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Brüssel, den 5. August 2008

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„Sprechende Autos“: Kommission legt einheitliche Funkfrequenzen für Straßenverkehrssicherheit und Verkehrsmanagement fest

Im Rahmen ihrer groß angelegten Maßnahmen zur Bekämpfung von Verkehrsunfällen und Staus auf Europas Straßen hat die Kommission heute beschlossen, bestimmte Funkfrequenzen europaweit für die intelligente Fahrzeugkommunikation (sog. kooperative Systeme) zu reservieren. Mit Hilfe solcher Systeme können Kraftfahrzeuge sowohl untereinander als auch mit Straßeninfrastrukturen direkt kommunizieren. Sie können beispielsweise andere Fahrer warnen, wenn Eisglätte auftritt oder sich gerade ein Unfall ereignet hat. Intelligente Fahrzeugkommunikationssysteme können viel dazu beitragen, das Leben der europäischen Autofahrer sicherer und leichter zu machen: 2006 gab es auf den Straßen der Europäischen Union bei Verkehrsunfällen mehr als 42 000 Todesopfer und über 1,6 Millionen Verletzte. Gleichzeitig staut sich der Verkehr auf den europäischen Straßen jeden Tag in einer Länge von 7 500 km. Die heutige Kommissionsentscheidung soll auch Anreize für Investitionen der Automobilindustrie in intelligente Fahrzeugkommunikationssysteme geben und die Bereitstellung öffentlicher Mittel für grundlegende straßenseitige Infrastrukturen fördern.

„Die heutige Kommissionsentscheidung ist ein wichtiger Schritt zur Verringerung der Straßenverkehrsunfälle, die sich Europa zum Ziel gesetzt hat. Eine schnelle und genaue Weitergabe wichtiger Verkehrsinformationen ist für die Straßenverkehrssicherheit unverzichtbar“, sagte die für die Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. „Wir sollten auch nicht vergessen, dass die Autofahrer 24 % ihrer Fahrzeit in Staus verbringen und die dadurch verursachten Kosten bis 2010 auf 80 Milliarden € steigen dürften. Wenn wir dank intelligenter Fahrzeugkommunikationssysteme Zeit gewinnen, können wir also auch viel Geld sparen.“

Durch die heute erlassene Entscheidung der Kommission wird EU-weit ein einheitliches Frequenzband für eine direkte und zuverlässige Kommunikation zwischen Fahrzeugen sowie zwischen Fahrzeugen und straßenseitigen Infrastrukturen festgelegt. Es handelt sich um einen Frequenzbereich von 30 MHz im 5,9-GHz-Band, den die zuständigen nationalen Behörden in den kommenden sechs Monaten überall in Europa für Anwendungen zur Erhöhung der Straßenverkehrssicherheit zuweisen werden, ohne jedoch andere, bereits bestehende Dienste (z. B. Amateurfunk) zu verbieten.

Ein typischer Anwendungsfall ergibt sich beispielsweise, wenn ein Fahrzeug Glatteis auf der Fahrbahn feststellt: Ist es mit einem Gerät für die kooperative Fahrzeugkommunikation ausgestattet, so kann es diese Information – per Funk über das 5,9-GHz-Band – direkt an alle Autos in der Nähe weitergeben. Muss eine Verkehrsmanagementzentrale den Autofahrern die plötzliche Schließung einer Straße, Alternativstrecken oder Geschwindigkeitsbegrenzungen mitteilen, so kann auch sie diese Meldungen an kleine Sender entlang der jeweiligen Straße schicken, um gezielt die dort fahrenden Autos zu erreichen.

Die heutige Entscheidung ist ein Beispiel für eine erfolgreiche europäische Zusammenarbeit zur Schaffung der Voraussetzungen für die Interoperabilität und grenzübergreifende Nutzung von Systemen für die Kommunikation zwischen Fahrzeugen sowie zwischen Fahrzeugen und Infrastrukturen. Sie wird die Entwicklung und Erprobung von Anwendungen für die Straßenverkehrssicherheit in der EU erleichtern, indem sie langfristig den Zugang zu einheitlichen Frequenzen für die Automobilindustrie und die Straßenbetreiber gewährleistet.

Hintergrund:

Die heutige Kommissionsentscheidung ist Teil der 2006 ergriffenen Initiative „Intelligentes Fahrzeug“, mit der die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) gefördert wird, um den Straßenverkehr nicht nur intelligenter zu organisieren, sondern auch sicherer und umweltfreundlicher zu machen.

EU-Frequenzpolitik:

http://ec.europa.eu/information_society/policy/radio_spectrum/

Kommissionsentscheidung zur Frequenzharmonisierung für sicherheitsbezogene Anwendungen intelligenter Verkehrssysteme (IVS):

http://ec.europa.eu/information_society/policy/radio_spectrum/ref_documents/

Anhang

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Funktionsweise intelligenter Fahrzeugkommunikationssysteme


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