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Europas Experten für Digitale Bibliotheken untersuchen Urheberrechtsfragen

European Commission - IP/07/508   18/04/2007

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IP/07/508

Brüssel, den 18. April 2007

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Europas Experten für Digitale Bibliotheken untersuchen Urheberrechtsfragen

Die hochrangige Expertengruppe zu Digitalen Bibliotheken, der unter anderem Vertreter der Deutschen Nationalbibliothek, der British Library, des Europäischen Verlegerverbands und von Google angehören, wird der Europäischen Kommission heute Nachmittag einen Bericht zu Urheberrechtsfragen vorlegen. Außerdem wird die Gruppe heute erörtern, wie ein offenerer Zugang zur wissenschaftlichen Forschung gewährleistet und die öffentlich-private Zusammenarbeit verbessert werden kann. Die Arbeiten der hochrangigen Gruppe sind Teil der Anstrengungen der Europäischen Kommission, Europas reiches kulturelles und wissenschaftliches Erbe online verfügbar zu machen. Zu diesem Zweck berät die Gruppe die Kommission in Fragen der Digitalisierung, Online-Zugänglichkeit und digitalen Bewahrung von Kulturgut.

„Der Schutz geistigen Eigentums ist wichtig, um Anreize für Kreativität und Innovation in der wissensbasierten Wirtschaft zu schaffen. Die Lösung offener Urheberrechtsfragen im Online-Umfeld ist deshalb von grundlegender Bedeutung, wenn wir die Vision einer Europäischen Digitalbibliothek verwirklichen wollen“, sagte Viviane Reding, für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin, die die hochrangige Expertengruppe zu digitalen Bibliotheken vor einem Jahr eingesetzt hat. „Ich werde die Empfehlungen der hochrangigen Gruppe daher mit großem Interesse daraufhin prüfen, wie die Europäische Kommission, die Mitgliedstaaten und die beteiligten Kreise ihnen am besten nachkommen können. Nach den bisherigen Erörterungen scheint mir ein Ansatz, der auf breit angelegten Vereinbarungen zwischen Bibliotheken und Rechtsinhabern beruht, Erfolg zu versprechen, sofern damit vorrangig den Nutzerinteressen Rechnung getragen wird.“

Der Bericht über Urheberrechte, der von den Experten für digitale Bibliotheken heute vorgelegt wird, dürfte freiwillige Vereinbarungen zwischen Bibliotheken und Rechtsinhabern als Mittel zur Erleichterung der digitalen Bewahrung und der Bearbeitung verwaister und vergriffener Werke empfehlen. Im Fall verwaister Werke beispielsweise, deren Rechtsinhaber nicht bekannt oder nicht aufzufinden sind, könnten die Bibliotheken, Museen und Archive die Informationstechnologie für die Erfüllung ihres Auftrags zur Bewahrung und Verbreitung von Kulturgut auf der Grundlage von Vereinbarungen besser nutzen. In ihrer Antwort auf die Online-Konsultation der Kommission 2006 hat die British Library beklagt, wie zeitaufwändig das Einholen von Genehmigungen ist, das häufig auch gänzlich unterbleibt, weil die Rechtsinhaber entweder nicht ermittelt werden können oder für ein effektives Vorgehen zu zahlreich sind.

Die Expertengruppe wird auch eine Diskussion darüber anstoßen, wie die öffentlich-private Zusammenarbeit und ein privates Sponsoring der Digitalisierung des europäischen Kulturerbes am besten gefördert und genutzt werden können.
Zum Thema wissenschaftliche Information hat sich die Gruppe in den vergangenen Monaten darum bemüht, die Standpunkte herkömmlicher Wissenschaftsverlage und der Wissenschaftskreise, die für einen offenen Zugang plädieren, einander anzunähern. Als bedeutender Geber von Finanzmitteln für wissenschaftliche Forschung in Europa beabsichtigt die Europäische Kommission, mit direkten Maßnahmen die Veröffentlichung wissenschaftlicher Beiträge aus von der EU geförderten Forschungsarbeiten nach Ablauf einer noch festzulegenden Karenzzeit in einem offenen Archiv zu erproben.

Hintergrund
Die Europäische Digitale Bibliothek ist eines der "Flagschiffe" der von Kommissarin Reding gestarteten Initiative „i2010 – eine Europäische Informationsgesellschaft für Wachstum und Beschäftigung“, die von der Kommission am 1. Juni 2005 verabschiedet wurde (siehe IP/05/643). Am 25. August 2006 nahm die Kommission eine Empfehlung zur Digitalisierung und digitalen Bewahrung an (siehe IP/06/1124 und MEMO/06/311). Darin appelliert sie an die EU-Mitgliedstaaten, Einrichtungen zur großvolumigen Digitalisierung aufzubauen, um das europäische Kulturerbe auf dem Wege der Europäischen Digitalen Bibliothek beschleunigt online verfügbar zu machen. Im Februar 2007 nahm die Kommission eine Mitteilung zum Thema „Wissenschaftliche Informationen im Digitalzeitalter: Zugang, Verbreitung und Bewahrung“ an, um neue Wege zur Förderung eines besseren Online-Zugangs zu wissenschaftlichen Informationen und der digitalen Erhaltung von Forschungsergebnissen für künftige Generationen zu prüfen und zu unterstützen (siehe IP/07/190 und MEMO/07/57).

Weitere Informationen:

Der „Bericht über digitale Bewahrung, verwaiste und vergriffene Werke – Ausgewählte Fragen der Implementierung“ der hochrangigen Expertengruppe zu Digitalen Bibliotheken wird heute ab 16.30 Uhr auf der Internetseite der Kommission zu digitalen Bibliotheken unter folgender Adresse veröffentlicht:

http://ec.europa.eu/information_society/newsroom/cf/itemlongdetail.cfm?item_id=3366

Eine Liste der Mitglieder der hochrangigen Gruppe der Kommission zu digitalen Bibliotheken, die an der heutigen Expertensitzung teilnehmen, ist beigefügt.

Members of the High Level Group on Digital Libraries attending the meeting with Commissioner Viviane Reding on 18 April 2007


Nikesh Arora, Vice President of European Operations, Google

Arne Bach, CEO of Seeman-Henschel, Federation of European Publishers

Lynne Brindley, Chief Executive of the British Library

Claudia Dillmann, Director of the Deutsches Filminstitut

Stella Dutton, Executive Director of the British Journal of Medicine Publishing Group

Adolf Knoll, Deputy Director General of the National Library of Czech Republic

Tarja Koskinen-Olsson, Honorary President of the International Federation of Reproduction Rights' Organisations

Norbert Kroo, Vice President of the Hungarian Academy of Sciences, European Research Council

Elisabeth Niggemann, Director General of the Deutsche Nationalbibliothek

Marco Ricolfi, full Professor of Intellectual Property Rights, University of Turin

Jerry Cowhig, Chair of Association of Scientific, Technical and Medical Publishers (STM)

Michael Mabe, CEO of STM

Peter Tindemans, Chair of the Task Force on Permanent Access to the Records of Science

Sijbolt Noorda, Council of the European University Association

Laurent Romary, Head of the Max Planck Digital Library


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