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IP/07/576

Brüssel, den 26. April 2007

Europäische Kommission erstellt Atlas über das Ausmaß der Nährstoffbelastung in Europa

Nährstoffe sind unverzichtbar für Pflanzen und Tiere, im Übermaß können sie jedoch die Qualität von Boden und Wasser erheblich beeinträchtigen. Nährstoffe gelangen durch Düngemittel oder andere Agrochemikalien in die Umwelt, und ihre Verwendung unterliegt strengen Vorschriften. Ein neuer Atlas, der von Wissenschaftlern der Europäischen Kommission erstellt wurde, vermittelt zum ersten Mal ein klares Bild über den Druck auf die Ökosysteme durch Nährstoffe und ihre Quellen. Auf der Grundlage des Atlas wurden in Europa die Gebiete mit der höchsten Nährstoffbelastung ermittelt, sie umfassen weite Teile der Niederlande, Belgiens, Dänemarks, Frankreichs, Irlands und Italiens.

Der Atlas ist das Produkt der Initiative FATE (Fate of Pollutants in Terrestrial and Aquatic Ecosystems), die bei der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission durchgeführt wurde, um die Umweltauswirkungen von Nährstoffen wie z.B. Agrochemikalien zu ermitteln. Nährstoffe gelangen durch die Landwirtschaft, Kläranlagen, Industrieanlagen usw. in die Umwelt. Allerdings gab es bisher nur sehr wenige Untersuchungen und keine EU-weiten Erhebungen zum Anteil der einzelnen Sektoren an der Nährstoffbelastung und zur Schwere der jeweiligen Auswirkungen. Mit der Initiative FATE sollte speziell diese Lücke in der Umweltforschung unter besonderer Berücksichtigung der Landwirtschaft geschlossen werden. Die Ergebnisse des Projekts sollten die Anwendung der bestehenden Rechtsvorschriften erleichtern und gleichzeitig eine wissenschaftliche Grundlage für künftige Rechtsvorschriften liefern.

Die im Atlas verwendeten Informationen zeigen zum Beispiel ein sehr unterschiedliches Bild beim Nährstoffüberschuss in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft in den europäischen Ländern, wobei in den Niederlanden die Werte über 200 kg/ha hinausgehen und in Italien die Grenze von 40kg/ha nicht überschritten wird. Auch innerhalb der einzelnen Länder bestehen große Schwankungen: Frankreich weist z.B. insgesamt einen Stickstoffüberschuss von 50 kg/ha auf, aber allein in der Bretagne werden Werte über 120 kg/ha erreicht. Die Wissenschaftler konnten auch nachweisen, dass Verluste durch Nahrstoffüberschüsse oft auf Praktiken wie Überdüngung zurückzuführen sind, so dass Abhilfemaßnahmen offenbar sowohl relativ direkt als auch kostengünstig sein können. Mitunter waren die Anwendungen von Stickstoffdünger doppelt so hoch wie eigentlich erforderlich. Das FATE-Team konnte auch eine enge Verbindung zwischen einer erhöhten Nährstoffbelastung der Umwelt und Intensivpraktiken in der Tierzucht aufzeigen.

Das Team bewertete außerdem die Auswirkungen mehrerer Klimaszenarien, die ergaben, dass Landwirte in Gebieten mit bereits intensiver Nutzung gezwungen sein werden, die Menge der Düngemittel zu erhöhen, um optimale Erträge aufrecht zu erhalten, und dass auch der Wasserbedarf steigen und sich somit der Druck auf die Wasserressourcen Europas weiter erhöhen wird.

Weitere Informationen: http://ies.jrc.ec.europa.eu/


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