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Laut Eurobarometer sind acht von zehn Europäern für Organspenderausweis

European Commission - IP/07/719   30/05/2007

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IP/07/719

Brüssel, 30. Mai 2007

Laut Eurobarometer sind acht von zehn Europäern für Organspenderausweis

Acht von zehn Europäern befürworten den Organspenderausweis, auch wenn aktuell nur 12 % tatsächlich einen mit sich führen – so eine heute veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage zum Thema Organspende. Die Europäische Kommission hat in einer heute verabschiedeten Mitteilung (siehe IP/07/718) die Einführung eines Europäischen Organspenderausweises vorgeschlagen, um die Verfügbarkeit von Spenderorganen zu verbessern. Die Erhebung zeigt, dass 56 % der Europäer bereit sind, nach ihrem Tod Organe zu spenden; bei denjenigen, die die Frage in der Familie diskutiert haben, liegt der Anteil sogar bei 77 %. Aber nur 41 % der Europäer haben mit ihrer Familie über das Thema Organspende und Transplantation gesprochen. Im Vergleich zu einer ähnlichen Befragung 2002 ist der Anteil der Europäer, die bereit sind, ein Organ eines verstorbenen Angehörigen zur Spende freizugeben, um acht Prozentpunkte auf 54 % gestiegen. Die Erhebung zeigt eine große Bandbreite in der Einstellung der Bürger zur Organspende in den verschiedenen EU-Mitgliedstaaten.

EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou erklärte: „Acht von zehn Europäern befürworten den Organspenderausweis, aber nur einer von zehn besitzt tatsächlich einen – hier liegt ein großes Potenzial, mehr Spenderorgane verfügbar zu machen. Organspende rettet Leben, und wenn mehr Menschen darüber mit ihrer Familie sprechen würden, wäre die Entscheidung sehr viel einfacher, nach dem Tod eines Angehörigen der Organentnahme zuzustimmen."

Spenderausweis

Der Organspenderausweis, der die Bereitschaft des Trägers signalisiert, nach seinem Tod ein Organ zu spenden, wird von den europäischen Bürgern positiv gesehen. Mehr als acht von zehn (81 %) sprechen sich dafür aus. 19 % lehnen ihn ab.

Die Erhebung zeigt, dass in der EU eine große Lücke zwischen der Akzeptanz für den Organspenderausweis und dem Besitz einer solchen Karte besteht. Der Organspenderausweis ist in der EU nur wenig verbreitet, lediglich 12 % der befragten Europäer haben eine solche Karte.

Die Länder mit der höchsten Quote an Spenderausweisen sind die Niederlande (44 %), Schweden (30 %) und Irland (29 %).

In den seit 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten ist der Organspenderausweis sehr selten. Außer in Malta (15 %) und Slowenien (6 %) haben in den neuen Mitgliedstaaten nur 2 % oder weniger der Bürger einen solchen Ausweis.
Da die Grundeinstellung zur Organspende in diesen Ländern positiv ist und die Befürwortungsquote nahe am EU-Durchschnitt liegt, dürfte eine verstärkte öffentliche Debatte zu dieser Frage sich positiv auf die Akzeptanz der Organspende in der Bevölkerung auswirken.

Freigabe eines Organs eines verstorbenen Angehörigen
Laut Umfrage sind die meisten EU-Bürger nicht nur bereit, nach ihrem Tod ein Organ zu spenden, sie würden auch der Organentnahme bei einem verstorbenen nahen Angehörigen zustimmen. 54 % aller Europäer würden der Organentnahme bei einem nahen Angehörigen zustimmen, wenn das Krankenhaus sie danach fragen würde. Dies ist eine deutliche Steigerung (um acht Prozentpunkte) gegenüber der Eurobarometer-Erhebung von 2002.

Sprechen Sie mit Ihrer Familie darüber

Gespräche in der Familie über Organspende wirken sich positiv auf die Bereitschaft aus, Organe zu spenden. Die große Mehrzahl (77 %) derjenigen, die bereits über diese Frage gesprochen haben, sind bereit, nach ihrem Tod eines ihrer Organe zu spenden (12 % lehnen dies ab, 11 % sind unentschieden). Nur 42 % derjenigen, die diese Frage noch nie diskutiert haben, würden Organe spenden, der Anteil der Organspendegegner (35 %) und der Unentschiedenen (23 %) ist in dieser Gruppe größer.
Aber nur 41 % der Europäer haben über das Thema Organspende und Transplantation in der Familie gesprochen.

Unterschiedliche Einstellungen

Eine Analyse der Eurobarometer-Ergebnisse nach Ländern zeigt erhebliche Unterschiede. Die grundsätzliche Zustimmung der Bürger zur Organspende war am höchsten in Schweden (81 %), Malta (75 %) und Finnland (73 %), am niedrigsten in Rumänien (27 %), Lettland (29 %) und Österreich (33 %).

Die Umfrage zeigt auch, dass Bildungsniveau und soziale bzw. berufliche Position einen deutlichen Einfluss auf die Einstellung der Befragten zur Organspende haben. Menschen mit höherem Bildungsniveau sind eher bereit, Organe zu spenden. Bei älteren Menschen liegt der Anteil der Spendewilligen (49 %) unter dem Gesamtdurchschnitt in der EU.
Die Eurobarometer-Erhebung zu „Europäer und Organspende“ ist zu finden unter:

http://europa.eu.int/comm/health/ph_publication/eurobarometers_en.htm
Weitere Informationen sind abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/health/ph_threats/human_substance/oc_organs/oc_organs_en.htm


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