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IP/07/966

Brüssel, den 28. Juni 2007

Schnellwarnsystem für Lebensmittelkontrollen: Fast die Hälfte aller Meldungen betreffen an der EU-Außengrenze zurückgewiesene Einfuhren

Etwa 45 % der 2006 ergangenen Meldungen beim EU-Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel betrafen Produkte aus Drittländern, die die EU-Kontrollbehörden wegen des festgestellten Risikos an der Grenze zurückgewiesen haben. EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou hat heute die Grenzkontrollstelle Antwerpens besucht, um auf die Bedeutung der Lebensmittelkontrollen und des EU-Schnellwarnsystems für die Lebensmittelsicherheit hinzuweisen. Kommissar Kyprianou legte den Jahresbericht 2006 zum Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) vor, aus dem hervorgeht, dass die Zahl der gemeldeten Risiken für die Lebensmittelsicherheit 2006 gegenüber 2005 um 5 % zurückgegangen ist. Damit liegt die Zahl dieser Meldungen erstmals unter der des Vorjahres. Der Rückgang erklärt sich insbesondere durch wirksame Maßnahmen gegen vorschriftswidrige Farbstoffe und die Anwendung neuer EU-Kriterien für bestimmte pathogene Mikroben, die die bisherigen unterschiedlichen nationalen Kriterien ersetzen. Insgesamt sind letztes Jahr im Rahmen des RASFF 6840 Meldungen über Lebens- und Futtermittelrisiken (gegenüber 7170 im Jahr 2005) eingegangen. Die meisten Meldungen betrafen Fischereiprodukte (21 %), gefolgt von Fleisch und Fleischprodukten (13 %) sowie Getreide und Backwaren (12 %). In dem Bericht wird auch auf einige größere Zwischenfälle des vergangenen Jahres bei der Lebensmittelsicherheit eingegangen, außerdem enthält der Bericht Vorschläge zur Behebung der Probleme.

Hierzu erklärte Markos Kyprianou, EU-Kommissar für Gesundheits: „Die Tatsache, dass beinahe die Hälfte der Meldungen zur Lebensmittelsicherheit an der EU-Grenze zurückgewiesene Importwaren betreffen, macht deutlich, wie wichtig und wirksam unsere Grenzkontrollen sind. Das europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel spielt bei der Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit auf hohem Niveau für die EU-Bürger eine wichtige Rolle. Mit diesem System können wir Lebensmittelkrisen stoppen, noch bevor sie beginnen, und Probleme so früh erkennen, dass mögliche Gesundheitsrisiken auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben. Das Schnellwarnsystem der EU wird von Jahr zu Jahr stärker und wirksamer und dient anderen Ländern, die ihren Verbraucherschutz verbessern wollen, als Vorbild.“

Das Schnellwarnsystem

Das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (Rapid Alert System for Food and Feed - RASFF) ist ein Instrument zum raschen und effektiven Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission, wenn in der Handelskette für Lebens- oder Futtermittel Risiken für die menschliche Gesundheit festgestellt werden. Alle Mitglieder des Schnellwarnsystems (EU-27, Kommission, Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sowie Norwegen, Liechtenstein und Island) unterhalten einen Dienst, der rund um die Uhr dafür sorgt, dass dringende Meldungen innerhalb kürzester Zeit versandt, in Empfang genommen und weiterverfolgt werden. Dank des Schnellwarnsystems wurden viele Lebensmittelrisiken abgewendet, noch bevor den Verbrauchern hieraus ein Schaden erwachsen konnte.

Warnung und Information

Im RASFF-Bericht sind alle 2006 ergangenen Meldungen nach Warn- (934) bzw. Informationsmeldungen (1989) aufgeschlüsselt. Warnmeldungen werden versandt, wenn Lebens- oder Futtermittel, von denen ein Risiko ausgeht, bereits auf dem Markt sind und sofort gehandelt werden muss. 2006 betrafen die meisten (62 %) Warnmeldungen Produkte aus der EU; die meisten Probleme wurden bei Kontrollen am Markt festgestellt. Am häufigsten wurden dabei Risiken aufgrund von möglicherweise pathogenen Mikroorganismen, Schwermetallen (wie z. B. Quecksilber in Fisch) oder Mykotoxinen gemeldet.

Informationsmeldungen ergehen, wenn ein Risiko festgestellt wurde, aber sofortige Maßnahmen anderer Mitgliedstaaten nicht notwendig sind, weil das Produkt noch nicht auf den Markt gelangt ist, etwa wenn Sendungen an den Grenzen zurückgehalten werden. Die meisten Informationsmeldungen (75 %) beziehen sich auf Produkte aus Drittländern, und davon betreffen 40 % Mykotoxine (wie z. B. Aflatoxin in Nüssen).

Gewährleistung sicherer Einfuhren

Beinahe die Hälfte aller 2006 im Schnellwarnsystem ergangenen Meldungen bezog sich auf Produkte, die wegen des Risikos für die Lebensmittelsicherheit an der Grenze zur EU zurückwiesen wurden. Wird ein solches Produkt festgestellt, so wird das betreffende Drittland über das Schnellwarnsystem informiert, um ein Wiederauftreten dieses Problems zu verhindern. 2006 wurden 1959 Informationsmeldungen wegen gefährlicher Produkte an Drittländer versandt. Wird ein schwerwiegendes und anhaltendes Problem festgestellt, sendet die Kommission den Behörden des betreffenden Drittlands ein Schreiben, in dem diese aufgefordert werden, Abhilfemaßnahmen zu treffen, etwa durch Streichung des betreffenden Unternehmens von der Liste der zugelassenen Betriebe, Verhinderung der Ausfuhr oder Verschärfung der Kontrollen.

Sicherheit weltweit

In dem RASFF-Bericht werden auch künftige Maßnahmen umrissen. So soll für das Konzept eines weltweiten Warnsystems zur Lebensmittelsicherheit geworben werden. Zunächst will die Kommission interessierten Drittländern helfen, ein nationales System zur Verbesserung des Verbraucherschutzes aufzubauen. Hierzu werden 2007 im Rahmen der Initiative „Bessere Schulung für sicherere Lebensmittel” drei Schulungen durchgeführt. Letztendlich sollen alle diese einzelstaatlichen Systeme zu einem weltweiten Netz von Warnsystemen für die Lebensmittelsicherheit verknüpft werden.

Weitere Informationen unter: http://europa.eu.int/comm/food/food/rapidalert/index_en.htm


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