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Brüssel, den 27. april 2007

Straßenverkehrssicherheit: Europäisches Aktionsprogramm bringt weiter gute Ergebnisse – Ziel einer Halbierung der Zahl tödlicher Verkehrsunfälle bis 2010 erreichbar

Das im Jahr 2001 beim europäischen Aktionsprogramm für die Straßenverkehrssicherheit gesetzte Ziel kann im vorgesehenen Zeitraum erreicht werden. Es besteht darin, die Zahl der Verkehrstoten auf europäischen Straßen im Zeitraum 2001-2010 von knapp 50 000 auf 25 000 zu halbieren. Dass dies möglich ist, ergibt sich als wichtigste Schlussfolgerung aus den jüngsten verfügbaren Zahlen, die im Laufe des ersten Europäischen Tages der Straßenverkehrssicherheit bekannt gegeben werden. Diese Zahlen zeigen, dass das ehrgeizige Ziel der richtige Schritt war: In den vergangenen 12 Monaten ist die Zahl der Verkehrstoten um 8 % zurückgegangen. Im Jahr 2006 kamen im Vergleich zu 2001 in der Europäischen Union auf Jahresbasis ungefähr 12 000 Menschen weniger ums Leben.

„Wenn wir so weitermachen, können wir das Ziel dank der gemeinsamen Bemühungen aller in der EU im Jahr 2010 erreichen, aber garantiert ist dies nicht – wir dürfen in unseren Anstrengungen nicht nachlassen“, betonte Jacques Barrot, Vizepräsident und für Verkehr zuständiges Mitglied der Europäischen Kommission. Er erinnert daran, dass Verkehrssicherheit eine Priorität seiner Amtsperiode darstellt und fordert alle Mitgliedstaaten dazu auf, den gerade erschienenen Bericht aufmerksam zu lesen und daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. „Ich dränge vor allem die Regierungen der Länder, in denen die Lage dem Bericht zufolge alarmierend ist, radikale Maßnahmen zu treffen“, fügte er hinzu.

Über die reinen Zahlen und Statistiken zu Unfallopfern im Straßenverkehr hinaus ist es von wesentlicher Bedeutung, die Leistung der einzelnen Länder mit Hilfe ausgewählter Indikatoren bewerten zu können. Diese Indikatoren spiegeln die Auswirkungen der durchgeführten Maßnahmen wider und ermöglichen es, besser auf konkrete Probleme einzugehen. Im Rahmen des ersten Europäischen Tages der Straßenverkehrssicherheit werden diese Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Anlässlich des Europäischen Tages der Straßenverkehrssicherheit veröffentlicht die Kommission zum ersten Mal die Ergebnisse des im sechsten Rahmenprogramm für Forschung finanzierten Projektes „SafetyNet“, mit dem die Grundlagen für die Europäische Beobachtungsstelle für die Straßenverkehrssicherheit geschaffen wurden und das wichtige Untersuchungen zu den Indikatoren für die Straßenverkehrssicherheit ermöglicht hat.

In dem Bericht[1] sind sieben Indikatoren für die Straßenverkehrssicherheit aufgeführt: Alkohol und Drogen, Geschwindigkeit, Sicherheitsgurte und -helme, bei Tag eingeschaltetes Abblendlicht, passive Sicherheit der Fahrzeuge, Straßeninfrastruktur, Erste Hilfe für Unfallopfer. Die ersten drei Indikatoren sind sowohl die wichtigsten als auch am besten dokumentiert.

Zwischen den einzelnen Ländern bestehen erhebliche Unterschiede. So ergibt sich, dass

zwischen 5 % und 30 % der Todesfälle auf Unfälle zurückzuführen waren, bei denen mindestens ein Fahrer mehr Alkohol als gesetzlich zulässig getrunken hatte,

bis zu 50 % der Fahrer die geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht einhalten,

zwischen 67 % und 97 % der Insassen von Pkw oder Kleinlastern auf den Vordersitzen den Sicherheitsgurt anlegen, aber nur 28 % bis 89 % auf den Rücksitzen. Zwischen 20 % und 96 % der Kinder unter zwölf Jahren sitzen in speziellen Kindersitzen.

Obwohl die Fahrzeuge von Jahr zu Jahr mehr Sicherheit bieten (passive Sicherheit), fällt auf, dass sich der Abstand zwischen den Ländern mit den besten Ergebnissen und den anderen nicht verringert.

Die nachstehenden Tabellen geben einen Überblick über die Ergebnisse einzelner Mitgliedstaaten sowie der Schweiz und Norwegen in Bezug auf Alkohol am Steuer, das Anlegen des Sicherheitsgurts und die Verwendung geeigneter Kindersitze. Die nationalen Parameter zur Geschwindigkeit sind zu uneinheitlich für eine vergleichende Tabelle.

Die Indikatoren sind Teil des „Scoreboard Straßenverkehrssicherheit“, das heute beim ersten Europäischen Tag der Straßenverkehrssicherheit vorgestellt wird.

Tabelle 1 : Prozentsatz der Verkehrstoten bei Unfällen, bei denen der Alkoholkonsum mindestens eines Fahrers über der gesetzlichen Höchstgrenze lag (falls nicht anders angegeben)

Länder
Gesetzliche Höchstgrenze (mg/ml)
%
Anmerkungen
Tschechische Republik
0,0
4,8%

Österreich
0,5
5,9%

Belgien
0,5
8,2%
der Test wurde nur bei 20 % der an tödlichen Verkehrsunfällen beteiligten Fahrer durchgeführt
Niederlande
0,5
8,3%

Ungarn
0,0
8,7%
davon 8,4 % mit Beteiligung von Fahrern, bei denen über 0,5 mg/ml Alkohol festgestellt wurden
Griechenland
0,5
9,4%

Polen
0,2
9,8%

Deutschland
0,3
12,1%

Slowakei
0,0
12,9%

Litauen
0,4
14,8%

Dänemark
0,5
16,0%

Vereinigtes Königreich
0,8
17,0%

Schweiz
0,5
19,3%

Lettland
0,5
21,7%

Norwegen
0,2
22,2%
getötete alkoholisierte Fahrer in % aller getöteten Fahrer
Zypern
0,9
22,5%
die gesetzliche Höchstgrenze für Alkohol am Steuer wurde 2006 auf 0,5 mg/ml gesenkt
Finnland
0,5
23,4%

Estland
0,2
23,5%

Schweden
0,2
25,0%
auf der Grundlage einer Autopsie der getöteten Fahrer
Portugal
0,5
27.8%
getötete alkoholisierte Fahrer in % aller getöteten Fahrer
Frankreich
0,5
28,8%
in % der tödlichen Unfälle, wenn bei dem Fahrer ein Alkoholtest durchgeführt wurde
Spanien
0,5
29,5%
getötete alkoholisierte Fahrer in % aller getöteten Fahrer

Tabelle 2 : Prozentsatz der Insassen von Pkw und Kleinlastern, die auf den Vordersitzen den Sicherheitsgurt angelegt hatten (tagsüber)

Länder
%
Frankreich
97%
Deutschland
96%
Malta *
96%
Schweden
92%
Niederlande
90%
Vereinigtes Königreich
90%
Norwegen
90%
Finnland
88%
Irland
86%
Portugal *
86%
Dänemark
85%
Österreich
83%
Schweiz
82%
Luxemburg
80%
Polen *
78%
Lettland *
77%
Spanien
74%
Estland
74%
Tschechische Republik
72%
Italien *
71%
Belgien
71%
Ungarn
67%

* nur Fahrer

Tabelle 3 : Prozentsatz der Insassen von Pkw und Kleinlastern, die auf den Rücksitzen den Sicherheitsgurt angelegt hatten (tagsüber)

Länder
%
Deutschland
89%
Norwegen
85%
Vereinigtes Königreich
84%
Finnland
78%
Schweden
73%
Frankreich
70%
Niederlande
64%
Dänemark
63%
Luxemburg
60%
Schweiz
53%
Österreich
52%
Spanien
51%
Irland
46%
Portugal
45%
Tschechische Republik
41%
Ungarn
34%
Estland
30%
Malta
28%


[1] Der Bericht ist auf der Website Europa unter „Straßenverkehrssicherheit“ verfügbar: http://ec.europa.eu/transport/roadsafety/road_safety_observatory/rspi_en.htm.


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