliche Aspekte

In dem Bericht der Kommission, der auch die wirtschaftlichen Auswirkungen des Verbots für die Haltung von Hennen in nicht ausgestalteten Käfigen prüft, werden die Bedenken einiger Erzeuger berücksichtigt. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Agra-CEAS-Studie[3] zu den sozio-ökonomischen Auswirkungen verschiedener Haltungssysteme für Hennen und einer von der Industrie in Auftrag gegebenen Studie kommt man in dem Bericht zu dem Schluss, dass die Kosten für die Umstellung auf ausgestaltete Käfige weniger als einen Cent pro Ei betragen könnten. Andererseits können die strengeren Normen im Bereich der artgerechten Tierhaltung für die EU-Erzeuger ein Verkaufsargument sein. Für die europäischen Landwirte ist es sehr schwierig, mit Wettbewerbern in bestimmten Drittländern nur über die Erzeugungskosten zu konkurrieren. Die EU-Hersteller können sich jedoch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, wenn sie die verbesserten Vorschriften für eine artgerechte Tierhaltung einhalten und damit hochwertige Erzeugnisse liefern.

Es besteht kein Zweifel daran, dass der Markt für Erzeugnisse aus artgerechter Tierhaltung wächst. Die jüngsten Eurobarometer-Umfragen[4] zur Einstellung der Verbraucher zur artgerechten Tierhaltung zeigen, dass die Mehrheit der Befragten bereit wäre, für Eier aus artgerechter Tierhaltung einen höheren Preis zu bezahlen. Die Agra-CEAS-Studie ergab, dass der Verzehr von Konsumeiern, die nicht in Käfigen gelegt wurden, in vielen EU-15-Mitgliedstaaten stetig wächst, während sich in den letzten zwei Jahren die Anzahl der Freilandeier verdoppelt hat, die von mehreren führenden Einzelhandelsketten im Vereinigten Königreich verkauft wurden.

Dieser Trend scheint sich auch langfristig zu festigen. Daher bietet eine Vorschrift, die die Verbesserung der Haltungssysteme für Legehennen verbindlich vorgibt, den Erzeugern in der EU im Vergleich zu Erzeugern aus Drittländern einen Wettbewerbsvorteil, da so die wachsende Nachfrage der Verbraucher nach Eiern aus artgerechter Haltung gedeckt werden kann.

Weitere Informationen und der vollständige Bericht sind im Internet unter folgender Adresse zu finden:

http://ec.europa.eu/food/animal/welfare/index_de.htm


[1] http://www.efsa.europa.eu/EFSA/efsa_locale-1178620753812_1178620775132.htm

[2] www.laywel.eu

[3] Agra CEAS Consulting Ltd. 2004. Studie über die sozio-ökonomischen Auswirkungen verschiedener Haltungssysteme für Legehennen. Bericht für die Europäische Kommission.

[4] http://ec.europa.eu/food/animal/welfare/survey/index_de.htm


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