Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR ES IT

IP/07/197

Brüssel, den 16. Februar 2007

Weiterhin lebhaftes Wirtschaftswachstum in der Europäischen Union

Das Wirtschaftswachstum in der Europäischen Union wird mit 2,7 % in der EU und 2,4 % in der Eurozone auch im Jahr 2007 kräftig wachsen, so das Ergebnis der Zwischenprognose der Europäischen Kommission. Die Prognose des vergangenen Herbstes wird somit in beiden Regionen um 0,3 Prozentpunkte übertroffen. 2006 war ein bemerkenswertes Jahr, wobei sich das Wachstum in erster Linie auf die Binnennachfrage stützte, die dank der Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt (3 Millionen neu geschaffene Stellen, davon 2 Millionen in der Eurozone) deutlich anzog. Dadurch konnte die EU-Wirtschaft Energiepreise, die im Sommer Rekordniveaus erreichten, ebenso verkraften wie die strengere Haushaltspolitik und eine Abschwächung der Konjunktur in den Vereinigten Staaten. Diese Entwicklungen lassen auch für das Jahr 2007 Gutes erhoffen. Die höheren Energiekosten trieben die Verbraucherpreise im vergangenen Jahr sowohl in der EU als auch in der Eurozone auf 2,2 %. Dank der niedrigeren Ölpreise und der etwas schwächer als erwarteten Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland soll die Inflation im Jahr 2007 in der Eurozone auf 1,8 % und in der EU auf 2,0 % zurückgehen.

Die europäische Wirtschaft hat sich im Jahr 2006 bemerkenswert gut entwickelt und scheint auf gutem Wege, das flotte Tempo im Jahr 2007 fortzusetzen. Dies ist jedoch nicht nur das Ergebnis einer günstigen Konjunkturentwicklung, sondern zeigt auch, dass die europäische Wirtschaft anpassungsfähiger geworden ist und die bereits durchgeführten wirtschaftlichen Reformen sich gelohnt haben. Dadurch konnten in der EU mehr neue Stellen geschaffen werden, und die strukturelle Arbeitslosigkeit ist auf den niedrigsten Wert seit über einem Jahrzehnt gefallen. Nun müssen wir die Fehler der Vergangenheit vermeiden und die günstige Konjunkturlage nutzen, um die Konsolidierung der Finanzpolitik und die strukturellen Reformen fortzusetzen, denn nur so können wir ein höheres und nachhaltigeres Wachstum erreichen,“ so Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquín Almunia.

Das Wirtschaftswachstum erreichte im Jahr 2006 in der Eurozone 2,7 % und in der gesamten EU 2,9 %. Damit stieg es im Vergleich zu den Vorjahreswerten deutlich an (1,4 % bzw. 1,7 % im Jahr 2005). Dies war in beiden Regionen das höchste Wachstum seit dem Jahr 2000. Die hohen Ölpreise bewirkten 2006 in der Eurozone und der gesamten EU eine Inflation von 2,2 %, d.h. das gleiche Ergebnis wie 2005. Die Kerninflation (ausschließlich Energie und unverarbeiteten Nahrungsmitteln) blieb mit 1,5 % ebenfalls stabil.

Das BIP-Wachstum scheint sich relativ stabil fortzusetzen, fällt in der Eurozone jedoch auf 2,4 % und in der EU auf 2,7 %. Dieses Ergebnis liegt allerdings immer noch um 0,3 Prozentpunkte über den Werten der Herbstprognose 2006 der Dienststellen der Kommission. Die Inflation dürfte mit 1,8 % in der Eurozone und 2,0 % in der EU etwas niedriger ausfallen.

Dies ist die dritte Zwischenprognose der Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen, die damit die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien, das Vereinigte Königreich und zum ersten Mal auch die Niederlande aktualisiert. Diese sieben Länder repräsentieren zusammen über 80 % des BIP der EU.

Wachstum über dem Potenzial

Die europäische Wirtschaft erreichte im Jahr 2006 trotz der hohen Ölpreise, der strikteren Finanzpolitik und einer Abschwächung der Wirtschaft in den USA ein höheres Wirtschaftswachstum als erwartet. Aktuelle Konjunkturindikatoren lassen darauf schließen, dass die EU-Wirtschaft auch weiterhin über ihrem Potenzial wachsen wird.

Das weltweite Wirtschaftswachstum, das dieses Jahr auf 5½ % nach oben revidiert wurde, bestärkt diese Aussichten. Die stärksten Impulse für den Aufschwung gehen von der Inlandsnachfrage, d.h. vom privaten Verbrauch und den Investitionen, aus. Insbesondere die günstigen Inflationserwartungen und die positiven Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt führen zu einem Anstieg des verfügbaren Einkommens und stützen dadurch den privaten Verbrauch.

Die Belebung des Wachstums geht Hand in Hand mit einer Annäherung der Wachstumsunterschiede zwischen den größten Volkswirtschaften. In Deutschland wird sich die im Januar 2007 erfolgte Anhebung des Mehrwertsteuersatzes um drei Prozentpunkte auf das Wachstumsprofil auswirken.

Inflation lässt nach, jedoch weiterhin Risiken vorhanden

Die Inflation dürfte im Jahre 2007 aufgrund der niedrigeren Ölpreise und der im Vergleich zu den anfänglichen Schätzungen evtl. schwächeren Auswirkungen der deutschen Mehrwertsteuererhöhung zurückgehen. Ausgehend von den Trends an den Futures-Märkten wird der Durchschnittspreis pro Barrel Brent im Jahr 2007 bei 59,9 USD und damit um 6 ½ USD unter dem im Herbst geschätzten Preis liegen.

Die Belebung der Arbeitsproduktivität und der intensive internationale Preiswettbewerb dürften ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, dass die Inflation in der Eurozone unter dem Schwellenwert der Europäischen Zentralbank von 2 % bleiben wird. Allerdings könnten der Preisdruck auf Erzeugerebene und unerwartet hohe Lohnabschlüsse diese günstigen Inflationsaussichten in Gefahr bringen.

Gute Aussichten für Arbeitsmarkt und öffentliche Finanzen

Die lebhafte Konjunkturentwicklung führte seit dem letzten Quartal 2005 mit 3 Millionen neuen Stellen in der EU, davon 2 Millionen in der Eurozone, zu einer bemerkenswerten Verbesserung der Beschäftigungslage. Im Dezember 2006 lag die Arbeitslosenquote in der Eurozone bei 7,5 % (Jahresschnitt 7,8 %) und erreichte damit das niedrigste Niveau seit mehr als einem Jahrzehnt. Dieser Wert entspricht der geschätzten natürlichen Arbeitslosenquote, die in den vergangenen Jahren erfreulicherweise zurückgegangen ist, was darauf schließen lässt, dass die strukturellen Reformen sich bezahlt machen.

Die aktuellen Informationen zeigen, dass die öffentlichen Finanzen im Jahr 2006 in einigen Mitgliedstaaten bessere Ergebnisse brachten als erwartet. Diese positive Entwicklung dürfte sich im Jahr 2007 zumindest teilweise fortsetzen.

Risikobewertung

Die mit den Prognosen behafteten Unsicherheiten scheinen weitgehend ausgewogen. Insbesondere der Umschwung auf dem Arbeitsmarkt könnte zu einer positiven Spirale mit steigenden Arbeitseinkünften, mehr Vertrauen in die Zukunft und höheren Verbraucherausgaben führen. Andererseits könnte das Wachstum trotz des größeren Spielraums, den die jüngste Belebung des Produktivitätswachstums geschaffen hat, leiden, wenn Löhne und Gehälter stärker anziehen als das erwartete Produktivitätswachstum rechtfertigt, da dann die Geldpolitik schneller als erwartet mit restriktiveren Maßnahmen reagieren müsste. Auch in Deutschland, wo das hohe Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte 2006 im ersten Halbjahr 2007 in ein etwas schwächeres Wachstum münden könnte, bestehen hinsichtlich der Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung noch größere Unsicherheiten. Außerhalb der EU bereitet trotz der anscheinend geringer werdenden Gefahr einer harten Landung der amerikanischen Wirtschaft das Risiko eines ungeregelten Abbaus der weltweiten Ungleichgewichte Anlass zu Besorgnis.

Weitere Einzelheiten hierzu unter: http://ec.europa.eu/economy_finance/publications/european_economy/forecasts_en.htm
Tabelle 1: Reales BIP-Wachstum


[ Die Graphik finden sie im PDF und WORD PROCESSED Dokument ]


Erläuterungen: (a) Bei den Angaben zu 2006/1 und 2006/2 handelt es sich um Schätzungen von Eurostat. Die Quartalsdaten wurden sofern möglich arbeitstäglich- und saisonbereinigt; bei den Jahresangaben handelt es sich dagegen um unbereinigte Daten.



Tabelle 2: Die Inflation bei den Verbraucherpreisen


[ Die Graphik finden sie im PDF und WORD PROCESSED Dokument ]





Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website