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Brüssel, den 23. Januar 2007

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Das Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle kommt auf Touren und soll die Debatte über Vielfalt anfachen

Seit heute hat das Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle (2007), für das am 30. Januar auf dem ersten Gleichstellungsgipfel in Berlin der Startschuss fällt, eine neue Website. Zudem werden heute die Ergebnisse einer EU-weiten Umfrage zur Diskriminierungsbekämpfung veröffentlicht. Diese im Vorfeld des Europäischen Jahres durchgeführte Umfrage zeigt, dass mehr als der Hälfte der Europäer (51 %) die in ihrem Land getroffenen Antidiskriminierungsmaßnahmen für unzureichend halten und dass eine große Mehrheit der Befragten (64 %) der Meinung ist, Diskriminierungen seien ein weit verbreitetes Phänomen. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse, dass die Europäer neuen Initiativen aufgeschlossen gegenüberstehen, wobei eine große Mehrheit Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit im Bereich der Beschäftigung befürwortet.

Vladimír Špidla, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit, sagte: „Die Ergebnisse der heute veröffentlichten Umfrage zeigen sehr deutlich, dass Diskriminierungen nach Ansicht der Europäer immer noch weit verbreitet und dass die Bürger einschneidenderen Maßnahmen zur Bekämpfung von Vorurteilen, Intoleranz und Ungleichbehandlung gegenüber aufgeschlossen sind. Ich bin davon überzeugt, dass das Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle (2007) eine lebhafte Diskussion über Vielfalt auslösen und den Bemühungen um eine wirksame Diskriminierungsbekämpfung neue Impulse geben wird.“

Laut Umfrage sind in der EU nach wie vor nur relativ wenige Menschen über das geltende Antidiskriminierungsrecht informiert (das Diskriminierungen aus Gründen des Geschlechts, der ethnischen Herkunft oder der Rasse, des Alters, der sexuellen Ausrichtung, einer Behinderung, der Religion oder Weltanschauung verbietet) – lediglich ein Drittel der EU-Bürger gibt an zu wissen, welche Rechte ihnen zustehen, falls sie diskriminiert oder belästigt werden sollten.

Deshalb wird mit dem Europäischen Jahr vor allem angestrebt, die Bürger über das geltende Diskriminierungsverbot und ihr Recht auf Gleichbehandlung zu informieren, die Chancengleichheit für alle zu fördern und die Vorteile der Vielfalt hervorzuheben. Damit die Kampagne möglichst viele Menschen erreicht, wird sie stark dezentralisiert sein und Hunderte von Aktionen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene umfassen. Dazu gehören Projekte wie die Vergabe von Auszeichnungen an private und öffentliche Unternehmen, die sich besonders um Vielfalt, Gleichbehandlung am Arbeitsplatz und wirksame Bekämpfung von Diskriminierungen bemühen, Aufsatzwettbewerbe für Schulen zum Thema Respekt und Toleranz sowie Fortbildungsmaßnahmen für Journalisten im Bereich der Diskriminierungsbekämpfung.

An den Veranstaltungen werden sich diejenigen Personen und Organisationen beteiligen, die besonders großes Interesse am Erfolg der Kampagne haben. Dazu gehören Gewerkschaften, Arbeitgeber, NRO, Jugendgruppen, Zusammenschlüsse von Diskriminierungsopfern und lokale und regionale Behörden. Der dezentralisierte Ansatz wird die Fortsetzung der Aktionen des Jahres der Chancengleichheit auch über dieses Jahr hinaus ermöglichen und so für eine nachhaltige Wirkung vor Ort sorgen.

Die Antworten auf die Umfrage sind in den einzelnen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich ausgefallen, doch ist eine Grundaussage erkennbar: Die Europäer sind der Meinung, dass Diskriminierungen in ihrem Land nach wie vor weit verbreitet sind (64 %), und sie wollen, dass dies anders wird. Eine breite Mehrheit der Europäer glaubt, dass Menschen mit Behinderungen (79 %), Roma (77 %), über 50-Jährige (69 %) oder Personen anderer ethnischer Herkunft (62 %) gesellschaftlich benachteiligt werden.

Gleichzeitig ist die Mehrheit der Bevölkerung in allen bis auf vier Mitgliedstaaten der Meinung, dass Menschen anderer ethnischer Herkunft als die übrige Bevölkerung die Kultur des eigenen Landes bereichern. Eine große Mehrheit glaubt, dass mehr Frauen in Führungspositionen (77 %) und in den Parlamenten (72 %) vertreten sein sollten. Außerdem sind viele der Ansicht, dass im Arbeitsleben mehr behinderte Menschen (74 %) und über 50-Jährige (72 %) gebraucht werden.

Als wichtigste Gründe für eine Benachteiligung bei der Suche nach einem Arbeitsplatz wurden eine Behinderung und das Alter genannt. Nahezu 80 % der Befragten glauben, dass bei gleicher Qualifikation über 50-Jährige und Menschen mit Behinderungen geringere Chancen haben, eingestellt oder befördert zu werden, als unter 50-Jährige bzw. Personen ohne Behinderung. Viele (68 %) sind der Meinung, dass familiäre Pflichten für Frauen ein Hindernis beim Zugang zu Führungspositionen darstellen. Diese Ansicht wird in Spanien und Deutschland (beide 76 %) besonders stark vertreten.

Die neue Website wird über das gesamte Jahr der Chancengleichheit hinweg ein wichtiges Kommunikationsinstrument sein, das aktuelle Informationen über Aktivitäten bietet, an denen sich die Bürger beteiligen können; sie wird auf diese Weise Anregungen für verschiedene Aktivitäten liefern und Netzwerke fördern. Um sicherzustellen, dass das Jahr langfristige Wirkungen entfalten kann, wird die EU einige der besten in diesem Jahr entwickelten Ideen in ihr neues Programm für Beschäftigung und Solidarität (PROGRESS) aufnehmen, aus dem Maßnahmen im Zeitraum 2007-2013 finanziert werden. Die neuen Konzepte, neuen Ideen und neuen Impulse, die aus diesem Jahr hervorgehen, werden die Anstrengungen der EU auf dem Gebiet der Gleichstellung und der Nichtdiskriminierung weiter vorantreiben.

Eine der Hauptinitiativen des Europäischen Jahres ist der Gleichstellungsgipfel in Berlin, auf dem der offizielle Startschuss fällt und an dem Spitzenpolitiker der EU, die zuständigen Minister für Gleichstellungsfragen sowie maßgebliche Vertreter der Zivilgesellschaft teilnehmen.

Weitere Informationen:
Link zur Zusammenfassung der Eurobarometer-Umfrage

http://ec.europa.eu/employment_social/news/2007/jan/euro_baro_summary_de.pdf
Link zur EYEO-Website

http://equality2007.europa.eu
Link zum Gleichstellungsgipfel in Berlin

http://ec.europa.eu/employment_social/eyeq/index.cfm?&page_id=95


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