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IP/07/1970

Brüssel, den 20. Dezember 2007

Medienkompetenz: Wissen die Men¬schen, wie man am besten mit Blogs, Suchmaschinen oder interaktivem Fern¬sehen umgeht?

Die Medien verändern sich, und damit auch deren Nutzung durch die Bürger. Dank neuer Informations- und Kommunikationstechnologien ist es heute viel leichter geworden, Informationen zu erhalten und zu verbreiten, mit anderen zu kommunizieren, Inhalte zu veröffentlichen oder sogar selbst auszustrahlen. Die Fähigkeit der Menschen, die sie umgebenden Medien kritisch zu beurteilen und sich dann sachkundig zu entscheiden – also die „Medienkompetenz“ – wird deshalb für den aktiven Bürger und die Demokratie immer wichtiger. Im Anschluss an eine EU-weite Konsultation im letzten Jahr stellte die Kommission heute ihre Pläne für die Förderung der Entwicklung der Medienkompetenz und den Austausch beispielhafter Verfahren in ganz Europa vor.

„Im digitalen Zeitalter ist Medienkompetenz eine ent¬schei¬den¬de Voraussetzung für die uneingeschränkte und aktive Be¬tei¬li¬gung der Bürger“, sagte die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. „Traditionelle Fähigkeiten wie Lesen und Schreiben reichen heutzutage nicht mehr aus. Die Menschen müssen auch in der Lage sein, sich selbst auf wirksame Weise verständlich zu machen und zu verstehen, was andere sagen, vor allem auch in Blogs, beim Umgang mit Suchmaschinen und in der Werbung. Ob jung oder alt – mit der neuen digitalen Welt, in der wir leben, müssen wir uns alle auseinandersetzen. Und dafür ist ständige Information und Aufklärung wichtiger als der Erlass von neuen Rechtsvorschriften.“

Medienkompetenz bezieht sich auf alle Arten von Medien, vom Fernsehen und Kino über Video, Webseiten, Radio und Videospiele bis hin zu virtuellen Gemeinschaften. Kurz gesagt ist damit die Fähigkeit gemeint, Medieninhalte zu nutzen, zu verstehen, zu bewerten und selbst zu schaffen. Ganz normale Menschen greifen zunehmend auf Online-Inhalte zu und stellen sie sogar selbst ins Netz, so dass sie weltweit abrufbar sind. Aber nicht alle Menschen verstehen immer die Umstände, unter denen solches Material geschaffen, angeschaut oder gelesen wird, noch kennen sie die Folgen, die sich aus eigenen Veröffentlichungen ergeben können. Deshalb müssen wir alle neue Fähigkeiten als aktiver Kommunikationsteilnehmer und Inhaltsschöpfer erwerben. In einer globalen und multikulturellen Welt stellen uns die Medien vor ganz neue Herausforderungen und rufen Bedenken in Bezug auf die Sicherheit sowie auf die Integration und den Zugang für alle hervor.

Die heutige Mitteilung der Kommission ist das erste Strategiepapier, das auf europäischer Ebene zum Thema Medienkompetenz veröffentlicht wird. Sie hat die folgenden drei Schwerpunkte:

  • Medienkompetenz im Bereich der kommerziellen Kommunikation, wo es auch um Fragen der Werbung geht;
  • Medienkompetenz im Bereich der audiovisuellen Werke, worunter auch die Bekanntmachung des europäischen Films und die Verbesserung der kreativen Fähigkeiten fallen,
  • und Medienkompetenz im Online-Bereich, um beispielsweise den Bürgern bessere Kenntnisse darüber zu vermitteln, wie Google oder andere Internet-Suchmaschinen funktionieren.

Die Mitteilung ist ein weiterer Baustein der europäischen Politik im audiovisuellen Bereich. Sie ergänzt die neue Richtlinie über audiovisuellen Mediendienste ohne Grenzen (siehe IP/07/1809) und das Programm MEDIA 2007 zur Förderung der Entwicklung und Verbreitung des europäischen Films. Außerdem kündigt sie für 2008 eine europäische Studie über Kriterien für die Beurteilung verschiedener Niveaus der Medienkompetenz an und wird in den Bericht über die Niveaus der Medienkompetenz einfließen, der gemäß der neuen Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste vorzulegen sein wird. „Ich bin davon überzeugt, dass es gerade in Bezug auf die Werbung erheblich besser ist, die Medienkompetenz zu fördern, als neue Werbeverbote zu fordern, die ich grundsätzlich für ungeeignete Regulierungsinstrumente halte,“ erklärte EU-Kommissarin Reding.

Die Kommission setzt sich mit ihren bestehenden Programmen und Initiativen aktiv für die Entwicklung und den Austausch beispielhafter Verfahren im Bereich der Medienkompetenz im digitalen Umfeld ein und wird gegebenenfalls künftig eine Reihe von Empfehlungen geben. Schließlich ruft sie die Mitgliedstaaten auf, dafür zu sorgen, dass sich ihre Regulierungsbehörden mehr mit diesem Thema be¬fassen und stärker zusammenarbeiten, um die Medien¬kompetenz der Menschen zu verbessern. Darüber hinaus sollen Verhaltenskodizes und Koregulierungsrahmen in Zu¬sammenarbeit mit allen interessierten Seiten auf nationaler Ebene aufgestellt und eingeführt werden.

Hintergrundinformationen:

Die Mitteilung der Kommission zur Medienkompetenz ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Gesamtpolitik für die Erhöhung des Vertrauens in Online-Inhalte und deren Verbreitung. Sie beruht auf einer im vergangenen Jahr durchgeführten Konsultation (siehe IP/06/1326), die sich an alle Betroffenen wandte, d. h. Medienunternehmen und die gesamte Medienbranche, Bildungs¬einrichtungen, Anbieter und Produzenten von In¬hal¬ten, Forschungs- und Kultureinrichtungen, Regulierungs¬be¬hörden, Bürger und Verbraucherverbände. Die Mitteilung ist das Ergebnis dieser breit angelegten Konsultation.

Die Mitteilung der Kommission finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/avpolicy/media_literacy/index_en.htm

Die Ergebnisse der öffentlichen Konsultation zur Medienkompetenz finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/avpolicy/media_literacy/consultation/index_en.htm


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