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Die Kommission ergreift Maßnahmen zur Förderung der Patientensicherheit in Europa

Commission Européenne - IP/08/1973   15/12/2008

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IP/08/1973

Brüssel, 15. Dezember 2008

Die Kommission ergreift Maßnahmen zur Förderung der Patientensicherheit in Europa

Jedes Jahr kommt es in der EU bei 8 bis 12 % der Krankenhauspatienten während der Behandlung zu Zwischenfällen, u. a. zu therapieassoziierten Infektionen. Die meisten dieser Schäden sind vermeidbar. Die Kommission nimmt heute eine Mitteilung und einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates über gezielte Maßnahmen an, welche die Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene, gemeinsam oder mit der Kommission ergreifen können, um die Sicherheit der Patienten zu verbessern.

Die für Gesundheit zuständige Kommissarin Androulla Vassiliou sagte dazu: „Die Patientensicherheit ist eine wesentliche Grundlage für eine hochwertige Gesundheitsversorgung. Ich wünsche mir ein Europa für Patienten, in dem die Sicherheit an erster Stelle steht und in dem die Bürgerinnen und Bürger Vertrauen in die Gesundheitsversorgung haben und gut über die erbrachten Leistungen informiert sind.“

Zu den häufigsten Zwischenfällen in der Gesundheitsversorgung gehören therapieassoziierte Infektionen, falsche oder verzögerte Diagnosen, chirurgische Fehler und Fehler bei der Verabreichung von Arzneimitteln. Im Mittelpunkt der Bemühungen der Mitgliedstaaten und der EU zur Verbesserung der Patientensicherheit standen bislang vorwiegend bestimmte Ursachen; so ging es z. B. um die Minimierung der Risiken durch Arzneimittel und medizinische Geräte sowie um die Frage der Antibiotikaresistenz. Die meisten Zwischenfälle sind jedoch durch ein Zusammenspiel von Faktoren bedingt, die Schäden beim Patienten nach sich ziehen können.

In der Mitteilung der Kommission wird ein umfassendes Konzept empfohlen, um die Sicherheit der Patienten zu erhöhen. Die Mitgliedstaaten werden ersucht, Strategien zur Prävention und Eindämmung von Zwischenfällen in allen Einrichtungen der Gesundheitsversorgung einzuführen und zu verbessern. Besonderes Augenmerk soll der Behebung systemischer und organisatorischer Mängel gelten, die den meisten Zwischenfällen zugrunde liegen. Den Mitgliedstaaten wird u. a. nahe gelegt, Systeme zur Berichterstattung über Zwischenfälle und entsprechende Lernsysteme einzurichten bzw. auszubauen. Sie sollen ferner sicherstellen, dass das Thema Patientensicherheit einen festen Platz in der Aus- und Fortbildung aller Arbeitskräfte im Gesundheitswesen hat und dass die Patienten in die Ausgestaltung von Sicherheitsmaßnahmen einbezogen und angemessen über Gesundheitsrisiken und Sicherheitsfragen unterrichtet werden. Darüber hinaus sollen die Mitgliedstaaten bewährte Verfahren und Erfahrungen in diesem Bereich austauschen. In enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten wird die Kommission gemeinsame Definitionen und Indikatoren für die Patientensicherheit entwickeln.

Therapieassoziierte Infektionen
Die Zahl von Patienten, die sich jedes Jahr in der EU mindestens eine Krankenhausinfektion zuziehen, wird auf 4,1 Millionen geschätzt; das ist jeder zwanzigste Krankenhauspatient[1]. Zu den bekanntesten Krankenhausinfektionen gehören die durch das MRSA-Bakterium (Methicillin-resistenter Staphylococcus-aureus) hervorgerufenen Infektionen. Aktuellen Studien zufolge können therapieassoziierte Infektionen jedoch durch bestimmte Maßnahmen und Strukturen zur Infektionsprävention und -eindämmung um bis zu ein Drittel reduziert werden. Der Vorschlag räumt daher diesen Infektionen besonderen Stellenwert ein. Den Mitgliedstaaten wird vor allem empfohlen, gezielte Strategien zur Vermeidung und Eindämmung von Infektionen einzuführen, sowie sicherzustellen, dass die Prävention und Eindämmung von Infektionen in Krankenhäusern verbessert werden und wirksame Systeme für die Feststellung und Meldung von Infektionen vorhanden sind.

Hintergrund

Die Kommission hat Anfang des Jahres eine öffentliche Konsultation zum Thema Patientensicherheit durchgeführt; die Ergebnisse sind in den heute angenommenen Vorschlag eingeflossen. Zu einem früheren Zeitpunkt fand bereits eine Konsultation zu der spezifischen Gefährdung der Patientensicherheit durch therapieassoziierte Infektionen statt. Arbeitsgruppen, in denen die Mitgliedstaaten und die wichtigsten Stakeholder vertreten sind, darunter auch Angehörige der Gesundheitsberufe und Patienten, haben ebenfalls zu den Diskussionen beigetragen, die sowohl den allgemeinen Fragen der Patientensicherheit als auch dem Thema der therapieassoziierten Infektionen gewidmet waren.

Weitere Informationen:

Webseite der Europäischen Kommission zum Thema Patientensicherheit mit Link zur Mitteilung und zur Empfehlung sowie zu einem kurzen Filmclip: http://ec.europa.eu/health/ph_systems/patient_safety_de.htm

Informationen über therapieassoziierte Infektionen: http://ec.europa.eu/health/ph_threats/com/hcai_de.htm

The ECDC Annual Epidemiological Report, 2008: http://ecdc.europa.eu/en/Publications/AER_report.aspx


[1] ECDC Annual Epidemiological Report, 2008.


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