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Einführung des Euro in Slowenien – eine Erfolgsgeschichte

European Commission - IP/07/609   04/05/2007

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IP/07/609

Brüssel, den 4. Mai 2007

Einführung des Euro in Slowenien – eine Erfolgsgeschichte

Die Umstellung auf den Euro verlief in Slowenien reibungslos. Obwohl die Preise für einige Güter und Dienstleistungen stiegen, blieben die Preise im Großen und Ganzen stabil. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die die Kommission vier Monate nach dem Beitritt Sloweniens zum Euroraum verabschiedet hat. Den anderen Ländern in der Euro-Warteschleife zeigt dieses Beispiel, dass der "Big-Bang"-Ansatz funktioniert - d. h. unwiderrufliche Festschreibung der Wechselkurse und gleichzeitige Einführung der Euro-Banknoten und Münzen - und dass eine zweiwöchige Parallelumlaufphase ausreicht, sofern die Umstellung gut und rechtzeitig vorbereitet wurde. Einige Punkte, etwa der Rücklauf des alten Bargelds, liefen in Slowenien sogar besser als bei der Einführung des Euro-Bargelds 2002, wodurch die Kosten und Aufwand für Unternehmen verringert wurden.

"Die Einführung des Euro in Slowenien verlief reibungslos. Damit wird nochmals deutlich, wie wichtig rechtzeitige und sorgfältige Vorbereitungen und zeitnahe Informationen über den Euro sind", unterstrich der für Wirtschafts- und Währungsangelegenheiten zuständige Kommissar Joaquin Almunia.

Slowenien führte den Euro zum 1. Januar 2007 ein. Anders als die erste Gruppe von Ländern, die 1999 (Griechenland 2001) zunächst die Wechselkurse ihrer Währung zum Euro unwiderruflich festlegten und das Euro-Bargeld erst drei Jahre später (ein Jahr später in Griechenland) in Umlauf brachten, entschied sich Slowenien für den "Big-Bang"-Ansatz, bei dem beides gleichzeitig erfolgte. Die EU-Länder, die den Euro noch einführen müssen und einen sogenannten nationalen Umstellungsplan erstellt haben, haben sich ebenfalls für den Big-Bang- Ansatz entschieden. Da der Euro bereits seit fünf Jahren im Umlauf ist, ist dies sinnvoll.

Alles verlief reibungslos

In Slowenien verlief die Umstellung auf den Euro reibungslos. Auch die Tatsache, dass den Slowenen der Euro insbesondere aufgrund ihrer Nähe zu den Mitgliedern des Euroraums Österreich und Italien bereits vertraut war, trug zu einer raschen Umstellung bei. Vor dem Stichtag hat die große Mehrheit (über 90 %) bereits Euro-Banknoten und Euro-Münzen gesehen und die Einheitswährung schon genutzt.

Eine für die Kommission täglich durchgeführte Umfrage[1] zeigte, dass am 5. Januar, nur drei Tage nach der Umstellung, über die Hälfte der Befragten statt Tolar nur noch Euro-Bargeld in den Brieftaschen und Portemonnaies hatte. Am selben Tag wurden bereits über 70 % der Barzahlungen in Euro abgewickelt. Bis Mitte Januar wurden im Grunde alle Barzahlungen in der neuen Währung getätigt, was die technische Machbarkeit eines nur kurzen Parallelumlaufs von Euro-Bargeld und nationalem Bargeld - in Slowenien waren es zwei Wochen - bestätigt Damit verringert sich der Aufwand für Einzelhändler und sonstige Unternehmer und die Umstellung wird beschleunigt.

In mancher Hinsicht verlief die Umstellung sogar reibungsloser als 2002. Bis zum 11. Januar flossen wertmäßig über 80 % der Tolar-Banknoten an die Zentralbank zurück, verglichen mit einem Anteil von nur 40 % bei den alten Banknoten in der ersten Runde. Damit konnte eine Wiederholung der ernsten Engpässe vermieden werden, die 2002 Einzelhändler in einigen Ländern vor Lagerungs- und Sicherheitsprobleme stellten.

Die Preise bleiben stabil

Die Erfahrung Sloweniens zeigt einmal mehr, dass wenn es um die Preisentwicklung geht, Wahrnehmung, Erwartung und Realität nicht notwendigerweise konform gehen, womit bestätigt wird, dass sich eine Währungsumstellung auf die Werteskala der Menschen auswirkt und eines mentalen Anpassungsprozesses bedarf, der in kleinen Schritten abläuft.

Zwar gab es Bedenken, dass die Preise steigen könnten, doch abgesehen von einigen Fällen, in denen dies tatsächlich vorkam, waren diese Befürchtungen weitestgehend ungerechtfertigt.

Ebenso wie in den Vorjahren fielen die Preise in Slowenien im Januar insgesamt wegen der Schlussverkäufe. Der Rückgang der jährlichen Inflationsrate von 3 % im Dezember 2006 auf 2,8 % im Januar fiel durch die Anfang des Jahres rückläufigen Energiepreise noch deutlicher aus.

In einer vorläufigen Auswertung kommen das statistische Amt Sloweniens und Eurostat zu dem Fazit, dass der Inflationsdruck auf die Verbraucherpreise während und nach der Umstellung mit 0,3 Prozentpunkten veranschlagt werden müsste, was den Erfahrungen der ersten Umstellungswelle in etwa entspricht[2]. Eine vom Institute of Macroeconomic Analysis and Development of Slovenia durchgeführte Studie geht davon aus, dass sich die Umstellung mit 0,24 Prozentpunkten auf die Inflation niederschlägt.

Nach einer Anlaufphase, in der die tatsächliche Inflation und die empfundene Inflation auseinander drifteten, verringert sich diese Diskrepanz in Slowenien, was auf eine schnellere Normalisierung der Preiswahrnehmung schließen lässt als dies im Euroraum der Fall war. Allerdings nähern sich Realität und Wahrnehmung auch im Letzteren langsam an (siehe Graphik unten).

Alles in allem ist eine große Mehrheit (95 %) der Slowenen der Auffassung, dass die Umstellung problemlos ablief. Dies geht aus einer Ende Januar durchgeführten Studie hervor[3]. Gleichzeitig empfinden sich neun von zehn Slowenen gut über den Euro informiert und äußerten sich zufrieden über den Umfang an Informationen, die ihnen die Behörden zur Verfügung gestellt haben. Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig Information und Kommunikation über den Euro sind, damit die Umstellung zum Erfolg wird.


Inflation in Slowenien: Wahrnehmung und Realität

[ Die Graphik finden sie im PDF und WORD PROCESSED Dokument ]

Quelle: Eurostat/ECFIN

Inflation in Slowenien: Wahrnehmung und Realität

[ Die Graphik finden sie im PDF und WORD PROCESSED Dokument ]

Source: Eurostat/ECFIN


[1] Flash Eurobarometer Umfrage 204, abrufbar unter : http://ec.europa.eu/public_opinion/euro_en.htm.

[2] Eurostat News Release 69/2003 vom 18.06.2003.

[3] Flash Eurobarometer Umfrage 205, Ende Januar 2007 durchgeführt, abrufbar unter: http://ec.europa.eu/public_opinion/euro_en.htm.


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