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Sechster Bericht über die praktischen Vorbereitungen für die Euro-Einführung: Countdown für Zypern und Malta

European Commission - IP/07/1769   27/11/2007

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IP/07/1769

Brüssel, 27. November 2007

Sechster Bericht über die praktischen Vorbereitungen für die Euro-Einführung: Countdown für Zypern und Malta

Fünf Wochen vor der Einführung des Euro in Zypern und Malta hat die Kommission eine abschließende Bewertung des Stands der praktischen Vorbereitungen auf die Währungsumstellung in beiden Ländern vorgenommen. Die Kommission kommt dabei zu dem Schluss, dass beide Mitgliedstaaten gut auf die Einführung des Euro vorbereitet sind.

„Malta und Zypern werden den Euro am 1. Januar 2008 einführen, d.h. weniger als vier Jahre nach ihrem EU-Beitritt. Darauf können die zyprische und die maltesische Bevölkerung stolz sein, da sie somit zur größten Währungszone der Industrieländer gehören werden, die eine bislang noch nie da gewesene Periode der Preisstabilität und günstiger Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen und die Privathaushalte gewährleistet hat", so das für Wirtschafts- und Währungsfragen zuständige Kommissionsmitglied Joaquín Almunia. Er fügte hinzu: „Die Bevölkerungen dieser Länder sollten viel Vertrauen in diesen Schritt haben. Allerdings sollten sie auch weiterhin aufmerksam sein und sicherstellen, dass sie mit der neuen Währung voll vertraut sind sowie jeglichen Missbrauch aufdecken und ihm entgegen treten. Die öffentlichen Behörden müssen ebenfalls vorsichtig sein und weiterhin eine Politik betreiben, die auch in Zukunft zu wirtschaftlicher Stabilität als Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplatzschaffung führt.“

Die Kommission verabschiedete heute den sechsten Bericht über die praktischen Vorbereitungen auf die Erweiterung der Euro-Zone. Im Mittelpunkt standen Zypern und Malta, die den Euro im Januar 2008 einführen werden. Dem Bericht ist auch ein Arbeitsdokument der Kommissionsdienststellen beigefügt, in dem auf den Stand der Vorbereitungen in den anderen EU-Ländern eingegangen wird, die den Euro noch einzuführen haben.

Zypern

Nur fünf Wochen vor der Einführung des Euro am 1. Januar sind die Vorbereitungen darauf in Zypern beträchtlich fortgeschritten und das Land scheint allgemein gut vorbereitet zu sein.

Die meisten (60%) der von Zypern bestellten Euro-Münzen trafen Mitte Oktober ein und die übrige Lieferung dürfte bis Ende dieses Monats erfolgen. Die zyprischen Euro-Münzen wurden aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung von der finnischen Münzstätte produziert.

Der erforderliche Betrag an Euro-Banknoten traf ebenfalls im Oktober bei der Zentralbank ein. Anders als die Euro-Münzen, die für jedes Land der Euro-Zone gesondert geprägt werden, werden die Banknoten vorläufig von einem vorhandenen Bestand ausgeliehen.

Die Vorabausstattung der Geschäftsbanken begann am 22. Oktober für die Münzen und am 19. November für die Banknoten. Die Zentralbank Zyperns schätzt, dass der Banksektor rund 80% des Werts der für die Volkswirtschaft benötigten Euro-Banknoten vor Januar erhalten wird. Der entsprechende Wert für die Münzen liegt bei 64%.

Die Banken wiederum werden die Einzelhändler vor Januar mit Euro-Bargeld ausstatten, so dass diese das Wechselgeld ab dem 1. Januar ausschließlich in Euro auszahlen können. Im Rahmen dieser Vorabausstattung werden ab dem 3. Dezember 2007 für die Unternehmen 40 000 abgepackte Euro-Münzkits (Starterkits im Wert von je 172 EUR) und für die breite Öffentlichkeit 250 000 Minikits (im Wert von je 17,09 EUR) erhältlich sein.

Mindestens 70% der 550 Bargeldautomaten des Landes werden ab 1 Uhr morgens am 1. Januar Euro auszahlen können und die anderen dürften bis zum Ende des Tages ebenfalls umgestellt sein.

Nach Schätzungen der zyprischen Zentralbank sind mehr als 60 Mio. Euro-Banknoten (im Wert von 1,2 Mrd. EUR) und 395 Mio. Euro-Münzen (im Wert von 100,26 Mio. EUR) erforderlich. Die Republik Zypern hatte Anfang 2007 778 684 Einwohner.

Die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass die zyprischen Unternehmen gut auf die Umstellung vorbereitet sind und bei ihren Vorbereitungen keine größeren Probleme hatten.

Aber die Einstellung der breiten Öffentlichkeit zur Umstellung auf den Euro bleibt gemischt. Laut der Eurobarometer-Umfrage vom September fühlen sich 67% der Bevölkerung über den Euro „eher gut“ bzw. „sehr gut informiert". Dies macht einen Anstieg von 14 Prozentpunkten im Vergleich zur Umfrage vom April aus, was das Ergebnis verstärkter Kommunikationsbemühungen ist. Aber fast Dreiviertel der Befragten befürchten Preissteigerungen infolge der Umstellung. Die zyprischen Behörden haben ihre Bemühungen weiter intensiviert, um das Verbrauchervertrauen zu erhöhen. Rund 7 130 Unternehmen, darunter insbesondere größere Einzelhändler und Banken, haben sich zur Einhaltung des Kodex’ für faire Preisgestaltung verpflichtet, der von der Regierung im Juli 2007 auf den Weg gebracht wurde. Die doppelte Preisauszeichnung, die seit September obligatorisch ist, wird von fünf Euro-Beobachtungsstellen überwacht. In Zusammenarbeit mit dem statistischen Dienst und dem Verbraucherverband werden die Preise ebenfalls von den Ministerien für Finanzen und für Handel und Industrie überwacht.

Malta

Malta hat seine praktischen Vorbereitungen auf die Umstellung weiter verbessert und abgeschlossen und scheint gut auf die Einführung des Euro vorbereitet zu sein.

Die Vorabausstattung der Banken mit Eurobargeld begann Mitte September, nachdem die maltesische Zentralbank die von der Monnaie de Paris bestellten Münzen erhalten hatte.

Um die in Umlauf befindlichen maltesischen Lira durch Euro-Bargeld zu ersetzen, sind nach Schätzungen der Zentralbank 41,51 Mio. Euro-Banknoten (im Wert von 799 Mio. EUR) und 140 Mio. Euro-Münzen (im Wert von 39,29 Mio. EUR) erforderlich. Malta hatte Anfang 2007 407 810 Einwohner.

Insgesamt sollen etwa 92,5 % der Euro-Banknoten, die in der maltesischen Volkswirtschaft in Umlauf gebracht werden sollen, und etwa 71 % der Euro-Münzen vor dem Umstellungstag an die Bankfilialen im Land ausgeliefert werden. 33 000 Starterkits für Unternehmen (im Wert von je 131 EUR) und 330 000 Minikits für die Bürger (im Wert von je 11,65 EUR) werden ab Anfang Dezember 2007 bei den Banken erhältlich sein werden.

Während die Unternehmen gut vorbereitet zu sein scheinen, befürchten noch immer zwei Drittel der Malteser (65 %), dass die Euro-Umstellung mit Preiserhöhungen einhergehen wird. Um diese Befürchtungen auszuräumen, setzen die Behörden umfassende Maßnahmen fort. Dazu zählt die Preisinitiative FAIR, in deren Rahmen sich über 6 500 Unternehmen (auf die etwa 80 % der Einzelhandelsgeschäfte entfallen) dazu verpflichtet haben, die Preise von Waren und Dienstleistungen nicht aus dem einfachen Grund zu erhöhen, dass „eine Währungsumstellung stattfindet“. Sie wird durch Preisstabilitätsvereinbarungen ergänzt, die mit einer Reihe von Großimporteuren und Herstellern abgeschlossen wurden.

Hintergrund

Die Inflation in der Euro-Zone ist seit Mitte der 90er Jahre auf durchschnittlich rund 2% zurück gefallen, als die Volkswirtschaften der EU-Mitgliedstaaten, die den Euro - zuerst durch die Festlegung bilateraler Wechselkurse im Jahr 1999 und sodann durch die Einführung des Euro-Bargelds im Jahr 2002 - lanciert haben, von durchschnittlich 5% Anfang der 90er Jahren konvergierten. Selbst nach der jüngsten Kreditdrosselung bleiben die Zinssätze auf historisch niedrigem Niveau.

2008 wird die zweite Runde der Erweiterung der Euro-Zone seit 2002 sein. 2007 führte bereits Slowenien die einheitliche Währung ein.

Für weitere Einzelheiten zu den praktischen Vorbereitungen auf die Einführung des Euro in Zypern und Malta sowie in anderen EU-Ländern s. den Bericht und das Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen unter:

http://ec.europa.eu/economy_finance/index_en.htm

Für den Eurobarometer siehe:

http://ec.europa.eu/public_opinion/euro_en.htm

Für die nationalen Umstellungsvorbereitungen siehe:

Zypern:

http://www.euro.cy/euro/euro.nsf/dmlindex_en/dmlindex_en?opendocument
Malta:
http://www.euro.gov.mt/default.aspx


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