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Brüssel, den 1. März 2007
„Die Polargebiete mögen für uns vielleicht in weiter Ferne liegen, aber Umweltveränderungen dort wirken sich auf der ganzen Erde aus,“ so Janez Potočnik, Kommissionsmitglied und zuständig für Wissenschaft und Forschung, der auf dem Symposium die Begrüßungsrede halten wird. „Seit ihren Anfängen haben die Europäer in der Polarforschung eine Führungsrolle gespielt. Unser neues Forschungsrahmenprogramm wird diese Tradition fortsetzen. Wir stehen kurz vor dem Beginn des Internationalen Polarjahres und stellen Überlegungen über unsere künftigen Aufgaben an – dies ist der ideale Zeitpunkt für eine Bestandsaufnahme unserer zahlreichen bisherigen Erfolge.“
Die Veränderungen der polaren Umwelt betreffen das tägliche Leben von über 4 Millionen Menschen. Die Verringerung von Ausdehnung und Masse des Polareises hat unmittelbare Auswirkungen für die terrestrischen und marinen Ökosysteme in diesen Gebieten. Veränderungen der Schneefallmenge und das Abschmelzen der Gletscher werden direkt Millionen Menschen betreffen, die für ihren täglichen Wasserbedarf in Haushalten und Landwirtschaft auf die Schnee- und Eisressourcen angewiesen sind. Aber darüber hinaus ist den Wissenschaftlern klar, dass die Polargebiete eine wichtige Rolle bei der Kontrolle und Regulierung des Klimas auf dem gesamten Planeten spielen. Es bleiben jedoch noch viele ungelöste Fragen zu den Folgen menschlicher Tätigkeiten und den Problemen, vor denen die Polargebiete jetzt stehen. Das Internationale Polarjahr soll dazu beitragen, diesem Bedarf nach mehr und besseren Kenntnissen zu entsprechen. Die geplanten Projekte betreffen die polare Atmosphäre, Eis, Land, Ozeane und den Raum.
Beim Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union wurden während der letzten zehn Jahre mit Mitteln über 200 Mio. € mehr als 60 Projekte unterstützt, deren Schwerpunkt insbesondere die Polargebiete waren. Der heute veröffentlichte Bericht enthält eine detaillierte Würdigung aller in diesen zehn Jahren finanzierten Projekte in Bereichen wie Klimasystem, Umwelt und Gesundheit, natürliche Risiken und Forschungsinfrastrukturen.
Offiziell vorgestellt wird der Bericht auf dem internationalen Symposium zum Thema „Polare Umwelt und Klima: die Herausforderungen“, das unter dem Vorsitz der Europäischen Kommission vom 5.-6. März in Brüssel stattfindet. Dieses Symposium findet damit ganz zu Anfang des Internationalen Polarjahres statt und soll den in der Polarforschung tätigen Wissenschaftlern einerseits Gelegenheit geben, Gedanken auszutauschen und bisherige Arbeiten zu bewerten, andererseits aber auch die Ausgangsbasis für präzisere Arbeiten in den Bereichen Bewertung, Vorhersage und Empfehlungen für Maßnahmen bilden.
Weitere Informationen sind zu finden unter:
BERICHT: http://ec.europa.eu/research/environment/pdf/Polar_catalogue_final.pdf
DAMOCLES: http://www.damocles-eu.org
EPICA: http://www-lgge.ujf-grenoble.fr/epica-mis
IPY-CARE: http://www.ipy-care.org
Polarsymposium http://cordis.europa.eu/sustdev/environment/ev20061023.htm