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IP/07/95

Brüssel, 25. Januar 2007

Mehr als 400% Wachstum bei kreativen Online-Inhalten – Kommissionsstudie sieht Chance für Europa

Laut einer im Auftrag der Europäischen Kommission erarbeiteten neuen Studie werden die Umsätze aus Online-Inhalten in Europa bis 2010 EUR 8,3 Milliarden erreichen, was einem Wachstum von über 400 % in fünf Jahren entspricht. In den fortschrittlichsten Bereichen werden die Online-Inhalte einen großen Anteil des Gesamtumsatzes ausmachen: ca. 20 % im Musiksektor und 33 % bei Videospielen. Die Studie zeigt, dass die Verbreitung von Online-Inhalten für den Massenmarkt dank des Breitbandausbaus und moderner Mobilnetze sowie der großen Verbreitung digitaler Geräte Wirklichkeit wird, wodurch einzigartige Chancen für Europa entstehen.

„Die lang erwartete digitale Konvergenz ist dabei, wirtschaftliche Realität zu werden, und damit eröffnen sich beeindruckende Möglichkeiten für die europäischen Verbraucher, Inhalteanbieter und den Technologiesektor“, erklärte die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. „Um von der technologischen Konvergenz zu profitieren, werden wir dort, wo ein modernisierter und binnenmarktorientierter Ansatz einen Mehrwert für europäische Inhalte schaffen kann, einige technische und rechtliche Fragen mit neuen Augen betrachten müssen. Für die Vorbereitung meiner Initiative „Online-Inhalte in Europas Binnenmarkt“, die für das zweite Halbjahr 2007 geplant ist, wird sich diese aktuelle Studie als sehr hilfreich erweisen.“

Die heute vorgestellte Studie über „Interaktive Inhalte und Konvergenz: Auswirkungen auf die Informationsgesellschaft" bewertet das Potential des entstehenden Marktes kreativer Online-Inhalte. Die Studie zeigt, dass trotz des stetigen Marktwachstums bestimmte technologische, wirtschaftliche und rechtliche Herausforderungen – insbesondere Rechte an geistigem Eigentum und Fragen der Interoperabilität – bewältigt werden müssen, damit sich dieser Markt schneller in Europa etablieren kann. Die Studie ergab, dass Europa derzeit in der Entwicklung interaktiver fester Breitbanddienste hinter den USA und im Hinblick auf mobile Dienste hinter Japan und Korea zurückbleibt.

Nach einer umfassenden Konsultation wurden 36 Hindernisse für die Entwicklung von Online-Inhalten ermittelt und deren Auswirkungen auf den Markt bis 2010 analysiert.

Der Netzzugang stellt heute das größte Hindernis dar. Obwohl die Zahl von Breitbandanschlüssen rapide zunimmt und die Verbraucher diese Technologie mit Begeisterung annehmen, besteht die Gefahr, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen EU-Mitgliedstaaten groß bleiben. Zu den Hindernissen im Mobilfunkbereich gehören die zögerliche 3G-Einführung in Europa und die zum Teil verwirrenden Preise und Tarife für den Datentransfer.

Viele Marktteilnehmer haben sich noch nicht auf die neuen Verbreitungstechnologien, die nationale Grenzen und traditionell voneinander getrennte Branchen überschreiten, umgestellt, was noch immer ein großes Hindernis für die Entwicklung von Online-Inhalten darstellt. Es werden jedoch zurzeit innovative und kooperative Lösungen zur Nutzung von Online-Inhalten gefunden.

Die Rechte-Piraterie verhindert potenzielle Einnahmen und hält Medienunternehmen davon ab, Inhalte ins Netz zu stellen. Effiziente DRM-Systeme zur Verwaltung und zum Schutz digitaler Inhalte sind für eine sichere und langfristig tragfähige digitale Verbreitung notwendig. Jedoch könnte die Besorgnis über einen Mangel an Interoperabilität oder Normung bei der Verwaltung digitaler Rechte die Entwicklung von digitalen Inhaltsdiensten und Geräten auf lange Sicht behindern.

Die Akzeptanz neuer Inhaltsdienste seitens der Verbraucher, der Mangel an besonderen Fachkenntnissen in Medienunternehmen sowie die Kosten der Digitalisierung von Inhalten haben ebenfalls große Auswirkungen auf den Markt.

Während einige dieser Hindernisse globaler Art sind, lassen sich andere auf den europäischen Markt und den EU-Rechtsrahmen zurückzuführen. Diese Hindernisse können das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit stark beeinträchtigen. Mit dem Heranreifen des Marktes werden die sich verändernden Geschäftspraktiken einige Hindernisse aus dem Weg räumen, während zur Beseitigung anderer Hindernisse Maßnahmen der Industrie oder eine Anpassung der EU-Rechtsvorschriften nötig sind, um die entsprechende Rechtssicherheit für Verbraucher, Inhaltsanbieter und Gerätehersteller zu schaffen.

Die neue Studie liefert wichtige Beiträge zu den Vorschlägen der Kommission für „Online-Inhalte in Europas Binnenmarkt“, die voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2007 vorgestellt werden. Die öffentliche Konsultation „Online-Inhalte in Europas Binnenmarkt“ (28. Juli bis 13. Oktober 2006) und die öffentliche Anhörung am 11. Oktober 2006 führten zu mehr als 175 schriftlichen Stellungnahmen, die zurzeit in Vorbereitung der Vorschläge der Kommission analysiert werden. Über 160 Beiträge wurden bereits ins Netz gestellt.

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://europa.eu.int/information_society/eeurope/i2010/studies/index_en.htm#interactive

http://ec.europa.eu/comm/avpolicy/other_actions/content_online/


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