Navigation path

Left navigation

Additional tools

Gleichbehandlung für alle Leiharbeitnehmer

European Commission - IP/08/1561   22/10/2008

Other available languages: EN FR

IP/08/1561

Brüssel, den 22. Oktober 2008

Gleichbehandlung für alle Leiharbeitnehmer

Die Europäische Kommission begrüßte heute die Entscheidung des Europäischen Parlaments, den Vorschlag für eine Richtlinie über Leiharbeit zu billigen. Das Europäische Parlament verabschiedete den im Juni 2008 festgelegten gemeinsamen Standpunkt des Rates ohne Änderungen, so dass die Richtlinie möglichst rasch in Kraft treten kann. Die derzeit mehr als 3 Millionen Leiharbeitnehmer in der gesamten EU kommen somit in den Genuss einer besseren Absicherung ihrer Arbeitsbedingungen.

Vladimír Špidla, EU-Kommissar für Beschäftigung und Soziales, erklärte: „Die heutige Entscheidung bedeutet einen großen Fortschritt in Richtung eines sozialen Europas, in dem der Schutz aller Leiharbeitnehmer gewährleistet ist. Die Einigung zeigt auch, dass ein Europa mit 27 Mitgliedstaaten entscheidungsfähig ist und allen Bürgern einen greifbaren Nutzen bringt. Wenn zugleich auch die Sozialpartner gemeinsam vorgehen, sind echte Gewinne sowohl für die Arbeitnehmer als auch für die Unternehmen möglich.“

Er fügte hinzu: „Ich danke dem Berichterstatter Harlem Désir für seine Bemühungen um eine zügige Annahme des Vorschlags. Ich hoffe, dass diese Einigung den Weg freimacht für eine rasche Einigung auch zur Arbeitszeitrichtlinie - auf der Grundlage des schwierigen Kompromisses, den die Mitgliedstaaten beim Rat im Juni erreichen konnten. Ich hoffe auch, dass es nun zur dringend benötigten Einigung über die Neufassung der Richtlinie über die europäischen Betriebsräte in Anlehnung an die Vorgaben des Vorschlags der Kommission und der gemeinsamen Stellungnahme der Sozialpartner kommt. Vor dem Hintergrund der derzeitigen problematischen Wirtschaftslage ist dies besonders wichtig.“

Die Richtlinie zur Leiharbeit gewährleistet Folgendes:

  • Gleichbehandlung ab dem ersten Beschäftigungstag von Leiharbeitnehmern und regulär beschäftigten Arbeitnehmern hinsichtlich der grundlegenden Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen (Entgelt, Urlaub, Arbeitzeit, Ruhezeiten und Mutterschaftsurlaub), soweit von den Sozialpartnern nicht anders vereinbart;
  • gleichen Zugang zu gemeinsamen Einrichtungen/Diensten (Kantine, Kinderbetreuungseinrichtungen, Verkehrsdienste);
  • besseren Zugang der Leiharbeitnehmer zur Weiterbildung sowohl während einer Entsendung als auch zwischen zwei Einsendungen.

Am 10. Juni 2008 kamen die im Rat versammelten Mitgliedstaaten zu einer Einigung über die lange diskutierte Leiharbeitsrichtlinie, die von der Kommission erstmals im März 2002 vorgeschlagen worden war (siehe IP/02/441). Der Rat legte seinen gemeinsamen Standpunkt offiziell am 15. September 2008 fest. Die Kommission und die Sozialpartner - sowohl auf europäischer als auch auf sektoraler Ebene - befürworteten die vom Rat erzielte Einigung.

Nach der Billigung durch das Europäische Parlament sollte die Richtlinie im Dezember offiziell vom Rat angenommen werden und innerhalb von drei Jahren in Kraft treten.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/employment_social/labour_law/index_de.htm


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website