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IP/07/27

Brüssel, den 10. Januar 2007

Humanitäre Hilfe in Höhe von 15,5 Mio. EUR für besonders hilfebedürftige Bevölkerungsgruppen in Myanmar und für myanmarische Flüchtlinge

Die Kommission hat für besonders hilfebedürftige Bevölkerungsgruppen in Myanmar und für myanmarische Flüchtlinge, die entlang der Grenze zu Thailand leben, humanitäre Hilfe in Höhe von 15,5 Mio. EUR zugesagt. Mit diesen Mitteln soll zur Deckung des humanitären Grundbedarfs von rund einer Million hilfebedürftigen Menschen in Myanmar beigetragen werden. Die Hilfe dient der Verbesserung der Versorgungslage in den Bereichen Gesundheit, Nahrungsmittelhilfe, Ernährung, Wasserversorgung und Hygiene sowie dem Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen. Darüber hinaus werden über 150 000 Flüchtlinge aus Myanmar, die an der myanmarisch-thailändischen Grenze leben und im Grunde völlig auf internationale Hilfeleistungen angewiesen sind, aus diesen Mitteln unterstützt. Verwaltet werden die Mittel vom Amt für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO), das EU-Kommissar Louis Michel unterstellt ist.

„In einigen Regionen in Myanmar ist es unbeachtet zu einer humanitären Krise gekommen“, so EU-Kommissar Louis Michel. „Viele Menschen leben unter extrem schwierigen Bedingungen. Die Kommission wird ihr Möglichstes tun, um den Betroffenen dieser vergessenen Krise die nötige humanitäre Hilfe zukommen zu lassen.“

Die Hilfsgelder, die die Kommission über ECHO zur Verfügung stellt, sind für folgende Bereiche und Maßnahmen bestimmt:

  • Gesundheit: In vielen der entlegenen Gebiete (z. B. in den nördlichen Staaten Rakhaing und Shan) gibt es praktisch keine medizinische Grundversorgung. Deshalb wird es sich bei den Diensten der Hilfsorganisationen, mit denen ECHO zusammenarbeitet, im Wesentlichen um einfache, aber häufig lebensrettende Hilfe für Menschen handeln, die zum Teil noch nie in ihrem Leben von einem Arzt behandelt wurden. Die laufenden Programme konzentrieren sich auf Früherkennung sowie die praktische Behandlung in mobilen Kliniken, um auch abgelegene Dörfer und all jene, die keinen Zugang zu den örtlichen Gesundheitseinrichtungen haben, zu erreichen.
  • Nahrungsmittelhilfe und Ernährung: Nahrungsmittelsoforthilfe und Unterstützung für den Lebensunterhalt gehen in den östlichen Teil des Staates Shan. Im Norden von Rakhaing werden Mitarbeiterteams von mobilen Zusatzernährungszentren unterernährte Kinder, Schwangere und stillende Mütter versorgen. Kinder, die unter akuter Unterernährung leiden, werden von medizinischen Ernährungszentren behandelt und nachbehandelt.
  • Wasserversorgung und Hygiene: In abgelegenen Gegenden in den Staaten Shan, Mon und Kayin sowie in den Distrikten Thanintharyi, Magwe und Yangon sollen im Rahmen von Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsprogrammen Grundversorgungsstrukturen wieder hergestellt bzw. eingerichtet werden und gleichzeitig Aufklärungsmaßnahmen durchgeführt werden, um die Bevölkerung im Umgang mit Wasser zu schulen und so die Erkrankungs- und Sterblichkeitsziffer aufgrund von verunreinigtem Wasser zu senken.
  • Schutz der Bevölkerung: Mit den Mitteln soll außerdem das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) unterstützt werden, das sich dafür einsetzt, dass die Behörden und bewaffneten Oppositionsgruppen besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen im Einklang mit dem humanitären Völkerrecht achten und schützen. Des Weiteren werden die Schutz- und Beobachtungsmaßnahmen des UNHCR an der Grenze zwischen Myanmar und Bangladesch (im Norden von Rakhaing) und an der Grenze zwischen Thailand und Myanmar weiter unterstützt.

In Myanmar (Birma) herrscht seit 1962 eine Militärregierung. Bisher sind rund 150 000 Menschen aufgrund der anhaltenden bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Kämpfern der ethnischen Minderheiten nach Thailand geflohen. Die Zahl der Binnenflüchtlinge wird auf 500 000 Menschen geschätzt. Die über ECHO erbrachte humanitäre Hilfe geht an die Menschen, die diese am dringendsten benötigen. Nationalität, ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht oder Religion spielen dabei keine Rolle.

Die Gesundheitslage ist in Myanmar besonders prekär. Die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren liegt bei 108 von 1000 Lebendgeburten und ist somit dreimal so hoch wie im benachbarten Thailand. Hauptursachen für die niedrige Lebenserwartung sind Malaria, HIV/AIDS, akute Infektionen der Atemwege und Durchfallerkrankungen. Besonders problematisch sind die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und die Hygieneverhältnisse: 50 % der kleinen Kinder erkranken aufgrund von verunreinigtem Wasser. UNICEF zufolge ist Diarrhö die zweitwichtigste Todesursache bei Kindern unter fünf Jahren.

Seit 1992 hat die Europäische Kommission bereits 106 Mio. EUR humanitäre Hilfe für Bedürftige in Myanmar und entlang der myanmarisch-thailändischen Grenze zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen unter:

http://ec.europa.eu/echo/field/myanmar/index_en.htm


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