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IP/07/322

Brüssel, den 14. März 2007

Eurobarometer-Umfrage ergibt Unterstützung in Europa für die gesundheitlichen Warnhinweise vor Alkohol zum Schutz gefährdeter Gruppen

Beinahe acht von zehn Europäern (77 %) sind damit einverstanden, Warnhinweise auf Alkoholflaschen und Anzeigen anzubringen, um Schwangere und Autofahrer vor den Gefahren des Alkoholkonsums zu warnen, so die heute von der Kommission vorgelegte Eurobarometer-Sonderumfrage zum Thema Alkohol. Daraus geht hervor, dass die öffentliche Meinung in Europa im Allgemeinen die Maßnahmen unterstützt, die gefährdete Bevölkerungsgruppen schützen und die Zahl alkoholbedingter Straßenverkehrsunfälle verringern sollen. Nach diesen Angaben trinken Männer mehr Alkohol als Frauen, und jeder zehnte Europäer trinkt gewöhnlich fünf oder mehr Gläser auf einmal, was der weit verbreiteten Definition des Rauschtrinkens entspricht. Letzteres stellt ein besonderes Problem bei jungen Menschen dar, denn 19 % der 15- bis 24-Jährigen betrinken sich bis zur Besinnungslosigkeit, wenn sie Alkohol konsumieren.

Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar Markos Kyprianou erklärte: „Aus dieser Umfrage wird deutlich, dass die EU-Bürger Maßnahmen unterstützen, die bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Schwangere, Autofahrer und junge Menschen vor den schädlichen Auswirkungen des Alkoholmissbrauchs schützen sollen. Ich bin sehr besorgt über die Angaben, denen zufolge sich jeder fünfte junge Europäer regelmäßig bis zur Besinnungslosigkeit betrinkt.“

Schutzmaßnahmen

Alkoholmissbrauch führt schätzungsweise zu jährlich 195 000 Todesfällen in der EU. Jeder vierte Todesfall bei jungen Männern im Alter zwischen 15 und 29 Jahren ist auf schädlichen Alkoholkonsum zurückzuführen. Die große Mehrheit der Europäer würde Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Bevölkerungsgruppen und zur Verringerung der Straßenverkehrsunfälle begrüßen. Nur 21 % lehnen es ab, gesundheitliche Warnhinweise auf Alkoholflaschen und Anzeigen anzubringen, um Schwangere und Autofahrer vor den Gefahren des Alkoholkonsums zu warnen. 76 % begrüßen das Verbot von Alkoholwerbung, die auf junge Menschen abzielt.

Fast drei Viertel der befragten Europäer (73 %) wären mit der Einführung eines niedrigeren Grenzwerts von 0,2 g/l für den Blutalkoholgehalt bei jungen und unerfahrenen Autofahrern einverstanden, und 80 % der Befragten sind der Meinung, dass Zufallsstichproben der Polizei dem Problem des Alkohols am Steuer entgegenwirken würden.

Männer trinken mehr, jeder zehnte Europäer betrinkt sich exzessiv

Mehr Männer als Frauen konsumieren Alkohol, und Männer konsumieren auch mehr Alkohol als Frauen. In der Umfrage gaben 84 % der männlichen Befragten an, sie hätten im letzten Jahr Alkohol getrunken, bei Frauen waren es dagegen nur 68 %. Zwei Drittel der Europäer erklärten, im vergangenen Monat Alkohol getrunken zu haben. 35 % der Männer gaben zu, mehr als drei alkoholische Getränke hintereinander getrunken zu haben, und 79 % der Frauen gaben an, dass sie weniger als zwei Getränke pro Tag konsumieren, wenn sie Bier, Wein oder Spirituosen trinken.

Jeder zehnte Europäer trinkt gewöhnlich fünf oder mehr alkoholische Getränke hintereinander, was der weit verbreiteten Definition des Rauschtrinkens bei Männern entspricht. Diese Zahl ist die gleiche wie 2003 und besonders hoch bei den jüngsten Befragten. Fast jeder Fünfte in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen (19 %) trinkt fünf oder mehr alkoholische Getränke hintereinander.

Es gibt beträchtliche nationale Unterschiede in der Gesamtbevölkerung; so geben 34 % der irischen Befragten an, dass sie sich regelmäßig bis zur Besinnungslosigkeit betrinken; in Finnland (27 %), dem Vereinigten Königreich (24 %) und in Dänemark (23%) ist es jeder Vierte. Andererseits betrinken sich in Italien und Griechenland nur 2 % der Befragten und 4 % in Portugal regelmäßig bis zur Besinnungslosigkeit.

Bei jungen Menschen ist der Preis entscheidend

Laut Umfrage würde eine Preiserhöhung den Alkoholkonsum bei den meisten Menschen nicht senken. 62 % erklärten, sie würden nicht weniger alkoholische Getränke kaufen, wenn der Preis um 25 % ansteigen würde. Ein Drittel (33 %) gab dagegen an, bei einer solchen Preiserhöhung weniger Alkohol kaufen zu wollen. Gleichwohl ließen sich jüngere Befragte mehr von Preiserhöhungen beeinflussen: 44 % der jüngsten Befragten meinten, dass sie bei einer Preiserhöhung von 25 % weniger Alkohol kaufen würden. Die meisten Europäer (68 %) sind der Ansicht, dass höhere Alkoholpreise junge Menschen und starke Trinker nicht abschrecken würden.

Hintergrund

Am 24. Oktober 2006 nahm die Europäische Kommission eine Mitteilung über eine EU-Strategie zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Verringerung alkoholbedingter Schäden an. Diese Mitteilung nannte folgende Schwerpunkte: den Schutz von Kindern und Jugendlichen, die Senkung der Zahl der Verletzungen und Todesfälle durch alkoholbedingte Straßenverkehrsunfälle, die Vorbeugung alkoholbedingter Schädigung bei Erwachsenen und die Verringerung der negativen Auswirkungen auf den Arbeitsplatz, die Aufklärung über die Auswirkungen des schädlichen Alkoholkonsums und die Erhebung zuverlässiger statistischer Daten.

Die Kommission nannte Bereiche, in denen die EU die Maßnahmen der Mitgliedstaaten zur Verringerung alkoholbedingter Schäden unterstützen kann, beispielsweise durch die Finanzierung von Projekten im Rahmen des Aktionsprogramms im Bereich der öffentlichen Gesundheit oder des Forschungsrahmenprogramms, durch den Austausch bewährter Verfahren in Fragen wie der Verringerung des Alkoholkonsums bei Minderjährigen, durch die Zusammenarbeit bei Aufklärungskampagnen oder bei der Bekämpfung von Alkohol am Steuer sowie durch weitere Gemeinschaftsinitiativen.

Um bewährte Verfahren zu fördern, beschreibt die Mitteilung außerdem, welche Maßnahmen in einigen Mitgliedstaaten bereits ergriffen werden, sie schlägt ein Alkohol- und Gesundheitsforum vor und nennt Bereiche, in denen die Industrie einen Beitrag leisten kann, vor allem im Hinblick auf verantwortungsvolle Werbung und Marketingaktionen. Im Hinblick auf die erste Sitzung des Forums am 7. Juni veranstaltet die Europäische Kommission Vorbereitungssitzungen mit den Beteiligten.
Die Eurobarometer-Sonderumfrage zum Thema Alkohol ist abrufbar von:

http://europa.eu.int/comm/health/ph_publication/eurobarometers_en.htm
Weitere Informationen finden Sie hier:

http://ec.europa.eu/health/ph_determinants/life_style/alcohol/alcohol_com_en.htm


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