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IP/08/1183

Brüssel, den 18. Juli 2008

Praktische Vorbereitungen für den Euro: Countdown für die Slowakei hat begonnen

Fünfeinhalb Monate vor der endgültigen Annahme des Euro sind die Vorbereitungen in der Slowakei gut voran geschritten, aber es bedarf noch weiterer Bemühungen. Letzte Woche erhielt die Slowakei die endgültige und formelle Zustimmung zur Annahme des Euro ab dem 1. Januar 2009 und der Umrechnungskurs wurde endgültig festgelegt. Nun muss sich die Slowakei darauf konzentrieren, dass sowohl Bevölkerung als auch Unternehmen gut vorbereitet sind und die Umstellung reibungslos verläuft.

„Nachdem die Slowakei nun grünes Licht für den Euro erhalten hat, muss sie sich auf den Abschluss der Vorbereitungen konzentrieren, um sicher zu stellen, dass die Umstellung auf den Euro am 1. Januar reibungslos verläuft. Sie muss die verbleibende Zeit dazu nutzen zu gewährleisten, dass sowohl Verbraucher als auch Unternehmen ab dem Umstellungstermin voll vom Euro profitieren können und der Einzelhandel seine Zusagen zur Einhaltung eines fairen Preises auch umsetzt,“ so das für Wirtschaft und Währung zuständige Kommissionsmitglied Joaquín Almunia.

Die Kommission verabschiedete heute den ‚Siebenten Bericht über die praktischen Vorbereitungen für die künftige Erweiterung des Eurogebiets’. Im Mittelpunkt dieses Berichts steht die Slowakei, die den Euro ab dem 1. Januar 2009 einführen wird. Der Umrechnungskurs wurde auf 30,1260 Slowakische Kronen für einen Euro festgelegt.

Für die praktischen Vorbereitungen sind der Nationale Koordinierungsausschuss sowie der ‚Regierungsbevollmächtigte für die Einführung des Euro’ zuständig. Die Kommission schlägt vor, dass die Slowakei die Koordinierungsvereinbarungen ausbaut, um sicher zu stellen, dass sie effizient funktionieren und mit ihnen etwaige Probleme sorgfältig gelöst werden.

Die Vorbereitungen im Finanz- und im Banksektor sind gut voran geschritten. Die Euro-Münzen von insgesamt 500 Mio. Stück werden von der slowakischen Münzprägeanstalt in Kremnica geprägt werden, einer Stadt im Zentrum der Slowakei, deren Münzprägetradition Jahrhunderte zurück geht. Die Gestaltung der nationalen Seiten der Euro-Münzen wurde durch eine Volksabstimmung festgelegt und ist abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/economy_finance/the_euro/coins12768_en.htm

Die Beträge der bislang von den Geschäftsbanken bestellten Banknoten liegen relativ niedrig: Sie machen lediglich 27 % der insgesamt 188 Mio. aus, die nach Schätzung der slowakischen Nationalbank benötigt werden. Im Vergleich dazu machten sie zu einem gleichen Zeitpunkt auf Malta 92,5 % und in der ersten Gruppe der Mitgliedstaaten des Eurogebiets durchschnittlich 67 % aus. Um eine reibungslose Einführung des Euro-Bargelds zu gewährleisten, ist es absolut unerlässlich, dass Banken und Unternehmen vor dem Umstellungstermin mit

Banknoten und Münzen ausgestattet werden. Die Unternehmen scheinen selbst spät dran zu sein, wenn es um die Planung der von ihnen für die Herausgabe von Wechselgeld in Euro ab dem Umstellungstermin benötigten Bargeldmengen und die Vermeidung von Schlangen an den Bankschaltern geht. Deshalb bedarf es noch weiterer Anstrengungen für die Anhebung der Vorabausstattungsvolumina für Banken und Unternehmen.

Was den Umstellungstag selbst betrifft, so planen die Banken für die ersten Tage des Januar 2009 Sonderöffnungszeiten, einschließlich Spezialschalter für Unternehmen in einigen Zweigniederlassungen. Zwecks Erleichterung der Umstellung planen die slowakische Nationalbank und die Geschäftsbanken zudem die Ausgabe überwiegend niedriger Stückelungen von Banknoten (10 und 20 Euro) an den Bankautomaten und – schaltern.

Um sich mit ihrer neuen Währung vertraut zu machen, können die slowakischen Bürger ab Dezember Euro-Mini-Kits erwerben. Bislang wurden insgesamt 1,2 Mio. solcher Mini-Kits bestellt, was aber unter Umständen nicht ausreicht. Die bei früheren Umstellungen gemachten Erfahrungen zeigen, dass ein Haushalt in der Regel einen Mini-Kit kauft. In der Slowakei existieren rund 2 Mio. Haushalte bei einer Gesamtbevölkerung von 5,4 Mio.

Nach Auffassung der Kommission sollten die Unternehmen angehalten werden, den sogenannten ‚Ethikkodex’ zu unterzeichnen, der vom Regierungsbevollmächtigten zusammen mit dem Verband der slowakischen Unternehmer erstellt wurde und auf eine Einhaltung der Umrechnungsregeln abzielt. Damit sollen die Befürchtungen der Bürger vor Preissteigerungen während der Umstellung beseitigt werden.

Die slowakische Gewerbeaufsicht („Slovak Trade Inspection"/ SOI) wird dafür zuständig sein, über die Einhaltung der Rundungsregeln sowie die korrekte Umrechnung und Darstellung der Preise in beiden Währungen bis Ende 2009 zu wachen, so wie es die Regierung geplant hat . Im Falle von Verstößen kann die SOI Verwarnungen abgeben und Geldstrafen von bis zu 60 000 Euro verhängen. Zur Wahrnehmung dieser Aufgaben muss die SOI unbedingt über ausreichende Ressourcen verfügen. Jede administrative Preisregulierung oder ähnliche marktverzerrende Maßnahmen sollten indes besser vermieden werden, denn derartige Praktiken verzögern lediglich die normalen Preisanpassungen infolge der Entwicklungen auf den Weltmärkten, die ansonsten nach Ablauf des Einfrierens der Preise mit einem Schlag eintreten würden.

Die Euro-Informationskampagne wurde in den letzten Monaten intensiviert und zeitigt bereits erste Ergebnisse: So fühlen sich 64 % der Slowaken sehr gut oder eher gut über die Umstellung informiert (siehe Flash Eurobarometer-Erhebung vom Mai); im September 2007 waren nur 51 % dieser Meinung. Diese Ergebnisse sind wichtig, wenn man sicher stellen will, dass die Bürger ihrer neuen Währung volles Vertrauen entgegen bringen. Auch wenn die slowakischen Bürger mit dem Euro und der Wirtschafts- und Währungsunion bereits gut vertraut sind, besteht immer noch ein wachsender Informationsbedarf.

Aus einer gesonderten Erhebung, die den Stand der Vorbereitungen bei den slowakischen Unternehmen, vor allem KMU, untersuchte, geht hervor, dass sich die Mehrzahl eher gut informiert und bei ihren Vorbereitungen voran geschritten fühlt.

Der vollständige Bericht und das gesonderte Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen sind abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/economy_finance/thematic_articles/article12963_en.htm

Letzte Eurobarometer-Erhebungen:

http://ec.europa.eu/economy_finance/thematic_articles/article12963_en.htm


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