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Kommission begrüßt politische Einigung über das Schulobstprogramm mit einer jährlichen Mittelausstattung von 90 Millionen Euro

European Commission - IP/08/1739   19/11/2008

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IP/08/1739

Brüssel, den 19. November 2008

Kommission begrüßt politische Einigung über das Schulobstprogramm mit einer jährlichen Mittelausstattung von 90 Millionen Euro

Die Europäische Kommission begrüßt die heute im Rat „Landwirtschaft“ erzielte politische Einigung über ihren Vorschlag für ein europaweites Programm für die Abgabe von Obst und Gemüse an Schulkinder. Die EU-Mittel in Höhe von jährlich 90 Millionen Euro sind für den Ankauf von frischem Obst und Gemüse und dessen Verteilung an Schulen bestimmt und werden in den Mitgliedstaaten, die sich an diesem Programm beteiligen wollen, durch öffentliche und private Mittel ergänzt. Anhand des Schulobstprogramms sollen Kindern und Jugendlichen gesunde Eßgewohnheiten vermittelt werden, die – Studien zufolge – dann auch im Erwachsenenalter beibehalten werden. Abgesehen von der Verteilung von Obst und Gemüse an eine Zielgruppe von Schulkindern sieht das Schulobstprogramm auch vor, dass die teilnehmenden Mitgliedstaaten Strategien ausarbeiten, einschließlich Aufklärungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen wie auch Maßnahmen zum Austausch empfehlenswerter Praktiken. Schätzungsweise 22 Millionen Kinder in der Europäischen Union sind übergewichtig. Davon gelten über 5 Millionen als fettleibig, und es wird damit gerechnet, dass die Zahl der fettleibigen Kinder pro Jahr um 400 000 zunehmen wird. Eine bessere Ernährung kann bei der Bekämpfung dieses Problems eine wichtige Rolle spielen. Das Programm soll zu Beginn des Schuljahres 2009/10 anlaufen.

„Ich freue mich, dass der Rat unserem Plan so schnell seine Unterstützung zuteil werden ließ“, erklärte Mariann Fischer Boel, das für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständige Mitglied der Kommission. „Es ist wichtig, dass Kinder sich bereits in einem frühen Alter gesunde Ernährungsgewohnheiten aneignen, da diese im Erwachsenenleben beibehalten werden. Zu viele Kinder essen zu selten Obst und Gemüse und wissen häufig nicht, wie lecker dies sein kann. In einer beliebigen Straße einer beliebigen Stadt in Europa wird das Ausmaß des Problems übergewichtiger Kinder deutlich. Hieran können wir nun etwas verändern.“

Die Sachverständigen sind sich darüber einig, dass eine gesunde Ernährung entscheidend dazu beitragen kann, das Ausmaß der Fettleibigkeit und ernsthafte Gesundheitsprobleme – wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2 – im Alter zu reduzieren. Der Verzehr ausreichender Mengen Obst und Gemüse ist in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, täglich mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse pro Person zu verzehren. Die meisten Europäer erreichen diesen Mindestwert nicht, und die rückläufige Tendenz ist bei Jugendlichen besonders ausgeprägt.

Aus Studien geht hervor, dass sich gesunde Ernährungsgewohnheiten in der Kindheit herausbilden. Wer in der Kindheit viel Obst und Gemüse isst, tut dies auch als Erwachsener. Wer wenig Ost und Gemüse isst, ändert in der Regel seine Gewohnheiten nicht und gibt diese auch an die eigenen Kinder weiter. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass Familien mit geringem Einkommen in der Regel weniger Obst und Gemüse konsumieren. Daher kann die kostenlose Abgabe solcher gesunder Erzeugnisse an Schulen eine konkrete Veränderung bewirken, vor allem bei den unterprivilegierten Schichten.

Die von der Kommission vorgenommene Analyse der bisherigen nationalen Politiken sowie Konsultationen mit Sachverständigen haben gezeigt, dass der Nutzen des Schulobstprogramms noch verstärkt werden kann, wenn es mit Sensibilisierungs- und Aufklärungsmaßnahmen einhergeht, durch die Kindern und Jugendlichen die Bedeutung gesunder Ernährungsgewohnheiten verdeutlicht werden. Des Weiteren soll die Vernetzung der verschiedenen nationalen Behörden, die erfolgreich eigene Schulobstprogramme durchführen, gefördert werden. Solche Programme gibt es – in unterschiedlicher Form – bereits in einigen Ländern der Europäischen Union. Aber es kann noch mehr getan werden, und dieses EU-Programm bietet die ideale Grundlage für die Lancierung neuer Programme.

Die Kommission stellt für die Abgabe von Obst und Gemüse an Schulen jährlich 90 Millionen Euro bereit. Den Regierungen steht es frei, ob sie sich an diesem Programm beteiligen wollen. Die Kofinanzierungsrate der Programme soll 50 % betragen bzw. 75 % in sogenannten Konvergenzregionen, in denen das Pro-Kopf-BIP geringer ist, und in Regionen in äußerster Randlage. Die Mitgliedstaaten können gegebenenfalls verlangen, dass die Eltern einen Beitrag leisten. Diese Mittel dürfen nicht dazu verwendet werden, bestehende nationale Finanzbeiträge zu ersetzen, sondern müssen zur Förderung zusätzlicher Maßnahmen im Zusammenhang mit bestehenden Programmen oder zur Entwicklung neuer Initiativen verwendet werden. Die Mitgliedstaaten können selbstverständlich zusätzliche Mittel bereitstellen, wenn sie dies wünschen.

Die einzelstaatlichen Behörden müssen in Zusammenarbeit mit den für öffentliche Gesundheit und Bildung zuständigen Stellen und unter Einbeziehung von Industrie und Interessengruppen eine Strategie erarbeiten, die auf die nationalen Besonderheiten zugeschnitten ist.

Informationen und Unterlagen zum Schulobstprogramm sind abrufbar unter folgender Internetadresse:

http://ec.europa.eu/agriculture/markets/fruitveg/sfs/index_de.htm


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