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IP/07/484

Brüssel, den 11. April 2007

EU setzt in der Biotechnologie auf Innovation

Die Europäische Kommission will den Schwerpunkt ihrer Politik auf dem Gebiet der Biotechnologie auf Innovation, Forschung, Markterschließung und die öffentliche Debatte ethischer Frage legen. In einer heute von Kommissionspräsident Barroso und den Kommissaren Verheugen and Potočnik vorgelegten Halbzeitbilanz der Strategie für Biowissenschaften und Biotechnologie 2002 – 2010 wird eine Neuorientierung der Politik mit dem Ziel vorgeschlagen, die Entwicklung einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen wissensbasierten europäischen Biowirtschaft zu fördern. Wettbewerbsfähigkeit lässt sich erreichen durch die Förderung von Forschung und Markterschließung, durch Innovationsprogramme, öffentliche Debatten, nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft und besseren Rechtsvollzug. Biowissenschaften und Biotechnologie können helfen, neue und erneuerbare biologische Energiequellen erschließen, den Energie- und Wasserverbrauch und die Treibhausgasemissionen zu senken und unsere Abhängigkeit vom Erdöl zu vermindern. Sie spielen auch eine immer wichtigere Rolle bei der Entwicklung neuer Arzneimittel, Therapien, Diagnosemethoden und Impfstoffe. Biotechnologie gibt es seit mehr als 5000 Jahren. Sie kam zuerst bei der Herstellung von Nahrungsmitteln wie Brot, Käse, Wein und Bier zum Einsatz. Zu ihren modernen Anwendungen gehören u. a. die Herstellung von Enzymen, die Bestandteil alltäglicher Produkte wie Waschpulver sind, und die Herstellung von Biokunststoffen, die sehr viel schneller abgebaut werden als herkömmliche Kunststoffe und damit zur Abfallverminderung beitragen. Biotechnologie wird auch zur Entwicklung neuer lebensrettender Arzneimittel und Medizinprodukte genutzt. Sie findet laufend neue Anwendungen, und Europa sollte an der Spitze ihrer Entwicklung stehen.

Kommissionsvizepräsident Günter Verheugen, zuständig für Unternehmens- und Industriepolitik: "Die Biotechnologie ist ein Motor für Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit in der EU. Ihr Einsatz ist aber umstritten, und ihre verstärkte Nutzung muss von einer breiten gesellschaftlichen Debatte über ihren Nutzen, ihre Risiken und ihre ethischen Aspekte begleitet werden."

Kommissar Janez Potočnik, zuständig für Forschung und Entwicklung: "Biowissenschaften und Biotechnologie sind von großer Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie und helfen uns meiner Ansicht nach auch, mit Problemen fertig zu werden wie unserer wachsenden Abhängigkeit vom Erdöl, der globalen Erwärmung und der Sicherung der Nahrungsmittelversorgung und der öffentlichen Gesundheit. Das 7. Forschungs-Rahmenprogramm der Gemeinschaft ist darauf ausgerichtet, diese Probleme anzugehen und soll die Entwicklung einer europäischen wissensbasierten Biowirtschaft fördern, die auch wesentlich zur Verwirklichung des Ziels beitragen soll, den Anteil der Biokraftstoffe an der Produktion von Fahrzeugkraftstoffen bis 2020 auf mindestens 10 % zu steigern."

Die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission hat soeben die Studie "Bio4EU" veröffentlicht, aus der ersichtlich wird, welch erheblichen Einfluss die Biotechnologie auf die europäische Industrie ausübt.

Die Biotechnologieindustrie der EU ist ein bedeutender Wirtschaftszweig mit ca. 96 500 Beschäftigten, der stärkere öffentliche Förderung verdient. Obwohl viele neue Unternehmen der Branche erfolgreich gestartet sind, wachsen sie recht langsam und sind zur Finanzierung ihrer Forschung und Entwicklung auf Fremdmittel angewiesen. Risikokapital in ausreichender Höhe ist oft schwer aufzutreiben, und das europäische Patentsystem macht es vor allem für mittelständische Unternehmen teuer, Patente anzumelden und zu verteidigen. Zudem wird weltweit immer stärker in Biowissenschaften und Biotechnologie investiert, und in Schwellenländern wie China, Brasilien und Indien wächst neue Konkurrenz heran.

Zur Neuorientierung des Aktionsplans schlägt die Kommission vor, das Hauptgewicht der Maßnahmen auf fünf miteinander verknüpfte vorrangige Bereiche zu legen:

  • Förderung von Forschung und Markterschließung für biotechnische Produkte, verstärkter Einsatz neuer Technologien und Schaffung neuen Wissens als Teil des 7. Forschungs-Rahmenprogramms; Gründung öffentlich-privater Partnerschaften zur Finanzierung von Forschungsvorhaben; Schaffung von Pilotmärkten für ökologische biotechnische Produkte.
  • Förderung der Wettbewerbsfähigkeit durch Erleichterung des Wissenstransfers und der Umsetzung von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte, u. a. Entwicklung von Modellverfahren zur Vergabe von Lizenzen für die Nutzung genetischer Ressourcen; Verbesserung der Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen und Industrie; Erleichterung des Erwerbs von Patenten durch kleine und mittlere Unternehmen (KMU); Schaffung von Anreizen für junge innovative Unternehmen.
  • Anregung einer fundierten gesellschaftlichen Debatte über Nutzen und Risiken von Biowissenschaften und Biotechnologie.
  • Förderung eines nachhaltigen Einsatzes der modernen Biotechnologie in der Landwirtschaft und Nutzung des Potenzials der Pflanzenwissenschaften für die Energieerzeugung und den Umweltschutz, insbesondere für den Ersatz chemischer Prozesse und fossiler Brennstoffe.
  • Besserer Rechtsvollzug und Vereinfachung des Rechts zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Unnötige Belastungen von Industrie und Forschung durch Regelungen sollen ermittelt und beseitigt werden. Regelungen sollen Innovation fördern, nicht behindern. Die Koordinierung der Politik in den verschiedenen Bereichen soll verbessert werden, vor allem dort, wo es um Querschnittsfragen geht und neue Probleme entstehen.

finden Sie an folgenden Stellen:

MEMO/07/130

Website der Generaldirektion Unternehmen und Industrie:

http://ec.europa.eu/enterprise/phabiocom/index_en.htm

Website der Gemeinsamen Forschungsstelle– Studie "BIO4EU":

http://bio4eu.jrc.es/

www.jrc.ec.europa.eu

Website der Generaldirektion Forschung

Website des Generalsekretariats

www.ec.europa.eu/biotechnology


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