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Schüler in der EU lernen Fremdsprachen nun früher

European Commission - IP/08/1754   21/11/2008

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IP/08/1754

Brüssel, den 21. November 2008

Schüler in der EU lernen Fremdsprachen nun früher

Die Europäische Kommission stellte heute eine neue Studie des Netzwerks Eurydice über den Fremdsprachenunterricht an Schulen in Europa vor. Die Studie bietet einen umfassenden Überblick über den Fremdsprachenunterricht von der Grundschule bis zur allgemeinbildenden Sekundarschule in den 31 Ländern, die an dem Programm der EU für lebenslanges Lernen teilnehmen. Anhand von etwa 40 Indikatoren belegt die Studie die wachsende Unterstützung für Fremdsprachenunterricht in der allgemeinen Bildung und für das Erlernen einer Fremdsprache im frühen Kindesalter. Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die teilnehmenden Länder inhaltlich mit der heutigen Entschließung des Rates zu einer europäischen Strategie für Mehrsprachigkeit übereinstimmen.

Ján Figel’, EU-Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend, sagte: „Wenn wir auch Fortschritte verzeichnen, so bleibt doch noch viel zu tun, bis alle Schüler die Möglichkeit haben, in der Schule zwei Fremdsprachen zu erlernen. Dieses Ziel haben sich die Mitgliedstaaten 2002 in Barcelona selbst gesetzt. Nun gilt fremdsprachliche Kompetenz als eine der acht Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen, die im Dezember 2006 vom Rat und vom Europäischen Parlament empfohlen wurden.“

Der EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit Leonard Orban fügte hinzu: „Mehrsprachigkeit ist ein gesellschaftliches Thema in ganz Europa. Sie beginnt in der Schule und geht weit darüber hinaus; denn wir müssen immer mehr Sprachen beherrschen, um den sozialen Zusammenhalt und den Wohlstand zu fördern. Dieses Thema behandelt die neue Mitteilung der Kommission Mehrsprachigkeit: Trumpfkarte Europas, aber auch gemeinsame Verpflichtung. Ich freue mich, dass diese Mitteilung durch die heutige Entschließung des Rates zur Mehrsprachigkeit Unterstützung erfährt.“

Die Daten beziehen sich auf das Schuljahr 2006-2007 und erstrecken sich sowohl auf öffentliche Schulen als auch auf aus Beihilfen finanzierte Privatschulen.

Die wichtigsten Ergebnisse:

1) Der Fremdsprachenunterricht beginnt früher, doch in der Grundschule ist die Stundenzahl begrenzt

In den letzten drei Jahrzehnten wurde das frühe Erlernen einer Fremdsprache zunehmend zum Pflichtfach. In fast allen europäischen Ländern setzt der obligatorische Fremdsprachenunterricht nun in der Grundschule ein. Während die Kinder zumeist im Alter von acht bis zehn Jahren mit dem Erlernen einer Fremdsprache beginnen, ist dies teilweise noch früher der Fall: in den autonomen Gemeinschaften Spaniens und in der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien lernen die Kinder schon mit drei Jahren eine Fremdsprache.

Die Zeit, die in den Grundschulen auf den Fremdsprachenunterricht verwandt wird, ist jedoch begrenzt (generell weniger als 10 % der Unterrichtszeit) und variiert beträchtlich zwischen den einzelnen Ländern. Im Allgemeinen wird im Sekundarbereich I mehr Zeit auf Fremdsprachenunterricht verwandt als in Grundschulen.

2) In immer mehr Ländern werden in der Schule zwei Fremdsprachen unterrichtet

Bei der Einführung von Unterricht in mindestens zwei Fremdsprachen ab dem frühen Kindesalter waren noch nicht alle Länder erfolgreich. Die Studie zeigt jedoch, dass in den meisten Ländern die Schüler an allgemeinbildenden Sekundarschulen bereits jetzt zwei Fremdsprachen erlernen können.

Im Schuljahr 2006-2007 war in allen beteiligten Ländern mit Ausnahme von Irland und Schottland mindestens ein Jahr Fremdsprachenunterricht vorgeschrieben. In den meisten Ländern lernen etwa die Hälfte der Schüler in der Grundschule mindestens eine Fremdsprache.

3) 90 % der Schüler in ganz Europa lernen Englisch

In 13 europäischen Ländern ist Englisch als erste Fremdsprache Pflicht. Auch bei Wahlmöglichkeit bevorzugen Schüler und Eltern Englisch, das nun die am meisten unterrichtete Sprache im Grundschulbereich ist. 90 % aller europäischen Schüler lernen im Laufe ihrer Pflichtschulbildung Englisch. Wenn eine zweite Fremdsprache hinzukommt, werden Französisch und Deutsch favorisiert.

4) Nur wenige Länder empfehlen Mobilitätsmaßnahmen im Rahmen der Lehrerausbildung

Der Fremdsprachenunterricht wird in der Grundschule häufig vom Klassenlehrer erteilt. Im Sekundarbereich variiert der Spezialisierungsgrad der Lehrer sehr stark von einem Land zum anderen. In der Mehrheit der untersuchten Länder wird empfohlen, dass Lehrer nach ihrer Ausbildung befähigt sein sollten, eine Fremdsprache zu unterrichten, wobei Mobilität allerdings eher die Ausnahme als die Regel ist.

Was ist Eurydice?

Eurydice (www.Eurydice.org) ist das Informationsnetz für das Bildungswesen in Europa. Es bietet Informationen und Analysen zu den europäischen Bildungssystemen und -strategien. Dem Netzwerk gehören 35 nationale Stellen in allen 31 Ländern an, die an dem Programm der EU für lebenslanges Lernen teilnehmen (EU-Mitgliedstaaten, EWR-Länder und Türkei), sowie eine zentrale Koordinierungsstelle bei der EU-Exekutivagentur „Bildung, Audiovisuelles und Kultur“ in Brüssel.

Weitere Informationen

Studie von Eurydice (verfügbar auf EN, DE und FR):

http://eacea.ec.europa.eu/portal/page/portal/Eurydice/showPresentation?pubid=095EN

http://eacea.ec.europa.eu/about/eurydice/index_en.htm

Mitteilung zur Mehrsprachigkeit:

http://ec.europa.eu/education/languages/news/news2853_en.htm


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