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Europa auf dem Weg zur Weltspitze in Wissenschaft und Technologie: Kommission plädiert für neue internationale Strategie

European Commission - IP/08/1395   24/09/2008

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IP/08/1395

Brüssel, den 24. September 2008

Europa auf dem Weg zur Weltspitze in Wissenschaft und Technologie: Kommission plädiert für neue internationale Strategie

Die Europäische Kommission hat heute an die Regierungen der EU appelliert, gemeinsam eine Strategie für die internationale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie zu entwickeln. Sie schlägt einen Strategierahmen für eine gemeinsame Anstrengung zur Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit mit den Nicht-EU-Ländern vor, vor allem im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien, in dem Europa eine erfreuliche Exporttätigkeit vorzuweisen hat[1]. Ziel der Gemeinschaft ist es, weltweit zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit Europas in Wissenschaft und Technologie zu verbessern. Die Kommission ersucht die Mitgliedstaaten, anstatt im Alleingang nunmehr gemeinsam Schwerpunktbereiche für Forschung und Technologie festzulegen, in denen ein kohärentes Vorgehen auf EU-Ebene wirkungsvoller wäre.

Globale Herausforderungen erfordern auch globale Antworten,“ meinte EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potočnik. „Nirgendwo sonst ist dies heutzutage spürbarer als in der Wissenschaft. Für unsere internationalen Partner ist Europa als Modell für die regionale Integration durchaus attraktiv. Wollen sie sich aber auf eine konkrete Zusammenarbeit einlassen, sehen sie sich einer Vielzahl von staatlichen Akteuren und Forschungsprioritäten gegenübergestellt. Ziel des Strategierahmens ist es, mit unseren Mitgliedstaaten daran zu arbeiten, dass Europas Forschungslabyrinth zu einem weltoffenen Europäischen Forschungsraum wird, der die besten Forscher anzieht und zur Bewältigung globaler Herausforderungen beiträgt.“

„In einer Zeit, in der die Telekommunikation, das Internet, das Handy und das Fernsehen unser Leben und die EU-Wirtschaft immer stärker beeinflussen, müssen wir dringlichst die Effektivität des internationalen Vorgehens der EU auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologien verbessern“, betonte Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien. „Will Europa seine Führungsposition in Wissenschaft und Forschung in der Welt behaupten, müssen wir herausfinden, wie wir innerhalb der EU am effizientesten zusammenarbeiten können, und unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit unseren internationalen Partnern konkret und zielgerichtet in die Tat umsetzen.“

Die Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission sind an einer Vielzahl von Forschungskooperationen mit Drittländern beteiligt. Da auf europäischer Ebene aber keine gemeinsame Strategie existiert, kommt es zu Doppelarbeit und oftmals zu einer Verschwendung von Ressourcen. Globale Herausforderungen wie Klimawandel, Lebensmittel- und Wasserversorgung oder die digitale Kluft zeigen uns jedoch deutlich, wie notwendig eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission in Wissenschaft und Forschung ist, um die politischen Ziele der EU wie auch eine globale nachhaltige Entwicklung voranzubringen.

Die heute von der Kommission beschlossene Strategie gibt einen Rahmen vor für eine europäische Vorgehensweise bei der internationalen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technik. Sie enthält zentrale Grundsätze, an denen sich die europäische Zusammenarbeit mit dem Rest der Welt orientieren sollte, und umreißt Leitlinien mit folgender Zielsetzung:

  • Stärkung der internationalen Dimension des Europäischen Forschungsraums (EFR) durch Einbindung der Nachbarländer der EU und Förderung der strategischen Zusammenarbeit mit wichtigen Drittländern durch Konzentration auf geografische und thematische Schwerpunkte,
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für die internationale wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit und Förderung der weltweiten Verbreitung europäischer Technologien: Dazu gehören die gemeinsame Entwicklung internationaler großangelegter Forschungsinfrastrukturen (wie GEANT), die Unterstützung der Mobilität von Forschern wie auch der Umgang mit geistigem Eigentum.

Die Kommission empfiehlt darüber hinaus, die globale Stellung der IKT-Industrie der EU und sonstiger moderner Technologiebranchen zu stärken, die dank der EU-Regulierungspolitik die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern und die Konvergenz zwischen elektronischen Kommunikationsmitteln und Medien vorbereiten könnten. Außerdem ist die Überwachung nicht tariflicher Handelshemmnisse und regulatorischer Hindernisse für EU-Unternehmen auf Märkten in Drittländern geplant.

Hintergrund

Die Mitteilung gehört zu den fünf von der Kommission geplanten politischen Initiativen im Anschluss an das Grünbuch „Der Europäische Forschungsraum: Neue Perspektiven“ aus dem Jahr 2007 und ist ein weiterer Schritt zur Verwirklichung der „fünften Grundfreiheit“, indem Hindernisse für den freien Wissensverkehr beseitigt werden.

Die heute vorgeschlagene Initiative steht außerdem im Zeichen der Kommissionsmitteilung von 2006 „Auf dem Weg zu einer globalen Partnerschaft in der Informationsgesellschaft“. Sie greift die Ergebnisse einer öffentlichen Konsultation auf, die im Juli 2007 anlief und bei der Interessenvertreter befragt wurden, wie neue globale Märkte für die IKT-Industrie (IP/07/988) geöffnet werden könnten.

Den vollen Wortlaut der Mitteilung können Sie unter folgender Internetadresse einsehen: http://ec.europa.eu/research/press/2008/pdf/com_2008_588_en.pdf
Siehe auch Pressemitteilungen zum Paket „Europäischer Forschungsraum“:
(IP/08/637, IP/08/555, IP/08/802, IP/08/1140, IP/08/1142
Zum Thema „internationale Dimension der Informationsgesellschaft“ siehe:
http://ec.europa.eu/information_society/tl/regwor/index_de.htm


[1] Auf die EU entfallen über 15 % des Welthandels mit IKT-Gütern. Zusammen mit IKT-Dienstleistungen machen sie 10,2 % aller EU-Exporte und 14,4 % aller Importe aus.


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