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Brüssel, den 27. april 2007
„Wenn wir so weitermachen, können wir das Ziel dank der gemeinsamen Bemühungen aller in der EU im Jahr 2010 erreichen, aber garantiert ist dies nicht – wir dürfen in unseren Anstrengungen nicht nachlassen“, betonte Jacques Barrot, Vizepräsident und für Verkehr zuständiges Mitglied der Europäischen Kommission. Er erinnert daran, dass Verkehrssicherheit eine Priorität seiner Amtsperiode darstellt und fordert alle Mitgliedstaaten dazu auf, den gerade erschienenen Bericht aufmerksam zu lesen und daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. „Ich dränge vor allem die Regierungen der Länder, in denen die Lage dem Bericht zufolge alarmierend ist, radikale Maßnahmen zu treffen“, fügte er hinzu.
Über die reinen Zahlen und Statistiken zu Unfallopfern im Straßenverkehr hinaus ist es von wesentlicher Bedeutung, die Leistung der einzelnen Länder mit Hilfe ausgewählter Indikatoren bewerten zu können. Diese Indikatoren spiegeln die Auswirkungen der durchgeführten Maßnahmen wider und ermöglichen es, besser auf konkrete Probleme einzugehen. Im Rahmen des ersten Europäischen Tages der Straßenverkehrssicherheit werden diese Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.
Anlässlich des Europäischen Tages der Straßenverkehrssicherheit veröffentlicht die Kommission zum ersten Mal die Ergebnisse des im sechsten Rahmenprogramm für Forschung finanzierten Projektes „SafetyNet“, mit dem die Grundlagen für die Europäische Beobachtungsstelle für die Straßenverkehrssicherheit geschaffen wurden und das wichtige Untersuchungen zu den Indikatoren für die Straßenverkehrssicherheit ermöglicht hat.
In dem Bericht[1] sind sieben Indikatoren für die Straßenverkehrssicherheit aufgeführt: Alkohol und Drogen, Geschwindigkeit, Sicherheitsgurte und -helme, bei Tag eingeschaltetes Abblendlicht, passive Sicherheit der Fahrzeuge, Straßeninfrastruktur, Erste Hilfe für Unfallopfer. Die ersten drei Indikatoren sind sowohl die wichtigsten als auch am besten dokumentiert.
Zwischen den einzelnen Ländern bestehen erhebliche Unterschiede. So ergibt sich, dass
zwischen 5 % und 30 % der Todesfälle auf Unfälle zurückzuführen waren, bei denen mindestens ein Fahrer mehr Alkohol als gesetzlich zulässig getrunken hatte,
bis zu 50 % der Fahrer die geltenden Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht einhalten,
zwischen 67 % und 97 % der Insassen von Pkw oder Kleinlastern auf den Vordersitzen den Sicherheitsgurt anlegen, aber nur 28 % bis 89 % auf den Rücksitzen. Zwischen 20 % und 96 % der Kinder unter zwölf Jahren sitzen in speziellen Kindersitzen.
Obwohl die Fahrzeuge von Jahr zu Jahr mehr Sicherheit bieten (passive Sicherheit), fällt auf, dass sich der Abstand zwischen den Ländern mit den besten Ergebnissen und den anderen nicht verringert.
Die nachstehenden Tabellen geben einen Überblick über die Ergebnisse einzelner Mitgliedstaaten sowie der Schweiz und Norwegen in Bezug auf Alkohol am Steuer, das Anlegen des Sicherheitsgurts und die Verwendung geeigneter Kindersitze. Die nationalen Parameter zur Geschwindigkeit sind zu uneinheitlich für eine vergleichende Tabelle.
Die Indikatoren sind Teil des „Scoreboard Straßenverkehrssicherheit“, das heute beim ersten Europäischen Tag der Straßenverkehrssicherheit vorgestellt wird.
Tabelle 1 : Prozentsatz der Verkehrstoten bei Unfällen, bei denen der Alkoholkonsum mindestens eines Fahrers über der gesetzlichen Höchstgrenze lag (falls nicht anders angegeben)
|
Länder
|
Gesetzliche Höchstgrenze (mg/ml)
|
%
|
Anmerkungen
|
|
Tschechische Republik
|
0,0
|
4,8%
|
|
|
Österreich
|
0,5
|
5,9%
|
|
|
Belgien
|
0,5
|
8,2%
|
der Test wurde nur bei 20 % der an tödlichen Verkehrsunfällen
beteiligten Fahrer durchgeführt
|
|
Niederlande
|
0,5
|
8,3%
|
|
|
Ungarn
|
0,0
|
8,7%
|
davon 8,4 % mit Beteiligung von Fahrern, bei denen über 0,5 mg/ml
Alkohol festgestellt wurden
|
|
Griechenland
|
0,5
|
9,4%
|
|
|
Polen
|
0,2
|
9,8%
|
|
|
Deutschland
|
0,3
|
12,1%
|
|
|
Slowakei
|
0,0
|
12,9%
|
|
|
Litauen
|
0,4
|
14,8%
|
|
|
Dänemark
|
0,5
|
16,0%
|
|
|
Vereinigtes Königreich
|
0,8
|
17,0%
|
|
|
Schweiz
|
0,5
|
19,3%
|
|
|
Lettland
|
0,5
|
21,7%
|
|
|
Norwegen
|
0,2
|
22,2%
|
getötete alkoholisierte Fahrer in % aller getöteten Fahrer
|
|
Zypern
|
0,9
|
22,5%
|
die gesetzliche Höchstgrenze für Alkohol am Steuer wurde 2006 auf
0,5 mg/ml gesenkt
|
|
Finnland
|
0,5
|
23,4%
|
|
|
Estland
|
0,2
|
23,5%
|
|
|
Schweden
|
0,2
|
25,0%
|
auf der Grundlage einer Autopsie der getöteten Fahrer
|
|
Portugal
|
0,5
|
27.8%
|
getötete alkoholisierte Fahrer in % aller getöteten Fahrer
|
|
Frankreich
|
0,5
|
28,8%
|
in % der tödlichen Unfälle, wenn bei dem Fahrer ein Alkoholtest
durchgeführt wurde
|
|
Spanien
|
0,5
|
29,5%
|
getötete alkoholisierte Fahrer in % aller getöteten Fahrer
|
Tabelle 2 : Prozentsatz der Insassen von Pkw und Kleinlastern, die auf den Vordersitzen den Sicherheitsgurt angelegt hatten (tagsüber)
|
Länder
|
%
|
|
Frankreich
|
97%
|
|
Deutschland
|
96%
|
|
Malta *
|
96%
|
|
Schweden
|
92%
|
|
Niederlande
|
90%
|
|
Vereinigtes Königreich
|
90%
|
|
Norwegen
|
90%
|
|
Finnland
|
88%
|
|
Irland
|
86%
|
|
Portugal *
|
86%
|
|
Dänemark
|
85%
|
|
Österreich
|
83%
|
|
Schweiz
|
82%
|
|
Luxemburg
|
80%
|
|
Polen *
|
78%
|
|
Lettland *
|
77%
|
|
Spanien
|
74%
|
|
Estland
|
74%
|
|
Tschechische Republik
|
72%
|
|
Italien *
|
71%
|
|
Belgien
|
71%
|
|
Ungarn
|
67%
|
* nur Fahrer
Tabelle 3 : Prozentsatz der Insassen von Pkw und Kleinlastern, die auf den Rücksitzen den Sicherheitsgurt angelegt hatten (tagsüber)
|
Länder
|
%
|
|
Deutschland
|
89%
|
|
Norwegen
|
85%
|
|
Vereinigtes Königreich
|
84%
|
|
Finnland
|
78%
|
|
Schweden
|
73%
|
|
Frankreich
|
70%
|
|
Niederlande
|
64%
|
|
Dänemark
|
63%
|
|
Luxemburg
|
60%
|
|
Schweiz
|
53%
|
|
Österreich
|
52%
|
|
Spanien
|
51%
|
|
Irland
|
46%
|
|
Portugal
|
45%
|
|
Tschechische Republik
|
41%
|
|
Ungarn
|
34%
|
|
Estland
|
30%
|
|
Malta
|
28%
|
[1] Der Bericht ist auf der Website Europa unter „Straßenverkehrssicherheit“ verfügbar: http://ec.europa.eu/transport/roadsafety/road_safety_observatory/rspi_en.htm.