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Brüssel, den 22. März 2007

EU-Verbraucher sind bereit, für besseren Tierschutz zu zahlen

Laut einer heute veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage zur Einstellung gegenüber dem Tierschutz sind die Verbraucher in der EU bereit, besondere Anstrengungen zu unternehmen, um tierschutzfreundliche Produkte zu kaufen, auch wenn dies bedeutet, dass sie ihre Kaufgewohnheiten ändern oder mehr bezahlen müssen. Aus dem Bericht geht jedoch auch hervor, dass die Bürger sich nicht ausreichend informiert fühlen, um zwischen verschiedenen Produkten nach Tierschutzkriterien auswählen zu können. In der ersten EU-Umfrage über Tierschutz, die alle 27 Mitgliedstaaten sowie die Türkei und Kroatien umfasste, äußerten 62 % der Befragten, dass sie ihre Kaufgewohnheiten ändern würden, um tierschutzfreundlichere Produkte zu erwerben. Die Umfrage ergab auch, dass die Bürger nicht glauben, zurzeit diese Möglichkeit zu haben, weil sie sich nicht ausreichend über den Tierschutz in der Lebensmittelproduktion informiert fühlen. Eine große Mehrheit der Befragten sprach sich dafür aus, durch Etiketten oder Logos die Tierschutzstandards zu kennzeichnen, die bei der Produktion der Lebensmittel, die sie kaufen, eingehalten werden. Die Umfrage zeigt eine breite Unterstützung für finanzielle Anreize für Landwirte in der EU, die auf Tierschutz und artgerechte Tierhaltung achten.

Markos Kyprianou, der Kommissar für Gesundheit, erklärte: „Die Aussage der EU-Bürger ist eindeutig – sie betrachten den Tierschutz als vordringlich und sind bereit, zu seiner Förderung beizutragen. Die Ergebnisse dieser Umfrage bestätigen die Kommission zudem in ihren Bemühungen im Bereich des Tierschutzes und belegen, dass unsere Bemühungen dem Wunsch der Öffentlichkeit nach Maßnahmen in diesem Bereich entsprechen. Die Kommission misst der Verbesserung des Tierschutzes sowohl in der EU als auch international große Bedeutung bei, und wir freuen uns dass die Bürger unsere Bemühungen unterstützen.“

Eine Priorität für die Bürger

Die Eurobarometer-Umfrage zeigt, dass der Tierschutz einen hohen Stellenwert für die Bürger in der EU hat; auf einer Skala von 10 Punkten messen sie ihm eine Bedeutung von 8 bei. Die meisten finden, dass der Tierschutz in den letzten zehn Jahren in ihren Ländern besser geworden ist; gleichwohl meinen 77 %, es müsse noch mehr getan werden. Insbesondere Griechen (96 %), Zyprer (91 %) und Portugiesen (90 %) möchten, dass der Tierschutz in ihren Ländern mehr Beachtung findet. Der Eurobarometer-Umfrage zufolge sind die Bürger auch für weitere Anreize zur Förderung des Tierschutzes in der EU. Mehr als 70 % der Befragten unterstützten den Gedanken, Erzeuger, die hohe Tierschutzstandards einhalten, finanziell zu belohnen. Auch war man einhellig der Meinung (89 %), dass Einfuhren unter den gleichen Tierschutzbedingungen produziert werden müssten wie die EU-Erzeugnisse.

Nutzen des Tierschutzes aus Sicht der Verbraucher

Neben den ethischen Überlegungen, auf denen die Unterstützung für den Tierschutz herkömmlicherweise beruht, wird die artgerechte Tierhaltung in der Lebensmittelproduktion mittlerweile stark mit der Gesundheitsverträglichkeit und der Qualität der Produkte in Verbindung gebracht. Mehr als die Hälfte der Befragten halten Lebensmittel, die nach hohen Tierschutzstandards produziert werden, für gesünder als andere Lebensmittel; 48 % glauben, sie seien auch von höherer Qualität.

Mehr Informationen erforderlich

Weil die Bürger Tierschutz mit der Qualität und gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Lebensmitteln assoziieren, neigen sie eher dazu, tierschutzfreundliche Produkte zu kaufen. In der letztjährigen Eurobarometer-Umfrage[1] erklärten die Verbraucher, sie wären bereit, für Lebensmittel, die nach Tierschutzstandards produziert werden, mehr zu bezahlen. Nach der heute veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage würden sie sogar so weit gehen, ihre Kaufgewohnheiten zu ändern. Allerdings gab mehr als die Hälfte der Befragten an, sie wüssten nicht genug über die landwirtschaftlichen Erzeugungsbedingungen in ihren Ländern, noch fühlten sie sich ausreichend informiert, um zwischen tierschutzfreundlichen und anderen Produkten unterscheiden zu können. Auf die Frage, wie tierschutzfreundliche Produkte im Einzelhandel gekennzeichnet werden sollten, sprachen sich 39 % für schriftliche Angaben auf den Etiketten aus, 35 % für Logos und 26 % für die Verwendung eines Klassifizierungssystem durch Sterne auf der Verpackung. Der Aktionsplan der Gemeinschaft für den Schutz und das Wohlbefinden von Tieren 2006-2010 (siehe MEMO/06/21) sieht die Einführung standardisierter Indikatoren für Tierschutz und möglicherweise ein EU-Tierschutzetikett vor. Der deutsche Ratsvorsitz richtet am 28. März 2007 eine Konferenz über die Optionen der Tierschutzkennzeichnung aus.
Die Eurobarometer-Umfrage ist von folgender Website abrufbar:

http://ec.europa.eu/food/animal/welfare/survey/index_de.htm

Weitere Informationen zum Tierschutz und zur artgerechten Tierhaltung finden Sie hier: http://ec.europa.eu/food/animal/welfare/index_de.htm

Informationen zur Konferenz über Kennzeichnung sind von folgender Website abrufbar:

http://www.bmelv.de/cln_045/nn_753004/DE/07-SchutzderTiere/Tierschutz/Tierschutzkennzeichnung/__Tierschutzkennzeichnung__node.html__nnn=true


[1] http://ec.europa.eu/food/animal/welfare/euro_barometer25_en.pdf


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