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Europäische Kommission schlägt neue Strategie vor, um die Rohstoffversorgung der EU zu sichern

European Commission - IP/08/1628   04/11/2008

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IP/08/1628

Brüssel, den 4. November 2008

Europäische Kommission schlägt neue Strategie vor, um die Rohstoffversorgung der EU zu sichern

Rohstoffe werden für Industrieprodukte jeglicher Art benötigt. Die europäische Industrie muss Rohstoffe aus Europa und aus anderen Ländern in ausreichender Menge und zu fairen Bedingungen beziehen können. Bei bestimmten Hochtechnologiemetallen ist die EU äußerst importabhängig, und es wird zunehmend schwierig, sie zu bekommen. Viele rohstoffreiche Länder behindern mit protektionistischen Maßnahmen Rohstoffexporte nach Europa, um ihre eigene Industrie zu begünstigen. Darunter leiden in Europa etliche Industrieunternehmen. Außerdem versuchen Schwellenländer, sich in rohstoffreichen Ländern, vor allem in Afrika, privilegierten Zugang zu Rohstoffen zu verschaffen. Wenn Europa jetzt nicht handelt, drohen seiner Industrie Wettbewerbsnachteile. Deshalb hat die Kommission heute einen Vorschlag für eine umfassende Strategie vorgelegt, die gezielte Maßnahmen vorsieht, um die Rohstoffversorgung der europäischen Industrie zu sichern und zu verbessern.

Kommissionsvizepräsident Verheugen, zuständig für Unternehmen und Industrie: „Wir müssen handeln, damit die Versorgung unserer Industrie mit Rohstoffen nicht ins Stocken gerät. Wir brauchen faire Bedingungen auf außereuropäischen Märkten, Rahmenbedingungen, die die langfristige Nutzung europäischer Rohstoffquellen ermöglichen, mehr Ressourceneffizienz und mehr Recycling. Wir wollen dafür sorgen, dass die europäische Industrie auch in Zukunft eine führende Rolle bei der Entwicklung neuer Technologien und innovativer Produkte spielen kann. Ich bin mit meinen Kollegen Cathy Ashton, Benita Ferrero-Waldner, Louis Michel und Stavros Dimas übereingekommen, bei der Umsetzung dieser Strategie eng zusammenzuabeiten.“

Ohne Rohstoffe keine industrielle Produktion. In einem Mobiltelefon werden beispielsweise 40 verschiedene Stoffe verwendet wie Lithium, Tantal, Kobalt und Antimon, und diese Stoffe sind immer schwieriger zu bekommen. Auch für Rechner und Fernsehbildschirme werden diese Metalle benötigt. Für einen Rechner braucht man rund 60 verschiedene Rohstoffe, von denen manche in Europa nicht vorkommen. Wegen steigender Nachfrage aus Schwellenländern wie China und Indien sind die Preise für diese Stoffe gestiegen.

Obwohl die Rohstoffpreise vor kurzem wieder nachgegeben haben, sind sie historisch betrachtet immer noch hoch. Das macht den Abbau neuer Rohstoffvorkommen in der EU wirtschaftlich. Allerdings herrschen in der EU derzeit Rahmenbedingungen, die das erschweren.

Durch Recycling lässt sich die Abhängigkeit von Rohstoffimporten erheblich mindern. Doch werden viele Altstoffe illegal exportiert und gehen der EU so für das Recycling verloren.

Die Kommission empfiehlt die Aufstellung einer Liste kritischer Rohstoffe und eine umfassende Strategie, die drei Hauptziele verfolgt:

  1. 1. Zugang zu Rohstoffen auf dem Weltmarkt zu gleichen Bedingungen für alle,
  2. 2. Rahmenbedingungen, die eine dauerhafte Versorgung mit Rohstoffen aus europäischen Quellen begünstigen,
  3. 3. Steigerung der Ressourceneffizienz und Förderung des Recycling in der EU.

Wissenswertes über nichtenergetische Rohstoffe

Die Herstellung technisch anspruchsvoller Produkte erfordert zunehmend kritische Rohstoffe, vor allem Hochtechnologiemetalle. Wurden in den 1980er Jahren für die Herstellung von Computerchips 12 Rohstoffe benötigt, so sind es heute bis zu 60.

Es gibt über 450 Exportbeschränkungen für 400 verschiedene Rohstoffe wie Metalle, Holz, Chemikalien, Felle und Häute und sogar für Sekundärrohstoffe wie Metallschrott. Ein Beispiel für solche marktverzerrenden Beschränkungen sind die von Russland erhobenen Exportabgaben auf Holz und Holzprodukte. Sie behindern in der EU bereits die Produktion in der Holz verarbeitenden Industrie und gefährden dort Tausende von Arbeitsplätzen. Noch größerer Schaden ist zu befürchten, wenn die russische Regierung nächstes Jahr die Exportabgaben wie geplant weiter erhöht.

Viele wichtige Rohstoffe werden nur in wenigen Ländern erzeugt. China erzeugt 95 % aller Konzentrate seltener Erden (sie werden für elektronische Kleingeräte, Flüssigkristallanzeigen und Hochleistungsmagnete gebraucht), Brasilien erzeugt 90 % allen Niobs (Bestandteil von hochfesten Stahllegierungen und von Superlegierungen für thermisch hoch belastete Bauteile von Flugtriebwerken), und Südafrika erzeugt 79 % allen Rhodiums (wird für Abgaskatalysatoren von Kfz gebraucht).

Bedeutende Rohstoffvorkommen liegen in Teilen der Welt, die politisch und wirtschaftlich instabil sind. Über 50 % der wichtigsten Vorkommen liegen in Ländern mit einem Bruttonationaleinkommen von 10 US-Dollar oder weniger pro Kopf und Tag.

Die Industrie der EU verwendet in großem Umfang Sekundärrohstoffe. So können in der Bauindustrie 10-20 % der primären Zuschlagstoffe durch Recycling-Zuschlagstoffe ersetzt werden, und die in der EU erzeugten Metalle stammen heute zu 40 bis 60 % aus Schrott.

Recycling hat den Vorteil, dass es Energie spart. Das gilt vor allem für die Metallerzeugung, wo bei Verarbeitung von Sekundärrohstoffen (Schrott) weit weniger Energie verbraucht wird als bei der Verarbeitung von Primärrohstoffen. So erfordert das Wiedereinschmelzen von Aluminiumschrott nur 5 % der elektrischen Energie, die zur Verarbeitung von Aluminiumerz nötig ist.
The Raw Materials Initiative


Level of response
EC
Member States
Industry
1
Define critical raw materials
X
X
X
2

Launch of EU strategic raw materials diplomacy with major industrialised and resource rich countries
X
X
 
3
Include provisions on access to and sustainable management of raw materials in all bilateral and multilateral trade agreements and regulatory dialogues as appropriate
X
X

4

Identify and challenge trade distortion measures taken by third countries using all available mechanisms and instruments, including WTO negotiations, dispute settlement and the Market Access Partnerships, prioritising those which most undermine open international markets to the disadvantage of the EU.

Monitor progress by issuing yearly progress reports on the implementation of the trade aspects, drawing, as appropriate, on inputs from stakeholders
X
X
X
5
Promote the sustainable access to raw materials in the field of development policy through the use of budget support, cooperation strategies and other instruments
X
X
 
6
Improve the regulatory framework related to access to land by:
- promoting the exchange of best practices in the area of land use planning and administrative conditions for exploration and extraction and
X
 

- developing guidelines that provide clarity on how to reconcile extraction activities in or near Natura 2000 areas with environmental protection
X
 
 
7
Encourage better networking between national geological surveys with the aim of increasing the EU's knowledge base
 
X
 
8
Promote skills and focussed research on innovative exploration and extraction technologies, recycling, materials substitution and resource efficiency
X
X
X
9
Increase resource efficiency and foster substitution of raw materials
X
X
X
10
Promote recycling and facilitate the use of secondary raw materials in the EU
X
X
X


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