Navigation path

Left navigation

Additional tools

Europäische Wissenschaftler stellen ihren Beitrag zur Meerespolitik vor

European Commission - IP/07/830   14/06/2007

Other available languages: EN FR

IP/07/830

Brüssel, den 14. Juni 2007

Europäische Wissenschaftler stellen ihren Beitrag zur Meerespolitik vor

Auf einer Zusammenkunft zahlreicher europäischer Meereswissenschaftler, die am 22. Juni in Aberdeen stattfindet, wird ein Beitrag zum Grünbuch der Kommission zur Meerespolitik vereinbart werden, der auf die Bedeutung von Forschung und Wissenschaft für eine vernünftige und integrierte europäische Meerespolitik hinweist. Die EU-Forschungsrahmenprogramme haben in der Vergangenheit erheblich zur Unterstützung der Meeresforschung beigetragen, besonders in folgenden Bereichen: Schutz und Erhalt der Meeresumwelt, Bekämpfung der Meeresverschmutzung zur Begrenzung ihrer Auswirkungen auf die Artenvielfalt im Meer, auf Meeresökosysteme und auf die menschliche Gesundheit sowie auf andere Arten der legitimen Meeresnutzung, Gewährleistung der Nachhaltigkeit der Meeresressourcen und von maritimen Dienstleistungen und Gütern. Während der Laufzeit des 6. Forschungsrahmenprogramms wurden rund 250 Projekte mit 612 Mio. € gefördert. Einige besonders herausragende Forschungsvorhaben werden der Presse heute vorgestellt.

Drei Projekte werden präsentiert, die verschiedene Aspekte der Meereswissenschaften illustrieren.

HERMES unter Führung des Natural Environment Research Council (Vereinigtes Königreich) untersucht die Artenvielfalt, Struktur, Funktion und Dynamik von Ökosystemen in Tiefenzonen entlang den europäischen Küsten. An dem Projekt sind Wissenschaftler verschiedener Disziplinen – Geologie, Sedimentologie, physische Ozeanographie, Mikrobiologie und Biogeochemie – beteiligt, die zu klären versuchen, in welchem Verhältnis die Artenvielfalt zu den Ökosystemen unserer Meere steht. Die untersuchten Orte erstrecken sich vom Schwarzen Meer bis zur Arktis, so dass Daten einer breiten Palette europäischer Gewässer einbezogen werden können. HERMES ist ein Konsortium mit 45 Partnern aus 15 Ländern, einschließlich 9 kleiner Unternehmen.

Das Schiffsortungssystem VDS (Vessel Detection System) wurde von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission entwickelt und verwendet Satellitenbilder zur Erfassung der Aktivitäten von Fischereifahrzeugen, unabhängig davon, ob diese ihre Position im Rahmen des Schiffsüberwachungssystems VMS (Vessel Monitoring System) melden oder nicht. Das VDS wurde erfolgreich im Nordostatlantik, in der Ostsee, der Barentssee und der Nordsee, in westlichen Gewässern und im Mittelmeer erprobt. Dieses leistungsfähige Werkzeug ermöglicht es, Verstöße gegen Fischereivorschriften zu erkennen und auf diese Weise die Risiken eines unzulässigen Fischfangs zu mindern.

VISIONS ist ein Netz von Partnern aus Industrie und Forschung im maritimen Bereich, das sich mit der Entwicklung visionärer Konzepte für Schiffe und schwimmende Strukturen in fünf Marktbereichen beschäftigt: Meerestourismus/Freizeitnutzung; Kurzstreckenseeverkehr; Binnenschifffahrt; Hochseeschifffahrt und schwimmende Infrastrukturen. Das Projekt ist eine Denkfabrik für neue Ideen, die mittel- bis langfristig vermarktbar sein könnten. Es ist insbesondere daraufhin angelegt, wissenschaftliches Expertenwissen mit den Anforderungen der Industrie und des Markts zusammenzubringen und alternative Denkanstöße hinsichtlich künftiger maritimer Bedürfnisse und Nutzungsmöglichkeiten zu geben. An VISIONS sind im Kern 24 Partner aus 10 Ländern beteiligt, die aus der Industrie und wissenschaftlichen Einrichtungen kommen.

Die Europäische Kommission hat eine breite Palette an Forschungsaktivitäten mit Meeresbezug unterstützt. Im 6. Forschungsrahmenprogramm wurden 250 Projekte auf elf verschiedenen Gebieten gefördert, vom Seeverkehr und der Meeresumwelt bis hin zu Lebensmitteln, Agrikultur und Biotechnologie, Gesundheit und Energie. Die Förderung der EU für diese Projekte belief sich auf insgesamt 612 Mio. €. Bereits jetzt wird deutlich, dass die Möglichkeiten des 7. Forschungsrahmenprogramms ebenfalls erheblich sind.

Die Meerespolitik ist für die künftige Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität in Europa von wesentlicher Bedeutung. 40 % des BIP der EU werden in Meeresregionen erwirtschaftet, und fast 90 % des Außenhandels werden auf dem Seeweg abgewickelt. Auf den Küstentourismus entfallen nicht nur 5 % des gesamten BIP, hier ist auch eine jährliche Steigerung um 3 % zu verzeichnen. Es gibt aber auch Grenzen: 11 der 15 wichtigsten Fischfanggebiete der Welt und 70 % der kommerziell genutzten Fischarten sind überfischt. Die zunehmende Verschmutzung der Küstengewässer bedroht die Artenvielfalt der Meere, die menschliche Gesundheit und die Einkommensaussichten der Freizeitbranche. Es bedarf daher eines umfassenden Ansatzes, der auf einer soliden wissenschaftlichen Basis beruht. Ein solcher Ansatz steht im Mittelpunkt des Grünbuchs der Kommission über eine künftige Meerespolitik für Europa, das im letzten Jahr vorgelegt wurde.

Die breit angelegte Konsultation zum Grünbuch endet am 30. Juni 2007. Angestrebt wird eine allumfassende und kohärente Vorgehensweise in allen Politikfeldern, die sich auf maritime Aktivitäten auswirken, wie Schifffahrt, Schiffbau, Seeverkehr, Fischfang, Tourismus, Hafendienste, Gewinnung von Energieressourcen usw.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/maritimeaffairs/policy_en.html

http://ec.europa.eu/research/transport/

www.edu-hermes.org

www.jrc.ec.europa.eu

http://www.maritime-visions.net/


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website