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IP/07/179

Brüssel, den 14. Februar 2007

GFS veröffentlicht Bericht über Problemlage der Küsten- und Meeresgewässer Europas

Die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission (GFS) hat einen Bericht über die Folgen der Klimaänderung für die europäischen Küsten- und Meeresgewässer herausgegeben. Der Bericht befasst sich mit den Auswirkungen der Klimaänderung und den Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten auf die Lebensräume in den Küsten- und Meeresgewässern Europas. Er verweist ferner auf Lücken bei den bisherigen wissenschaftlichen und technologischen Kenntnisgrundlagen im Hinblick auf Klimawirkungen und gibt politische Empfehlungen zu ihrer Beseitigung. Der Bericht macht deutlich, dass jede Politik zur Abschwächung der Folgen der Klimaänderung bei der Nutzung von Küsten- und Meeresgewässern durch den Menschen ansetzen muss, um einen nachhaltigen Umgang mit den marinen Ressourcen zu gewährleisten. Der Bericht wurde auf dem Symposium „Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserwirtschaft“ vorgelegt, das im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vom 12.-14. Februar in Berlin stattfand.

Es gibt immer mehr wissenschaftliche Beweise für die Bedrohung der Lebensräume im Küsten- und Meeresbereich durch Klimaänderungen und -schwankungen, und der Bericht der GFS mit dem Titel „Marine and Coastal Dimension of Climate Change in Europe: A report to the European Water Directors macht deutlich, dass auch die Gewässer Europas davon betroffen sind. Die Forschungen wurden von internationalen Experten durchgeführt und von der GFS koordiniert, sie belegen, dass sich die globale Erwärmung in unterschiedlicher Weise auf eine Reihe europäischer Ökosysteme auswirkt.

Zum Beispiel haben sich die Trends der Wassertemperaturen in den nördlichen Regionen anders entwickelt als im Mittelmeerraum. In Gebieten um Schottland sind die Wassertemperaturen in den letzten 20 Jahren um etwa 1°C gestiegen, im Mittelmeerraum liegt dieser Anstieg näher bei 0,5°C. Auch die Veränderungen des Meeresspiegels verlaufen laut dem Bericht unterschiedlich, von 0,8 mm jährlich bis zu 3,0 mm jährlich. Sie wirken zusammen mit anderen kritischen Prozessen wie den Gezeiten, dem Zustand des Meereseises, der Verdunstung und verschiedenen tektonischen Entwicklungen an Land wie dem Aufsteigen von Landmassen durch das Abschmelzen der Gletscher und bedürfen nach Aussage der Autoren des Berichts aufmerksamer Beobachtung und kontinuierlicher Beobachtung.

Der Bericht untersucht auch, wie Veränderungen bei anhaltenden Umweltbelastungen, z.B. Zunahme des Ausstoßes an Treibhausgasen, steigende Oberflächentemperatur, Anstieg des Meeresspiegels usw. eine Zunahme witterungsbedingter Katastrophen (z.B. Starkregen, Trockenheiten, Stürme und Fluten) begünstigt haben, die stets mit hohen Kosten für die Gesellschaft und hohen Umweltkosten verbunden sind. Um nur ein Beispiel aus dem Bericht zu nennen: die Häufigkeit von Winterstürmen und extremen Witterungsverhältnissen hat sich in den letzten 50 Jahren im Norden des Vereinigten Königreichs verdoppelt.

Im einzelnen zeigt der Bericht, dass sich die Klimaänderung auswirkt auf: Wassermerkmale und -zirkulation, Kohlenstoffkreislauf und Carbonate/Puffersystem (Versauerung), sowie ganze Ökosysteme, indem Warmwasserarten gezwungenermaßen nordwärts wandern und dadurch Kaltwasserarten zurückgehen. So sind zum Beispiel dominante Zooplanktonarten infolge gestiegener Wassertemperaturen seit den 60er Jahren um 70% zurückgegangen, was neben der Überfischung dazu geführt hat, dass sich die Struktur des Fischbesatzes in der Nordsee dramatisch veränderte und der wirtschaftlich wichtige Kabeljau fast völlig verschwunden ist. Weitere in dem Bericht erwähnte Umweltauswirkungen betreffen phänologische Zyklen und trophische Systeme, Rückgang der Küsten und Erosionsraten entlang der westeuropäischen Küsten als Folge von steigendem Meeresspiegel und Sturmfluten, sowie Überflutung von Küstengebieten und andere Umweltrisiken/-katastrophen durch Flutwellen und Stürme.

Der Bericht widmet sich auch den Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten auf die europäischen Küsten. Er hebt hervor, dass sich die immer intensiveren Tätigkeiten des Menschen negativ auf marine Lebensräume auswirken. Die Autoren des Berichts nennen hier Fischerei, Energieerzeugung, Handel und Tourismus als Beispiele für Wege der Einflussnahme des Menschen auf die marine Umwelt. Der Druck durch menschliche Tätigkeiten kann den Effekt der Klimaänderung noch verstärken, indem er zu einer Schwächung der Widerstandskraft von Meeres- und Küstensystemen führt und sie noch anfälliger für klimatische Einflüsse macht.

Der gesamte Bericht kann unter folgender Adresse heruntergeladen werden: http://ies.jrc.ec.europa.eu/


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