Navigation path

Left navigation

Additional tools

IP/07/775

7. Juni 2007

Verbraucher: EU stärkt Urlauberrechte beim Timesharing und gegenüber Travel Discount Clubs

Verbraucher in der gesamten EU genießen demnächst verstärkten Schutz – beim Kauf und Wiederverkauf von Ferienaufenthalten in Timesharing-Anlagen, bei Teilzeitnutzungsrechten für ein Hausboot, ein Wohnmobil oder für eine Unterkunft auf einem Kreuzfahrtschiff sowie gegenüber den beliebten Travel Discount Clubs – so steht es in der neuen Regelung, die die Kommission heute vorgeschlagen hat. Auf diese Weise soll das Vertrauen der Verbraucher in die Timesharing-Branche (mit einem Umsatz von 10,5 Mrd. EUR und EU-weit 40 000 Arbeitsplätzen) gefestigt und gegen betrügerische Geschäftemacher vorgegangen werden, die seriöse Geschäftsleute in Verruf bringen können und den Verbrauchern Probleme bereiten. Nach der EU-Richtlinie über Teilzeitnutzungsrechte (Timesharing) aus dem Jahr 1994 haben die Verbraucher einen grundlegenden Anspruch auf klare Information; außerdem brauchen sie keine Anzahlungen zu leisten und verfügen über ein Widerrufsrecht. Heute hat die Kommission einen neuen Vorschlag vorgelegt, der Regelungslücken im Bereich der Teilzeitnutzungsrechte schließen soll. Insbesondere soll der Geltungsbereich der Richtlinie von 1994 auf neue Produkte ausgedehnt werden, die mittlerweile auf den Markt gekommen sind – darunter Travel Discount Clubs, Teilzeitnutzungsrechte an Kreuzfahrtschiffen, Hausbooten und Wohnmobilen. Darüber hinaus sollen so wichtige Aspekte wie der Wiederverkauf von Teilzeitnutzungsrechten und die Tätigkeit von Tauschorganisationen geregelt werden. Die neue Richtlinie soll dafür sorgen, dass die Verbraucher in der gesamten EU gleichermaßen geschützt sind. Außerdem soll sie auf dem Markt für Teilzeitnutzungsrechte und bestimmte andere Urlaubsprodukte gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen.

„Die geltende Richtlinie hat gut funktioniert – innerhalb ihrer Grenzen“, sagte die für Verbraucherschutz zuständige Kommissarin Meglena Kuneva. „Beim Verkauf dieser Urlaubsprodukte wird jedoch noch häufig großer Druck ausgeübt, und es werden inzwischen viele neue Produkte auf dem Markt angeboten, die nicht unter die geltenden Rechtsvorschriften fallen. Die Rechte der Verbraucher werden missachtet und die Praktiken betrügerischer Geschäftemacher bringen die seriösen Unternehmen in Verruf. Mit dieser neuen Regelung wollen wir gleiche Wettbewerbsbedingungen für die gesamte Branche schaffen, indem wir den seriösen Unternehmen eine klare und einfache Regelung an die Hand geben und dafür sorgen, dass sich Verbraucher keine Sorgen zu machen brauchen, wenn sie sich das erträumte Urlaubswohnrecht kaufen.“

Was versteht man unter Teilzeitnutzungsrechten (Timesharing)?

Ein Teilzeitnutzungsrecht begründet für mindestens drei Jahre das Recht, einen festgelegten Zeitraum im Jahr (z. B. eine Woche oder länger) in einer Ferienanlage zu verbringen. Urlaub auf Teilzeitnutzungsbasis ist in vielen EU-Ländern sehr beliebt. Besonders hohe Prozentsätze verzeichnen beispielsweise das Vereinigte Königreich, Schweden, Deutschland, Italien und Spanien. Erhebliche Marktanteile hat die Timesharing-Branche vor allem in Spanien, Portugal, Deutschland, Italien und Frankreich. In Ländern wie der Tschechischen Republik, Ungarn und Polen steigt der Anteil der Verbraucher, die auf Timesharing-Basis Urlaub machen.

Die geltende Richtlinie aus dem Jahr 1994 schützt die Verbraucherinteressen, indem sie

  • den Erwerbern einen Anspruch auf Aushändigung von Informationsmaterial vor Unterzeichnung des Vertrags verleiht;
  • dem Erwerber eine mindestens 10-tägige Bedenkzeit (Widerrufsrecht) einräumt, um aggressiven Verkaufsmethoden entgegenzuwirken;
  • innerhalb der Bedenkzeit die Annahme von Anzahlungen der Erwerber verbietet.

Warum hat die Kommission die geltende Regelung überarbeitet?

Seit der Verabschiedung der Richtlinie im Jahr 1994 haben auf dem Markt größere Veränderungen stattgefunden. Es wurden neue Produkte und Verträge entwickelt, die nicht unter die geltenden Rechtsvorschriften fallen. Verbraucher, die diese Produkte kaufen, haben nicht dieselben Rechte und sind weniger geschützt. So können die neuen Produkte Nutzungsrechte an ganz anderen Arten von Unterkünften (z. B. Kreuzfahrtschiffe, Wohnmobile oder Hausboote) beinhalten oder die Verträge haben eine Laufzeit von weniger als drei Jahren. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die geltenden Rechtsvorschriften nicht den Wiederverkauf und Tausch von Teilzeitnutzungsrechten regeln.

Was sieht der neue Vorschlag vor?

Der Vorschlag geht dahin, die alte Richtlinie durch einen modernen, einfacheren und kohärenten Rechtsrahmen zu ersetzen, der sich auf Teilzeitnutzungsrechte und langfristige Urlaubsprodukte sowie auf den Wiederverkauf und Tausch derselben erstreckt. Der Anwendungsbereich der bisherigen Regelung wird ausgedehnt auf:

  • kurzfristigere Verträge mit einer Laufzeit von weniger als drei Jahren;
  • bewegliche Sachen – Verträge über die Teilzeitnutzung beispielsweise von Hausbooten, Wohnmobilen oder Kreuzfahrtschiffen;
  • langfristige Urlaubsprodukte – dazu gehören Travel Discount Clubs, bei denen die Verbraucher beispielsweise 3 000 Euro zahlen müssen, um ein Passwort zu einer Website zu bekommen, auf der ihnen „erhebliche Rabatte“ auf Ferienunterkünfte, Flüge und Mietwagen versprochen werden, wobei die Angaben zu der Höhe der Rabatte oft irreführend sind;
  • den Wiederverkauf von Timeshare-Produkten – viele Inhaber von Teilzeitnutzungsrechten werden von Vermittlern angesprochen, die von ihnen eine Gebühr für den Verkauf des Teilzeitnutzungsrechts verlangen;
  • den Tausch von Timeshare-Produkten – manche Inhaber von Teilzeitnutzungsrechten zahlen eine zusätzliche Gebühr für den Beitritt zu einer Tauschbörse, um beispielsweise ihre Woche auf den Kanarischen Inseln gegen eine Woche in den Alpen tauschen zu können. Zusätzliche Informationspflichten sollen sicherstellen, dass sie sich ein realistisches Bild von dem Angebot machen können und später nicht enttäuscht werden.

Da es für langfristige Urlaubsprodukte sowie für Wiederverkaufs- und Tauschsysteme derzeit keine Regelung gibt, gelten für diese auch nicht die Bestimmungen über Bedenkzeiten, Anzahlungen und Informationspflichten. Folglich haben Verbraucher, die unter Druck einen Vertrag unterschreiben, kaum eine Chance, davon wieder loszukommen. Der neue Vorschlag soll die Verbraucherrechte auf dem Markt für Teilzeitnutzungsrechte und langfristige Urlaubsprodukte stärken und gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Anbieter dieser Produkte schaffen.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/consumers/cons_int/safe_shop/timeshare/index_de.htm


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website