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Vizepräsident Verheugen: Sicherung der Rohstoffversorgung der EU-Industrie

European Commission - IP/07/767   05/06/2007

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IP/07/767

Brüssel, den 5. Juni 2007

Vizepräsident Verheugen: Sicherung der Rohstoffversorgung der EU-Industrie

Die europäische Industrie steht vor immer größeren Schwierigkeiten, ihren Bedarf an dringend benötigten Rohstoffen zu decken. Die wachsende Nachfrage auf dem Weltmarkt hat die Preise für zahlreiche Metalle auf Rekordniveau steigen lassen, Europa selbst kann diese Rohstoffe aber nur in begrenztem Maße bereitstellen. Viele Metallerze sind in Europa geologisch entweder gar nicht oder lediglich in geringen Mengen verfügbar, gemessen an der Weltproduktion (z. B. Kupfer 5 %, Eisenerz 2 %, Nickel 1,7 % und Zink 8,5 %). Ein heute veröffentlichtes Arbeitspapier der Europäischen Kommission gibt einen umfassenden Überblick darüber, wie sich die unvorhergesehen starke Nachfrage nach Mineralen zurzeit auf den Zugang der EU-Industrie zu Rohstoffen auswirkt. Der Hauptfaktor für diese Entwicklung ist die rapide Industrialisierung aufstrebender Volkswirtschaften wie Brasilien, China und Indien. Zudem findet die globale Dimension dieses Problems immer mehr Beachtung. Der Zugang zu Rohstoffen steht auch auf der Tagesordnung des anstehenden G8-Gipfels am 6. – 8. Juni. Dort soll eine Erklärung zum Thema „Verantwortung für Rohstoffe: Transparenz und nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet werden, die sich mit den Kernaspekten eines nachhaltigen und transparenten Ansatzes in dieser Frage befasst. Darüber hinaus hat der Rat „Wettbewerbsfähigkeit“ die Kommission auf seiner Tagung vom 21. Mai aufgefordert, ein kohärentes politisches Konzept für die anstehenden Fragen zu entwickeln.

Günter Verheugen, für die Bereiche Unternehmen und Industrie zuständiger Vizepräsident der Kommission, äußerte sich wie folgt: „Die europäische Industrie braucht eine verlässliche Rohstoffversorgung und stabile Preise, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Wir sind entschlossen, die Bedingungen für die Deckung des Rohstoffbedarfs zu verbessern, sei dies nun in Europa selbst oder durch die Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen bei der Beschaffung von Rohstoffen aus Drittländern.“

Die nichtenergetische mineralgewinnende Industrie liefert die verschiedensten Minerale, darunter Eisenerz, Ton und über oder unter Tage abgebaute Zuschlagstoffe, die für den Bau von Straßen, Wohnhäusern, Schulen und Krankenhäusern und für vielfältige Produkte wie Computer, Kraftfahrzeuge und Haushaltsgeräte verwendet werden, die in einer modernen Volkswirtschaft häufig als selbstverständlich gelten. Die derzeitige Lage erfordert ein integriertes Konzept, in dem die einschlägigen politischen Maßnahmen und Instrumente der EU zu dem Ziel gebündelt werden, die Verfügbarkeit sowie die Nachhaltigkeit bei Gewinnung und Verwendung der grundlegenden Rohstoffe sicherzustellen.

Das oben genannte Papier enthält folgende Aussagen:

  • Die geologische Verteilung nichtenergetischer Ressourcen auf der Erde ist äußerst unterschiedlich. In Europa herrscht genauso wie in Japan, den Vereinigten Staaten und China ein Mangel an bestimmten Rohstoffen, insbesondere an Eisenerz, so dass es auf den Weltmärkten darum kämpfen muss.
  • Im Fall der metallischen Minerale kann Europa seinen Bedarf nur sehr begrenzt aus dem heimischen Abbau decken. Zur Veranschaulichung: 2004 wurden 177 Mio. t metallischer Minerale in einem Gesamtwert von 10,4 Mrd. EUR in die EU importiert, wohingegen die EU-eigene Produktion nur etwa 30 Mio. t ausmachte.
  • Mit Baumineralen (insbesondere Zuschlagstoffen) kann sich Europa selbst versorgen und bei bestimmten Industriemineralen wie Feldspat, Kaolin, Magnesit, Gips und Pottasche ist die EU weiterhin entweder der weltweit größte oder zweitgrößte Produzent.

In diesem Papier werden die Faktoren ermittelt und bewertet, die sich am stärksten auf die Wettbewerbsfähigkeit der mineralgewinnenden Industrien in der EU auswirken können, und es wird darin berücksichtigt, dass die Regeln für den Zugang zu Rohstoffen in erster Linie Angelegenheit der Mitgliedstaaten sind. Es wurden unter anderem folgende Kernaspekte ermittelt: Erschließung von Lagerstätten und Abbauflächen, Investitionen und Betriebskosten, rechtliche Rahmenbedingungen, Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, Forschung und Innovation sowie Gesundheitsschutz- und Arbeitssicherheitsvorschriften.

Das Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen basiert auf einer umfassenden Konsultation der Gruppe "Rohstoffversorgung" (diese Gruppe besteht aus Interessenvertretern der abbauenden und der nutzenden Industriezweige, der Mitgliedstaaten, nichtstaatlicher Organisationen, der Gewerkschaften und der Kommission).

Die Frage der Verfügbarkeit und der Nutzung von Rohstoffen wird derzeit von der Hochrangigen Gruppe für Wettbewerbsfähigkeit, Energie und Umwelt analysiert, die ihre politischen Empfehlungen zu einem kohärenten Ansatz zur Behandlung der Problempunkte am 11. Juni vorlegen soll.

Fakten über die mineralgewinnende Industrie in Europa

Die nichtenergetischen mineralgewinnenden Industriezweige (NEEI) in der EU der 25 weisen einen jährlichen Umsatz von etwa 40 Mrd. EUR auf und stellten im Jahr 2004 etwa 250 000 direkte Arbeitsplätze. In diesem Sektor mit seinen mehr als 16 500 Unternehmen dominieren kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit weniger als 10 Beschäftigten. Von diesem direkten Beitrag zur Beschäftigung und Produktion abgesehen, spielen diese Unternehmen eine wichtige Rolle als Lieferanten der wichtigsten nachgelagerten Industriezweige, etwa der Sektoren Bau, Metallbe- und -verarbeitung und Chemikalien.

  • Statistischer Anhang1

Jährliche Einfuhr von Mineralen in die EU, 1999-2004 (nach Gewicht in Tausend Tonnen)

[ Die Graphik finden sie im PDF und WORD PROCESSED Dokument ]

Rangfolge der drei wichtigsten Produzenten ausgewählter metallischer Minerale (2004)


Erster

Zweiter

Dritter

Bauxit
Australien
40%
Guinea
12%
Jamaika
10%
Cadmium
Japan
22%
China
20%
Mexiko
12%
Chrom
Südafrika
53%
Kasachstan
18%
Indien
8%
Kupfer
Chile
37%
USA
8%
Peru
7%
Eisenerz
Brasilien
23%
Australien
20%
China
14%
Blei
China
30%
Australien
21%
USA
14%
Mangan
China
24%
GA Gabun
17%
Südafrika
13%
Quecksilber
EU
43%
Kirgisistan
26%
China
23%
Nickel
Russland
24%
Australien
14%
Kanada
14%
Silber
Mexiko
16%
Peru
15%
Australien
12%
Wolfram
China
87%
Russland
6%
EU
4%
Zink
China
26%
Peru
14%
Australien
14%

Datenquelle: World mining data (2006)


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