Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

IP/08/1969

Brüssel, 15. Dezember 2008

Europäische Sozialpartner berichten über die Vereinbarung zum Abbau von Stress am Arbeitsplatz

Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter auf EU-Ebene haben heute einen Bericht über die Durchführung ihrer Rahmenvereinbarung zu Stress am Arbeitsplatz vorgelegt. Stress stellt ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem am Arbeitsplatz dar; es wird davon ausgegangen, dass die überwiegende Zahl aller Ausfalltage in Europa darauf zurückzuführen ist. Ziel der Vereinbarung ist die Zusammenarbeit von Arbeitnehmern und Arbeitgebern für eine bessere Stresserkennung, -vorbeugung und -bewältigung.

„Ich möchte den Sozialpartnern gratulieren – zum einen zu dieser Vereinbarung und zum anderen dazu, dass sie Maßnahmen zu ihrer Durchführung auf nationaler Ebene ergriffen haben. An diejenigen nationalen Sozialpartner, die bislang keine gemeinsamen Maßnahmen eingeleitet haben, appelliere ich dringend, dies nun zu tun“, sagte Vladimír Špidla, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit. „Arbeitsbedingter Stress ist eines der größten Gesundheitsprobleme am Arbeitsplatz überall in Europa. Die Maßnahmen zur Bewältigung dieses Problems nützen sowohl den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern als auch den Unternehmen, da sie ein besseres Arbeitsumfeld schaffen und zur Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit beitragen“, erklärte er weiter.

Arbeitsbedingter Stress gehört zu den vier am häufigsten gemeldeten Gesundheitsproblemen am Arbeitsplatz in der EU; davon betroffen sind 22 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (im Jahr 2005). Studien zufolge stehen zwischen 50 und 60 % aller Ausfalltage damit in Zusammenhang. Dies impliziert hohe Kosten, was sowohl die Leiden der Betroffenen als auch die Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit angeht.

Die – im Oktober 2004 geschlossene – Vereinbarung soll Arbeitgeber, Arbeitnehmer und ihre Vertreter für das Thema Stress am Arbeitsplatz sensibilisieren. Sie bietet ihnen einen Rahmen für die Stresserkennung, -vorbeugung und -bewältigung. Gleichzeitig legt sie die Zuständigkeiten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern fest.

Wie in der Vereinbarung vorgesehen werden in diesem – von allen europäischen Sozialpartnern (BusinessEurope, UEAPME, CEEP and EGB) unterzeichneten – Bericht die Durchführungsmaßnahmen der Mitgliedstaaten ein Jahr nach Ablauf der Durchführungsfrist dargelegt. Die Europäische Kommission wird die Durchführung im Laufe des nächsten Jahres analysieren und anschließend einen eigenen Bericht herausgeben.

Hintergrund

Der Bericht der europäischen Sozialpartner beschreibt die Durchführungsmaßnahmen von 21 Mitgliedstaaten sowie Norwegen und Island. Keinen Bericht erstattet haben Bulgarien, Estland, Griechenland, Italien, Malta und Litauen. Die Durchführungsmaßnahmen waren verschiedener Art: (Rahmen-) Vereinbarungen zwischen den Sozialpartnern (z. B. gemeinsame Leitlinien in Schweden), nationale Tarifverträge, Branchen- oder Firmentarifverträge (z. B. in Belgien oder Frankreich), einzelstaatliche Rechtsvorschriften (z. B. in der Tschechischen Republik und in Lettland), trilaterale Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen (z. B. die gemeinsame Förderung der Managementstandards in Bezug auf arbeitsbedingten Stress im Vereinigten Königreich) und ergänzende Maßnahmen (z. B. Instrumente zur Stressmessung oder Schulungen).

Die Arbeitsschutzstrategie 2002-2005 der EU und die anschließende Konsultation der Sozialpartner zum Stress am Arbeitsplatz haben die Notwendigkeit eines Minimums an Schutz für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor arbeitsbedingtem Stress verdeutlicht. Die europäischen Sozialpartner haben beschlossen, diese Frage mit Hilfe einer europäischen autonomen Rahmenvereinbarung nach Artikel 139 EG-Vertrag anzugehen. Es ist erst das zweite Mal, dass anstelle einer Richtlinie eine Vereinbarung auf EU-Ebene geschlossen wurde und von Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretungen auf nationaler Ebene angewandt wird; die erste Vereinbarung dieser Art betrifft die Telearbeit.

Links zum Thema:

Durchführung der europäischen autonomen Rahmenvereinbarung zu Stress am Arbeitsplatz: Bericht der europäischen Sozialpartner

http://ec.europa.eu/employment_social/social_dialogue/docs_de.htm

Europäischer Dialog der Sozialpartner

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=329&langId=de


Side Bar