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IP/07/340

Brüssel/Hannover, den 16. März 2007

Mobiles Fernsehen: Kommission fordert Industrie und Mitgliedstaaten zur Aufstellung einer proaktiven europäischen Strategie auf

"Verfügbarkeit von Diensten immer und überall, attraktive kommerzielle Angebote, Interoperabilität von Geräten, Verfügbarkeit von Frequenzen, "schlanke" Vorschriften über Lizenzen, das alles sind die Grundvoraussetzungen für eine steigende Nachfrage beim mobilen Fernsehen in Europa", so die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding heute auf der IT-Messe CeBit in Hannover. Das mobile Fernsehen ist eine faszinierende neue Plattform für den Vertrieb audiovisueller Inhalte mit dem Potenzial, Inhaltsanbietern und Diensteanbietern neue Geschäftsmöglichkeiten und den Bürgern neue Mehrwertdienste zu eröffnen sowie Arbeitsplätze in Europa zu schaffen. Während zur Zeit jedes Land seinen eigenen Mobil-TV-Markt entwickelt, unterstreicht die Kommission, die gerade eine entsprechende Mitteilung vorbereitet, die Notwendigkeit einer proaktiven und koordinierten EU-Strategie. Die Zukunft des mobilen Fernsehens stand auch auf der Tagesordnung eines informellen Treffens der EU-Minister für Telekommunikation, das am Donnerstag in Hannover stattgefunden hat.

"Mit einem geschätzten Marktvolumen von 11,4 Mrd. Euro weltweit bis 2009 ist das mobile Fernsehen eine Gelegenheit für Europa, seine Stärken im Bereich der Mobilkommunikation mit dem Reichtum und der Vielfalt seines audiovisuellen Sektors zu kombinieren", erklärte die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. "Ich bin jedoch enttäuscht über die geringen bisher erzielten Fortschritte. Um die Vorteile dieses Marktes voll auszuschöpfen und ein europäisches Modell für das mobile Fernsehen zu exportieren, wie wir es bei den Handys mit der GSM-Norm getan haben, müssen der Sektor und die Mitgliedstaaten enger zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Konzept zu entwickeln, Technologien zu vergleichen, mögliche rechtliche Hemmnisse zu untersuchen, Frequenzen in ganz Europa bereitzustellen und gemeinsam den besten Weg zu finden, um möglichst auf der Grundlage eines einzigen Standards auf eine schnelle und breite Akzeptanz des mobilen Fernsehens bei den Europäern hinzuwirken. Es ist jetzt an der Zeit, das neue Modell für das mobile Fernsehen zu entwerfen, das für seinen wirtschaftlichen Erfolg in Europa nötig ist", fügte sie hinzu.

Die Kommission engagiert sich stark für den Erfolg des mobilen Fernsehens und regte die Bildung des European Mobile Broadcasting Council (EMBC) im Juli 2006 an. Dieses erste "Konvergenzforum" umfasst Hersteller von Telekommunikationshardware, Akteure aus der Software- und Rundfunkbranche und Inhaltsanbieter. Seine Arbeiten sowie die Diskussionen mit den Mitgliedstaaten gehen in die Vorbereitung einer Mitteilung der Kommission über das mobile Fernsehen ein, die für Mitte 2007 erwartet wird. Die Gespräche im Rahmen des EMBC haben allerdings bisher noch keine konkreten Fortschritte erbracht. Obwohl alle Teilnehmer am EMBC einräumen, dass ein einziger Standard für den mobilen Rundfunk in ganz Europa beträchtliche Größenvorteile erbringen würde, so betonen sie doch gleichzeitig, dass es kaum oder keine Aussicht auf eine Einigung der Industrie auf einen einzigen Standard gäbe. "Ich hätte mehr an Lösungsvorschlägen erwartet", sagte dazu EU-Kommissarin Reding heute in Hannover.

Die Interoperabilität zwischen Mobil-TV-Plattformen und Mobil-TV-fähigen Geräten ist die Grundvoraussetzung für eine breite Akzeptanz bei den europäischen Verbrauchern. Die Kommission hat bereits rund 40 Mio. Euro in die Forschung im Bereich des mobilen Fernsehens investiert und die Entwicklung der offenen Digitalfernsehnormen (DVB) unterstützt, die auch den mobilen Rundfunk einschließen. Es ist weitgehend unbestritten, dass das Geschäftsmodell für mobiles Fernsehen Technologien aus der Telekommunikation wie 3G und aus dem Rundfunk wie DVB-H kombinieren wird. Nur Rundfunktechnologien haben die erforderliche Kapazität, um einen Mobil-TV-Konsum im großen Maßstab zu erlauben. "Die europäische Industrie hat in der Vergangenheit bereits erfolgreiche Standards entwickelt, und ich bin davon überzeugt, dass Mobil-TV-Dienste auf der Grundlage von DVB-H die Größenvorteile erbringen können, die für eine Akzeptanz in ganz Europa und der Welt nötig sind", führte EU-Kommissarin Reding aus.

Auch die Verfügbarkeit von Frequenzen ist für die Entwicklung und breite Akzeptanz des mobilen Fernsehens erforderlich. Zwar hat die Kommission bereits darauf hingewiesen, dass das L-Band kurzfristig eine für die meisten EU-Länder geeignete Lösung sein könnte, doch werden auch die Möglichkeiten anderer Frequenzbänder wie des S-Bandes oder des UHF-Bandes erforscht. Durch die Umstellung vom traditionellen analogen zum digitalen Rundfunk werden im UHF-Band erstklassige Frequenzen frei. Die Kommission arbeitet mit den Mitgliedstaaten in der Gruppe für Frequenzpolitik (RSPG) an der Aufstellung eines EU-weiten Konzepts für die Nutzung der "digitalen Dividende" (d. h. der frei werdenden Frequenzen) und die Wiederverwendung von Frequenzen für innovative Dienste wie das mobile Fernsehen. Dieses wird Gegenstand einer Mitteilung der Kommission sein, die später in diesem Jahr vorgelegt werden soll.

Ein blühender Mobil-TV-Markt kann sich nur entwickeln, wenn zunächst rechtliche Hindernisse erkannt und beseitigt werden. Wenn die Auswirkungen der unterschiedlichen Regulierungsansätze und -maßnahmen bestimmt wurden und ein Austausch von Beispielen bewährter Verfahren stattgefunden hat, können Kommission und nationale Behörden einen Regulierungsrahmen schaffen, der Investitionen und Innovation fördert, und können die Anbieter mobiler TV-Dienste attraktive Preise auf der Grundlage zukunftsfähiger Geschäftsmodelle anbieten.

Die in Europa in jüngster Zeit durchgeführten Versuche lassen ein starkes Verbraucherinteresse am mobilen Fernsehen erkennen. Dazu gehören der in Deutschland während der Fußballweltmeisterschaft 2006 durchgeführte Versuch und die Aufnahme der ersten kommerziellen Dienste in Mitgliedstaaten wie Italien und Finnland. Andere konkurrierende Wirtschaftsräume haben das Potenzial bereits erkannt: so arbeitet China aktiv an den Vorbereitungen für einen Mobil-TV-Versuch für die Olympischen Spiele 2008 in Peking.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/information_society/events/cebit_07/mobile_tv/index_en.htm

Die Rede von EU-Kommissarin Reding "Mobiles Fernsehen: Zeit zu handeln" ist unter folgender Adresse abrufbar:

http://ec.europa.eu/commission_barroso/reding/index_en.htm

Pressemappe:

http://ec.europa.eu/information_society/newsroom/cf/itemlongdetail.cfm?item_id=3249


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