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Brüssel, den 19. November 2008

Verbraucher: EU-Kommissarin Kuneva stellt neuen europäischen Master-Studiengang für Verbraucherpolitik vor

Die für Verbraucherpolitik zuständige EU-Kommissarin Meglena Kuneva hat heute offiziell die Einführung eines neuen europäischen Master-Studiengangs Consumer Affairs bekanntgegeben. Den neuen Master-Grad, der auf Betreiben der EU geschaffen wurde, werden 13 Hochschulen in folgenden 9 Mitgliedstaaten anbieten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Polen, Rumänien, Spanien und Vereinigtes Königreich. Damit sollen Verbraucherbelange erstmals eine eigenständige Disziplin beruflicher Bildung auf Hochschulebene werden, so dass dann dem Arbeitsmarkt akademisch qualifizierte Kräfte zugeführt werden, die Verbraucheranliegen in der Wirtschaft, bei der Politik-Erarbeitung und in den Verbraucherorganisationen selbst voranbringen können. Bislang gab es für diesen Bereich auf europäischer Ebene noch keinen Hochschulabschluss. Diese Lücke soll der neue Master-Grad nun schließen. Geplant ist, dass die Curricula u. a. folgende Themenbereiche abdecken: Verbraucherrecht, Verbraucherverhalten und -psychologie, Wirtschaft, Marketing, verbraucherrelevante Technologien und/oder ökologisches Konsumverhalten. Unternehmen, Regierungsstellen und Verbraucherverbände haben bereits Interesse signalisiert, Absolventen des neuen Studiengangs einzustellen. Die Europäische Kommission war maßgeblich an der Schaffung der neuen Spezialisierung beteiligt und fördert den Ausbildungsgang auch finanziell.

Anlässlich der Vorstellung des neuen Studiengangs erklärte Kommissarin Kuneva an der Université de Haute-Alsace in Colmar (Frankreich): „Angesichts des derzeitigen Geschehens wie etwa der internationalen Finanzkrise und der allgemeinen Verteuerung kann nicht genug betont werden, wie wichtig es ist, die Rechte der Verbraucher zu schützen und ihre Interessen zu verteidigen. Deshalb freut es mich besonders, dass die Stärkung der Handlungs- und Entscheidungskompetenzen der Verbraucher nunmehr fester Bestandteil der Hochschulbildung in Europa ist.“

Wozu ein europäisches Master-Diplom in Verbraucherpolitik?

Verbrauchrechte und Verbraucherschutz gewinnen immer mehr an Bedeutung, zumal im derzeitigen Wirtschaftsklima, wo es ganz besonders darauf ankommt, dass der Verbraucher im Alltag seine Entscheidungen in voller Sachkenntnis trifft. Damit er seine Einkäufe in Sicherheit tätigen kann – ob im eigenen Land oder grenzüberschreitend –, muss er ungehindert Zugang zu fundierten Informationen und professioneller Beratung haben. Abgesehen davon hat es – trotz des deutlichen Interesses auf Arbeitgeberseite, ausgewiesene Fachleute einzustellen, um den Bedarf für diese Themen abzudecken – bisher in Europa noch keinen Postgraduierten-Studiengang für Verbraucherpolitik gegeben.

Die neue Initiative, an der Hochschulen aus der gesamten EU mitwirken, möchte den Bedürfnissen der Verbraucher wie auch der Unternehmen als Arbeitgeber dadurch gerecht werden, dass ein neuer Typus berufsqualifizierender Zusatzausbildung eingeführt wird, der traditionelle Disziplinen (wie Recht, Marketing und Psychologie) mit EU-weit relevanten Verbraucherthemen kombiniert.

Welche Hochschulen?

Der Studiengang zur Erlangung des Master-Grades wird in 9 EU-Mitgliedstaaten an insgesamt 13 Universitäten und Hochschulen angeboten, die je nach Ausbildungsschwerpunkt in 3 Gruppen unterteilt sind (Die federführende Universität ist mit einem * gekennzeichnet):

Gruppe 1: Studienschwerpunkte sind u. a. Marketing/Management, Technologien im Dienste der Verbraucher, ökologisches Konsumverhalten, Lebensmittel und Ernährung, Verbraucherforschung, Ausgestaltung der Versorgungskette

*Technische Universität München (Deutschland)

Århus Universitet (Dänemark)

Wageningen Universiteit (Niederlande)

Szkoła Główna Gospodarstwa Wiejskiego (Agrarwissenschaftliche Hochschule Warschau) (Polen).

Gruppe 2: Studienschwerpunkte sind u. a. Verbraucherverhalten, Rechtsfragen, Beziehungen zwischen Unternehmen und Verbrauchern

*Université de Haute-Alsace, Mulhouse (Frankreich)

Institut Catholique des Hautes Etudes Commerciales (ICHEC), Brüssel (Belgien)

Academia de Studii Economice din Bucuresti, Bukarest (Rumänien)

Akademia Ekonomiczna im. Karola Adamieckiego w Katowicach (Hochschule für Wirtschaft und Soziales), Katowice (Polen).

Gruppe 3: Studienschwerpunkte sind u. a. Wirtschaftswissenschaften, Marketing, Recht und Psychologie

*Universitat de Barcelona (Spanien)

Université de Montpellier (Frankreich)

Università di Bologna (Italien)

Universitatea de Vest din Timişoara (Rumänien)

Brunel University (Vereinigtes Königreich)

Wann beginnen die Kurse? Wie einschreiben?

Die Kurse zur Erlangung des neuen Master-Grades werden erstmals ab Herbst 2009 angeboten (d.h. mit Beginn des akademischen Jahrs 2009/2010). Studienanwärter können – wie für jedes andere Studium auch – ihren Zulassungsantrag direkt bei der jeweiligen Hochschuleinrichtung einreichen.

Was wird in diesem Studiengang gelehrt?

Das Curriculum unterscheidet sich im Einzelnen von Hochschule zu Hochschule. Alle beteiligten Einrichtungen bieten allerdings u. a. folgende Fächer als gemeinsamen Grundstock an: Juristische Aspekte im Verbraucherschutz, Verbraucherverhalten und –psychologie, Wirtschaft, Marketing, verbraucherrelevante Technologien & Innovationen, ökologischer Konsum. Die Studiendauer beträgt maximal 2 Jahre. Obligatorisch ist ein befristeter Studienaufenthalt an einer Partnerhochschule in einem anderen EU-Mitgliedstaat. Die EU-weite gegenseitige Anerkennung des verliehenen Master-Grads soll geregelt sein, bevor für diesen Studiengang die Kurse beginnen.

Welche Jobs für Inhaber eines Master-Grads in Verbraucherpolitik?

In früheren Erhebungen haben Großunternehmen, Regierungsstellen und Verbraucherverbände sich daran interessiert gezeigt, akademisch ausgebildete Spezialisten für Verbraucherangelegenheiten einzustellen. Beschäftigungsmöglichkeiten dürften europaweit auch kleine und mittlere Unternehmen bieten.

Wie hilft die EU?

Jede der beteiligten 13 Hochschulen erhält für 3 Jahre von der EU eine Finanzhilfe in Höhe von 50 000 EUR jährlich als Beteiligung an den Kosten für die Entwicklung der Curricula und die Ausrichtung der Kurse. Außerdem wird die EU 260 Stipendien mit bis zu 3 000 EUR finanzieren; das sind insgesamt 780 000 EUR.

Näheres auf der Website „Verbraucherbildung“ der Europäischen Kommission unter http://ec.europa.eu/consumers/empowerment/cons_education_en.htm


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