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IP/07/453

Brüssel, den 30. März 2007

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Jahresbericht der Kommission über die digitale Wirtschaft: 50 % des EU-Wachstums dank IKT

Die öffentlichen und privaten Investitionen in die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) tragen Früchte, so die Schlussfolgerung des jährlichen Fortschrittsberichts der Kommission über i2010 – die digitalgestützte Strategie für Wachstum und Beschäftigung. Die Technologie treibt Innovation und Produktivität voran, und es gibt nun, da Europa sich zu einer wissensgestützten Wirtschaft entwickelt, Anzeichen für grundlegende Veränderungen auf den Märkten und beim Verbraucherverhalten.

„Unsere integrierte europäische Politik für Wachstum und Beschäftigung beginnt, sich auszuzahlen“, so Viviane Reding, Kommissionsmitglied der EU für Informationsgesellschaft und Medien. „Dies ist für uns jedoch kein Anlass zur Selbstzufriedenheit. Die europäischen IKT-Unternehmen sind aufgrund der regulatorischen Fragmentierung des EU-Binnenmarkts, die das Entstehen europaweiter Dienste blockiert und Anbieter von elektronischen Kommunikationsdiensten und Software-Unternehmen im weltweiten Wettbewerb schwächt, noch nicht immer in der Lage, Größenvorteile zu nutzen. Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen sich stärker darum bemühen, bestehende Hürden zu beseitigen, damit vor allem Online-Dienste besser vom EU-Binnenmarkt profitieren können.“

Im Jahresbericht über i2010 – die Strategie der EU zur Förderung der digitalen Wirtschaft durch Kombination von forschungs- und ordnungspolitischen Instrumenten und öffentlich-privaten Partnerschaften (siehe IP/05/643) – wird bewertet, wie sich die Bemühungen der EU-Mitgliedstaaten um den Einsatz von IKT in wirtschaftlicher Hinsicht auswirken und wie wirksam die Politik der Kommission für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum bei diesen Technologien ist.

Laut dem zweiten Jahresbericht über i2010 wächst der IKT-Sektor in Europa weiterhin schneller als die Gesamtwirtschaft. Zwischen 2000 und 2004 trugen die IKT in der EU beinahe 50 % zum Produktivitätswachstum bei — wobei Software- und IT-Dienste derzeit am dynamischsten wachsen (5,9 % im Zeitraum 2006-2007).

Der Bericht zeigt auch, dass die Unternehmen in neue und besser ausgereifte IKT-Lösungen investieren und dass die Europäer die neuen Online-Dienste schnell annehmen. So hat die Anzahl der neuen Breitbandverbindungen mit 20,1 Millionen neuer Anschlüsse bis Oktober 2006 einen Rekord erreicht (siehe IP/06/1122). Eine besonders starke Verbreitung von Breitbandzugängen ist in den Niederlanden (30 %) und den nordischen Ländern (25-29 %) zu verzeichnen. Der Markt für Online-Inhalte soll in den nächsten fünf Jahren schnell wachsen; das explosive Wachstum bei den Online-Musikverkäufen und von Nutzern geschaffenen Inhalten zeigt, welche Möglichkeiten hier bestehen (siehe IP/07/95).

Die Europäische Forschung profitierte stark vom 7. EU-schungsrahmenprogramm, dessen größter Einzelposten über 9 Mio. EUR  für die IKT-Forschung vorsieht (siehe IP/06/1590). Allerdings sind trotz der parallel verstärkten Investitionen auf nationaler Ebene, dank der die Forschungsausgaben bis 2010 auf 2,6 % des BIP ansteigen sollen, weitere Bemühungen erforderlich, wenn die EU ihr Ziel von 3 % des BIP erreichen soll.

Der Aktionsplan der Kommission für das E-Government (siehe IP/06/523) hat den Mitgliedstaaten geholfen, das Angebot an elektronischen Behördendiensten zu verbessern. Diese werden weiter verfeinert und zunehmend von den europäischen Bürgern genutzt. Auch IKT-Anwendungen im Gesundheitswesen und in der Ausbildung konnten in ganz Europa ein starkes Wachstum verzeichnen (siehe IP/06/1285). Allerdings müssen die Verwaltungen bei der Schaffung solcher Dienste auch garantieren, dass alle Bürger auf sie zugreifen und generell Vorteile aus der Informationsgesellschaft ziehen können. Diese Ansicht vertraten auch 34 Minister in Riga im Juni 2006 (siehe IP/06/769).

Auf nationaler Ebene ist dem Bericht zufolge Italien im 3G-Mobilfunk und beim Ausbau der Glasfasernetze führend, während im Vereinigten Königreich das digitale Fernsehen den stärksten Einzug in die Haushalte gehalten hat. Sechs Länder – Dänemark, die Niederlande, Finnland, Schweden, das VK und Belgien – haben eine höhere Anzahl neuer Breitbandverbindungen als die USA und Japan. Dies zieht weitere positive Auswirkungen nach sich. So ist die IKT-Nutzung in dänischen Schulen am höchsten in Europa und sind dänische Unternehmen im EU-Vergleich am stärksten im Internet und im elektronischen Geschäftsverkehr aktiv; die britischen und schwedischen Arbeitnehmer haben die besten IKT-Erfahrungen; die Niederländer sind die größten Konsumenten von Online-Spielen und -Musik; Finnland kann die höchste Nutzungsquote öffentlicher Internetzugänge in Europa aufweisen und investiert am stärksten in die IKT-Forschung (64,3 % der FuE-Ausgaben der Unternehmen). Schweden und Finnland investieren 3,9 % bzw. 3,5 % ihres BIP in die Forschung und liegen damit über dem EU-Ziel von 3 %.

Der i2010-Bericht dieses Jahres beschreibt auch die zentralen politischen Herausforderungen der Zukunft, die bei einer Überprüfung der i2010-Strategie Ende des Jahres 2007 besprochen werden. Hierzu gehören die Bewertung der politischen Auswirkungen neuer Netz- und Internettrends, die Betonung der Nutzerperspektive in der IKT-Innovation und die Stärkung des Wachstums durch Beseitigung künstlicher „nationaler“ Grenzen für Online-Dienste. Die Überprüfung beginnt im Herbst mit einem Gespräch am runden Tisch über Netze der nächsten Generation und das Internet.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/information_society/eeurope/i2010/

Pressemappe:

http://ec.europa.eu/information_society/newsroom/cf/itemlongdetail.cfm?item_id=3303

Hintergrundinformationen:

Die am 1. Juni 2005 verabschiedete i2010-Strategie der Kommission fordert mehr „politische Kohärenz“ auf dem IKT-Sektor, um ordnungspolitische Instrumente und Maßnahmen zur Förderung der EU-weiten Forschung zu kombinieren und dadurch mehr Wachstum und Arbeitsplätze in Europa zu schaffen (siehe IP/05/643). Auf der Frühjahrstagung 2006 des Europäischen Rates wurden die Mitgliedstaaten und die Kommission aufgefordert, die i2010-Strategie energisch umzusetzen. Ein Jahr später wurden im ersten Jahresbericht die Mitgliedstaaten aufgefordert, mehr Ehrgeiz zu zeigen (siehe IP/06/654). Der heutige Bericht ergänzt den gestrigen 12. Durchführungsbericht mit seinem Schwerpunkt auf dem ordnungspolitischen Rahmen und den Marktbedingungen des Sektors für die elektronische Kommunikation (siehe IP/07/435) um die größere makroökonomische Perspektive.


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