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Rechnungslegungsstandards: Kommission nimmt Änderungen an, um Folgen der Finanzmarktkrise einzudämmen

European Commission - IP/08/1513   15/10/2008

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IP/08/1513

Brüssel, den 15. Oktober 2008

Rechnungslegungsstandards: Kommission nimmt Änderungen an, um Folgen der Finanzmarktkrise einzudämmen

Die Europäische Kommission hat heute Änderungen der Rechnungslegungsstandards angenommen, die von den Mitgliedstaaten einhellig unterstützt wurden. Die Änderungen zielen darauf ab, die Folgen der jüngsten Turbulenzen auf den Finanzmärkten abzufedern. Mit ihnen sollen EU-Unternehmen die gleiche Flexibilität wie ihre US-amerikanischen Konkurrenten erhalten, wenn es darum geht, Vermögenswerte aus der Kategorie „zu Handelszwecken gehalten“ in die Kategorie „bis zur Fälligkeit gehalten“ umzugliedern. Die derzeitige Finanzmarktkrise rechtfertigt den Rückgriff der Unternehmen auf die Umgliederung. Damit brauchen Finanzinstitute in der EU die Marktfluktuationen bei dieser Art von Vermögenswerten nicht mehr im Abschluss widerzuspiegeln. Die Änderungen gelten ab dem dritten Quartal 2008.

Dazu Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy: „Durch die Annahme dieser Änderungen hat die Kommission in Rekordzeit auf das vom ECOFIN-Rat am 7. Oktober 2008 formulierte Ersuchen reagiert. In diesem Zusammenhang möchte ich dem Europäischen Parlament und den im Rat vertretenen Mitgliedstaaten für ihre hervorragende Zusammenarbeit danken, ohne die dieses Ergebnis nicht möglich gewesen wäre. Dies zeigt wieder einmal, dass die EU rasch und entschlossen auf die derzeitigen Finanzmarktturbulenzen reagiert. Auch begrüße ich die Schnelligkeit, mit der der International Accounting Standards Board (IASB) und alle am Übernahmeprozess der Standards beteiligten Stellen auf die Schlussfolgerungen des ECOFIN-Rates reagiert haben."

Reaktion auf das Ersuchen des ECOFIN-Rates

Am 7. Oktober 2008 nahm der ECOFIN-Rat folgende Schlussfolgerungen zu den Rechnungslegungsstandards an:

„Wir unterstreichen, dass es notwendig ist, jede unterschiedliche Behandlung zwischen US-amerikanischen und europäischen Banken aufgrund unterschiedlicher Rechnungslegungsregeln zu vermeiden. Wir nehmen die Flexibilität bei der Anwendung der IFRS-Bewertung zum aktuellen Marktkurs zur Kenntnis, so wie sie der IASB in seinen jüngsten Leitlinien dargelegt hat. Der ECOFIN-Rat empfiehlt nachdrücklich, dass die Aufsichtsbehörden und die Abschlussprüfer in der EU diese neuen Leitlinien sofort anwenden. Auch sollte unserer Auffassung nach die Frage der Neugliederung von Vermögenswerten rasch gelöst werden. Zu diesem Zweck bitten wir den IASB und den FASB dringend, diesbezüglich zusammenzuarbeiten, und begrüßen die Bereitschaft der Kommission, schnellstmöglich angemessene Maßnahmen vorzuschlagen. Wir hoffen, dass das Problem bis zum Ende des Monats gelöst ist und ab dem dritten Quartal eine Umsetzung nach den gängigen Verfahren erfolgen kann."

Diese Schlussfolgerungen spiegelten die Erklärung des Gipfels der europäischen G 8-Mitglieder vom 4. Oktober in Paris wider und wurden vom Gipfel der Länder der Eurozone am 12. Oktober in Paris bekräftigt.

Weitere Schritte
Anlässlich der Abstimmung im Regelungsausschuss für Rechnungslegung („Accounting Regulatory Committee“/ ARC) vom 15. Oktober 2008 verwies die Kommission darauf, dass sie angesichts der Turbulenzen auf den Finanzmärkten alle Fragen der Rechnungslegung, die die Stabilität der Finanzinstitute und der Finanzmärkte beeinträchtigen könnten, ebenso wie die Umsetzung von IAS 39 und IFRS 7 genauestens im Auge behalten wird. Die Erklärung der Kommission im ARC ist auf folgender Website abrufbar: http://ec.europa.eu/internal_market/accounting/committees_en.htm#arc

Hintergrund: Änderungen zu IAS 39 und IFRS 7

Am 13. Oktober 2008 nahm der IASB eine Änderung von IAS  39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung und von IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben[1] an.

Die Änderungen zu IAS 39 ermöglichen den Unternehmen, die die International Financial Reporting Standards (IFRS) anwenden, nun Umgliederungen, die von den US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (GAAP) unter außergewöhnlichen Umständen bereits gestattet wurden. Mit den Änderungen zu IFRS 7 wurden zusätzliche Angabepflichten im Zusammenhang mit diesen Umgliederungen eingeführt, um für die Nutzer von Abschlüssen eine vollständige Transparenz zu gewährleisten.

Der IASB-Ansatz trägt den vom ECOFIN-Rat am 7. Oktober 2008 formulierten Zielen in jeder Hinsicht Rechnung, wonach EU-Unternehmen in Bezug auf die Rechnungslegungsvorschriften ihren Konkurrenten gleichgestellt werden sollen. Auch soll die Änderung – wie vom ECOFIN-Rat erbeten - ab dem dritten Quartal dieses Jahres (für Geschäftsjahre, die nach dem 1. Juli 2008 beginnen) gelten.

Die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) gab am 14. Oktober 2008[2] eine positive technische Stellungnahme zur Übernahme der Standards ab, die von der Standards Advisory Review Group (SARG) heute offiziell als objektiv und ausgewogen[3] bestätigt wurde.

Die Verordnung der Kommission wird schnellstmöglich auf folgender Website veröffentlicht:

http://ec.europa.eu/internal_market/accounting/ias_de.htm


[1]http://www.iasb.org/News/Press+Releases/IASB+amendments+permit+reclassification+of+financial+instruments.htm

[2] http://www.efrag.org/news/detail.asp?id=262

[3] http://ec.europa.eu/internal_market/accounting/ias_en.htm#standards


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