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Brüssel, 30. Mai 2007
EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou erklärte: „Acht von zehn Europäern befürworten den Organspenderausweis, aber nur einer von zehn besitzt tatsächlich einen – hier liegt ein großes Potenzial, mehr Spenderorgane verfügbar zu machen. Organspende rettet Leben, und wenn mehr Menschen darüber mit ihrer Familie sprechen würden, wäre die Entscheidung sehr viel einfacher, nach dem Tod eines Angehörigen der Organentnahme zuzustimmen."
Spenderausweis
Der Organspenderausweis, der die Bereitschaft des Trägers signalisiert, nach seinem Tod ein Organ zu spenden, wird von den europäischen Bürgern positiv gesehen. Mehr als acht von zehn (81 %) sprechen sich dafür aus. 19 % lehnen ihn ab.
Die Erhebung zeigt, dass in der EU eine große Lücke zwischen der Akzeptanz für den Organspenderausweis und dem Besitz einer solchen Karte besteht. Der Organspenderausweis ist in der EU nur wenig verbreitet, lediglich 12 % der befragten Europäer haben eine solche Karte.
Die Länder mit der höchsten Quote an Spenderausweisen sind die Niederlande (44 %), Schweden (30 %) und Irland (29 %).
In den seit 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten ist der Organspenderausweis
sehr selten. Außer in Malta (15 %) und Slowenien (6 %) haben in
den neuen Mitgliedstaaten nur 2 % oder weniger der Bürger einen
solchen Ausweis.
Da die Grundeinstellung zur Organspende in diesen
Ländern positiv ist und die Befürwortungsquote nahe am EU-Durchschnitt
liegt, dürfte eine verstärkte öffentliche Debatte zu dieser Frage
sich positiv auf die Akzeptanz der Organspende in der Bevölkerung
auswirken.
Freigabe eines Organs eines verstorbenen Angehörigen
Laut
Umfrage sind die meisten EU-Bürger nicht nur bereit, nach ihrem Tod ein
Organ zu spenden, sie würden auch der Organentnahme bei einem verstorbenen
nahen Angehörigen zustimmen. 54 % aller Europäer würden der
Organentnahme bei einem nahen Angehörigen zustimmen, wenn das Krankenhaus
sie danach fragen würde. Dies ist eine deutliche Steigerung (um acht
Prozentpunkte) gegenüber der Eurobarometer-Erhebung von 2002.
Sprechen Sie mit Ihrer Familie darüber
Gespräche in der Familie über Organspende wirken sich positiv auf
die Bereitschaft aus, Organe zu spenden. Die große Mehrzahl (77 %)
derjenigen, die bereits über diese Frage gesprochen haben, sind bereit,
nach ihrem Tod eines ihrer Organe zu spenden (12 % lehnen dies ab,
11 % sind unentschieden). Nur 42 % derjenigen, die diese Frage noch
nie diskutiert haben, würden Organe spenden, der Anteil der
Organspendegegner (35 %) und der Unentschiedenen (23 %) ist in dieser
Gruppe größer.
Aber nur 41 % der Europäer haben
über das Thema Organspende und Transplantation in der Familie gesprochen.
Unterschiedliche Einstellungen
Eine Analyse der Eurobarometer-Ergebnisse nach Ländern zeigt erhebliche Unterschiede. Die grundsätzliche Zustimmung der Bürger zur Organspende war am höchsten in Schweden (81 %), Malta (75 %) und Finnland (73 %), am niedrigsten in Rumänien (27 %), Lettland (29 %) und Österreich (33 %).
Die
Umfrage zeigt auch, dass Bildungsniveau und soziale bzw. berufliche Position
einen deutlichen Einfluss auf die Einstellung der Befragten zur Organspende
haben. Menschen mit höherem Bildungsniveau sind eher bereit, Organe zu
spenden. Bei älteren Menschen liegt der Anteil der Spendewilligen
(49 %) unter dem Gesamtdurchschnitt in der EU.
Die
Eurobarometer-Erhebung zu „Europäer und Organspende“ ist zu
finden unter:
http://europa.eu.int/comm/health/ph_publication/eurobarometers_en.htm
Weitere
Informationen sind abrufbar unter:
http://ec.europa.eu/health/ph_threats/human_substance/oc_organs/oc_organs_en.htm