IP/07/582
Brüssel, den 27. April 2007
Neue EU-Erhebung: Digitale Revolution in
Europa gewinnt an Tempo
Nach einer heute veröffentlichten EU-Erhebung
bei 27.000 repräsentativen Haushalten erwerben fast 20 % der Haushalte
Paketlösungen für die Telekommunikation. Derzeit verfügen fast
30 % der Haushalte über einen Breitband-Internetzugang und es werden
zunehmend mehr Mobiltelefone genutzt, während die Popularität von
Festnetzanschlüssen zurückgeht. 17 % der Europäer, die
über einen Internetanschluss verfügen, nutzen diesen ebenfalls
für die Internettelefonie.
„Die europäische digitale Industrie erfährt ein starkes
Wachstum und immer mehr Haushalte kombinieren Festnetz- und
Mobildienstleistungen sowie Internetdienste“, erklärt die
für Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin
Viviane Reding. „Die diesjährige Reform der
Telekommunikationsvorschriften der EU muss den Herausforderung dieser rasant
voranschreitenden Technologie gerecht werden und gleichzeitig den wirksamen
Wettbewerb fördern“.
Die Ergebnisse der EU-weiten Studie werden heute von der Kommission
veröffentlicht und konzentrieren sich auf die folgenden Hauptthemen:
- Fast 20 % der Europäer erwerben zwei oder mehr
Telekommunikationsdienste von demselben Dienstanbieter, wobei die Kombination
von Festnetztelefonanschluss und Internetzugang am häufigsten ist.
- Die Nutzer wechseln zunehmend von der Festnetztelefonie zum Mobilfunk. Der
Anteil der Haushalte mit mindestens einem Mobiltelefon bleibt relativ stabil bei
81 %, aber der Anteil der Haushalte, die ausschließlich mobil
telefonieren nimmt zu (um 4 % auf 22 %) und immer weniger Haushalte
nutzen einen Festnetzanschluss (Rückgang um 5 % auf 72 %).
- Die Beliebtheit des Breitbands hat in der EU stark zugenommen (um 6 %
auf 28 %) und die Schmalbandnutzung geht zurück (um 3 % auf
12 %). Die meisten Haushalte nutzen das Internet über eine
ADSL-Leitung (Zunahme um 4 % auf 53 %) und 34 % der
Breitbandanschlüsse sind drahtlos.
- 17 % der Europäer, die zu Hause über einen Internetzugang
verfügen, geben an, diesen auch für Telefonanrufe zu nutzen. In den
neuen Mitgliedstaaten liegt dieser Anteil doppelt so hoch.
- Die Zunahme der Internetzugänge in den Haushalten (um 4 % auf
42 %) lässt darauf schließen, dass finanzielle Hemmnisse immer
seltener sind, wobei 45 % angeben, dass sie an einem Internetzugang zu Hause
einfach nicht interessiert sind.
- Über
beträchtliche Probleme mit Spam, Viren und Spyware beklagen sich 28 %
der Europäer, eine Tatsache, die ein aktiveres Vorgehen der EU und der
Mitgliedstaaten gegen diese illegalen Praktiken (siehe IP/06/1629)
erforderlich macht. Die Mehrheit der Nutzer arbeitet mit
Antivirus-Software (81 %) und Antispam-Programmen (60 %).
- 40 % (+ 5 %) der Befragten ist die einheitliche
europäische Notrufnummer 112 bekannt und sie wissen, dass sie unter dieser
Nummer von einem beliebigen Ort in der EU aus die Notfalldienste rufen
können. Allerdings müssen die Mitgliedstaaten die praktische Umsetzung
dieser Nummer noch verbessern (siehe IP/07/392).
- 63 % der Europäer nutzen frei empfangbare Fernsehdienste und sind
keine Pay-TV-Abonnenten. In Ländern, in denen Fernsehen über eine
Funkantenne oder einen Satelliten empfangen wird, werden weniger
Pay-TV-Abonnements geschlossen als in Ländern, in denen das Kabelfernsehen
dominiert.
Die Ergebnisse dieser Erhebung werden in die
öffentliche Debatte über die Reform der
EU-Telekommunikationsvorschriften einfließen, die für den Sommer 2007
geplant ist (siehe IP/06/874).
Der komplette Wortlaut dieser EU-weiten Erhebung ist auf der folgenden
Internetseite abrufbar:
http://ec.europa.eu/information_society/policy/ecomm/info_centre/documentation/studies_ext_consult/index_en.htm#2007
Versorgungsdichte bei Telekommunikationsdiensten
|
Durchschnitt EU-27
|
Durchschnitt EU-25
|
Änderung EU-25 Winter 2007/2006 im Prozent
|
|
Telefonanschlüsse insgesamt (Festnetz und/oder Mobilfunk)
|
94 %
|
96 %
|
-1 %
|
|
Mobilfunkanschluss1
|
81 %
|
82 %
|
+2 %
|
|
Festnetzanschluss
|
72 %
|
73 %
|
-5 %
|
|
Festnetz- und Mobilfunkanschluss
|
58 %
|
60 %
|
-1 %
|
|
Mobiltelefon, aber kein Festnetzanschluss
|
22 %
|
22 %
|
+4 %
|
|
Festnetzanschluss, aber kein Mobilfunk
|
15 %
|
15 %
|
-3 %
|
|
|
|
|
|
Breitband-Internetzugang
|
28 %
|
29 %
|
+6 %
|
|
DSL-Zugang
|
22 %
|
23 %
|
+4 %
|
|
Kabel-/Modemzugang
|
6%
|
6%
|
+2%
|
|
|
|
|
|
Television (Fernsehen)
|
97 %
|
97 %
|
-
|
|
Funkantenne
|
45 %
|
47 %
|
-3 %
|
|
Kabel-TV
|
35 %
|
33 %
|
-
|
|
Satellitenempfang
|
21 %
|
22 %
|
-
|
1 Hinweis: Der Anteil der Mobilfunkanschlüsse je Haushalt in
der EU liegt unter der Versorgungsdichte pro Kopf, weil bei der Erfassung auf
der Ebene des Haushalts verschiedene Mobilfunkanschlüsse (Prepaid/Postpaid)
im selben Haushalt lediglich als ein einziger Anschluss erfasst werden.