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IP/08/1986

Brüssel, 16. Dezember 2008

Kommission umreißt strategische Pläne für Zusammenarbeit bei allgemeiner und beruflicher Bildung

Die Europäische Kommission hat heute ihr strategisches Konzept für die Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten bei der Reform ihrer Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung präsentiert. Gemeinsame Probleme wie Qualifikationsdefizite, die Alterung der Gesellschaft und internationaler Wettbewerb erfordern gemeinsame Antworten. Auch werden sich bestimmte Ziele leichter erreichen lassen, wenn die Staaten voneinander lernen. Die Kommission zeigt sowohl kurzfristige Prioritäten für 2009-10 als auch langfristige Herausforderungen auf und schlägt verbesserte Instrumente zu ihrer Bewältigung vor. Dazu gehören Benchmarks für die allgemeine und berufliche Bildung zur Beobachtung der Fortschritte in ganz Europa.

Kommissar Ján Figel' erklärte: „Wir müssen dafür sorgen, dass die derzeitige Wirtschaftskrise unsere Aufmerksamkeit nicht von der Notwendigkeit ablenkt, die richtigen langfristigen Strategien für allgemeine und berufliche Bildung anzuwenden. Unsere heutigen Entscheidungen werden uns dabei helfen, künftigen Herausforderungen mit Zuversicht entgegenzublicken. Die Pläne der Kommission werden der Zusammenarbeit in der allgemeinen und beruflichen Bildung neuen Schwung verleihen und sicherstellen, dass wir auch weiterhin einen gewichtigen Beitrag zur raschen Erholung der Wirtschaft und zur Realisierung unseres strategischen Wachstums- und Beschäftigungsziels leisten können.

Systeme allgemeiner und beruflicher Bildung in Europa reformbedürftig

Die europäischen Systeme allgemeiner und beruflicher Bildung müssen reformiert werden, damit sie zum einen die Menschen besser auf den Arbeitsmarkt vorbereiten und zum anderen den Unternehmen dabei helfen können, die Mitarbeiter zu finden, die sie brauchen, um Erfolg zu haben und dank ihrer Innovationskraft vor der internationalen Konkurrenz zu bestehen. Qualität und Effizienz der Bildungssysteme spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, die soziale Eingliederung zu fördern sowie verantwortungsvolle Unionsbürgerschaft und Offenheit gegenüber anderen Kulturen zu entwickeln. Dazu muss lebenslanges Lernen in ganz Europa zur Realität werden, damit die Menschen Schlüsselkompetenzen früh erwerben und sie dann ein Leben lang auffrischen können.

Neue Daten zeigen, dass hier einige EU-Mitgliedstaaten mit den Besten weltweit mithalten können, aber die schwache Leistung anderer bedeutet, dass Fragen wie Lesekompetenz und Schulabbrecherquote Europa immer noch vor schwerwiegende Herausforderungen stellen. Jeder sechste Jugendliche verlässt die Schule nur mit Pflichtschulabschluss oder hat nicht einmal diesen vorzuweisen. Viele Lernende mit Migrationshintergrund sind in der allgemeinen und berufliche Bildung weniger erfolgreich als ihre einheimischen Altersgenossen. Die Wahrscheinlichkeit der Teilnahme am lebenslangen Lernen ist bei Erwachsenen mit niedrigem Bildungsstand siebenmal geringer als bei Erwachsenen mit hohem Bildungsstand.

Ein Fall für Zusammenarbeit

Zwar liegt die Verantwortung für allgemeine und berufliche Bildung bei den einzelstaatlichen Regierungen, aber einige Herausforderungen sind allen EU-Staaten gemeinsam: Arbeitskräfte, die die richtigen Kompetenzen für die Arbeitsplätze von morgen benötigen, die Alterung der Gesellschaft und der internationale Wettbewerb. Einige Ziele, etwa die Unterstützung von Studierenden und Lernenden bei der Mobilität zwischen Staaten, können nicht von den einzelnen Ländern allein erreicht werden. Andere Ziele können leichter realisiert werden, wenn die Ländern voneinander lernen und gemeinsame Instrumente entwickeln, die dann an die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Länder angepasst werden können.

Die EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission haben in den letzten Jahren ihre politische Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung auf europäischer Ebene intensiviert. Der Akzent liegt dabei auf dem Austausch bewährter Verfahren und der Entwicklung gemeinsamer Werkzeuge, um gemeinsame Herausforderungen bewältigen zu können. Zur Erleichterung künftiger Reformen in den Mitgliedstaaten wird dieser neue Rahmen die Möglichkeiten gegenseitigen Lernens zwischen ihnen verstärken.

Die vorgeschlagenen neuen Benchmarks für die Fortschrittsbeobachtung

Es gibt gemeinsame Ziele, anhand deren die Fortschritte der Systeme allgemeiner und beruflicher Bildung auf europäischer Ebene gemessen werden können. Dazu gehören die Lesekompetenz der 15-Jährigen, die Schulabbrecherquote und die Teilnahme Erwachsener am lebenslangen Lernen. Die Kommission schlägt vor, diese Benchmarks zu überprüfen und die Einführung neuer Benchmarks in weiteren Schlüsselbereichen, etwa Hochschulabschlüsse, Beschäftigungsfähigkeit und Mobilität der Studierenden, in Betracht zu ziehen.

Weitere Informationen:

Europäische Kommission: Europäische Strategie und Zusammenarbeit bei allgemeiner und beruflicher Bildung:

http://ec.europa.eu/education/lifelong-learning-policy/doc28_de.htm

Europäische Kommission: Progress towards the Lisbon objectives in education and training - Indicators and benchmarks, 2008 report:

http://ec.europa.eu/education/policies/2010/progressreport_en.html

Ein aktualisierter strategischer Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung:

http://ec.europa.eu/education/lifelong-learning-policy/doc/com865_de.pdf


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