Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

Autres langues disponibles: FR EN MT

IP/07/673

Brüssel, den 16. Mai 2007

Kommission schlägt Einführung des Euro in Malta für 2008 vor

Die Europäische Kommission kam heute zu dem Schluss, dass Malta einen hohen Grad an dauerhafter wirtschaftlicher Konvergenz mit den Mitgliedstaaten der Eurozone erreicht hat und die Voraussetzungen für die Einführung des Euro erfüllt sind. Auf der Grundlage des positiven Konvergenzberichts schlägt die Kommission dem Rat die Einführung des Euro in Malta für den 1. Januar 2008 vor. Die endgültige Entscheidung wird von den EU-Finanzministern im Juli nach der Anhörung des Europäischen Parlaments und nach der Beratung der Staat- und Regierungschefs während des Gipfeltreffens im Juni getroffen.

„Malta hat einen hohen Grad an wirtschaftlicher Konvergenz mit der Eurozone erreicht und ist bereit für die Einführung des Euro im Januar 2008. Um jedoch aus der Einführung des Euro eine Erfolgsgeschichte zu machen, muss Malta sich auch weiterhin für die Konsolidierung der Finanzlage und die Wahrung der außenwirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit einsetzen, wie z. B. durch politische Maßnahmen, die das Produktivitätswachstum fördern. Darüber hinaus muss Malta die für die Währungsumstellung notwendigen Vorbereitungen beschleunigen und abschließen, damit die Einführung des Euro genauso reibungslos verläuft wie in Slowenien zu Beginn dieses Jahres.“

Am 27. Februar bat die maltesische Regierung die Kommission festzustellen, ob Malta alle für die Einführung des Euro erforderlichen Kriterien erfülle. Um Mitglied der Eurozone zu werden, muss ein EU-Mitgliedstaat einen hohen Grad an dauerhafter wirtschaftlicher Konvergenz erreicht haben. Gemessen wird dieser anhand der in Artikel 121 Absatz 1 EG-Vertrag festgelegten Kriterien wie öffentliche Haushaltslage, Preis- und Wechselkursstabilität sowie Konvergenz der langfristigen Zinssätze. Die Vereinbarkeit des rechtlichen Rahmens mit dem EG-Vertrag wird ebenfalls geprüft.

Nach sorgfältiger Überprüfung der Angelegenheit nahm die Kommission heute den Konvergenzbericht an, dem zufolge Malta die erforderlichen Kriterien erfüllt, und schlägt dem Rat die Einführung des Euro in Malta für Januar 2008 vor. Die Europäische Zentralbank verabschiedete einen Konvergenzbericht mit dem gleichen Ergebnis.

Inflation

Die durchschnittliche Inflationsrate Maltas in den zwölf Monaten bis März 2007 betrug 2,2 % und lag damit unter dem Referenzwert von 3,0 %, woran sich auch in den kommenden Monaten nichts ändern dürfte. An der gemäßigten Kerninflation lässt sich ablesen, dass der Inflationsdruck begrenzt blieb. Durch Lohnzurückhaltung und wachsenden Wettbewerb in einzelnen Produktmärkten wurden Fortschritte im Bereich der Preisstabilität erzielt. Diese stehen auch in Zusammenhang mit der Integration in den Binnenmarkt und den Auswirkungen der Globalisierung. Da die Verbesserung der Preisstabilität auf einem soliden Fundament basiert, ist anzunehmen, dass die Inflationsrate auch nach der Einführung des Euro gemäßigt bleiben wird.

Malta muss jedoch weiterhin wachsam sein und Inflationsrisiken bei zunehmend besseren Konjunkturbedingungen eingrenzen. Eine umsichtige Finanzpolitik, mit der das Entstehen eines übermäßigen Nachfragedrucks vermieden wird, und eine Lohnentwicklung, die im Einklang mit dem Wirtschaftswachstum steht, stellen weitere Anforderungen dar. Darüber hinaus sind dauerhafte Strukturreformen erforderlich, durch die das Funktionieren des Produktmarktes, besonders des Versorgungssektors, verbessert wird.

Haushaltslage

Die Kommission kam heute außerdem zu dem Schluss, dass Maltas Haushaltsdefizit korrigiert wurde, und schlug dem Ecofin-Rat daher die Einstellung des mit dem EU-Beitritt 2004 begonnenen Verfahren wegen eines übermäßigen Defizits (siehe IP/07/672) vor. Die Defizitquote sank von 10 % im Jahr 2003 auf 2,6 % im Jahr 2006 und wird laut der Frühjahrsprognose der Kommission 2007 voraussichtlich 2,1 % betragen. Während sich der öffentliche Schuldenstand in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts erheblich erhöhte, sank er ab 2004 und erreichte 66,5 % des BIP im Jahr 2006. Vor diesem Hintergrund kam die Kommission zu dem Ergebnis, dass Malta das Defizit zuverlässig und nachhaltig korrigiert hat und sich Maltas Schuldenstand hinreichend schnell dem im EG-Vertrag festgelegten Referenzwert von 60 % des BIP annähert. Malta erfüllt damit das Kriterium bezüglich der Finanzlage der öffentlichen Hand. Um die öffentlichen Finanzen jedoch langfristig zu verbessern, muss Malta sich weiterhin für die Verringerung der Schuldenquote einsetzen und die Planung und Durchführung der Gesundheitsreform vorantreiben.

Wechselkurs

Die maltesische Lira nimmt seit dem 2. Mai 2005 am Wechselkursmechanismus WKM II teil, d.h. zum Zeitpunkt der Annahme dieses Berichts seit über 24 Monaten. Während dieser zwei Jahre blieb die maltesische Lira gegenüber dem Leitkurs stabil und war keinen starken Spannungen ausgesetzt.

Langfristige Zinssätze

Der durchschnittliche langfristige Zinssatz lag in Malta in dem Jahr bis März 2007 bei 4,3 % und damit unter dem Referenzwert von 6,4 %. Er liegt seit dem EU-Beitritt unter dem Referenzwert. Die Differenz der langfristigen Renditen gegenüber der Eurozone hatte nur eine geringe Schwankungsbreite und nahm ab 2005 weiter ab, was ein Zeichen für das geringe Restrisiko ist, das für die Märkte gegenüber Malta noch besteht.

Rechtliche Konvergenz

Mit dem am 28. Februar 2007 vom Parlament verabschiedeten Gesetz zur Änderung des maltesischen Zentralbankgesetzes wurden alle Unvereinbarkeiten beseitigt. Die maltesischen Rechtsvorschriften, insbesondere das Zentralbankgesetz, stehen jetzt in Einklang mit den Anforderungen des EG-Vertrags und der ESZB-Satzung.

Den Konvergenzbericht finden Sie auf folgender Internetseite:

http://ec.europa.eu/economy_finance/publications/convergence/2007/report2007_malta_en.htm


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site