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Lissabon, den 19. November 2007
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„Angefangen bei kreativen Spots auf MTV, über Aktivitäten für die Besucher des Eurovisions-Schlagerwettbewerbs in Helsinki bis hin zur Auszeichnung von Unternehmen, die sich besonders um Vielfalt bemühen, hat das Europäische Jahr dazu beigetragen, Gleichstellung und Vielfalt bei Millionen Menschen in Europa zu propagieren“, erklärte der für Chancengleichheit zuständige Kommissar Vladimír Špidla. „Wir müssen jetzt auf dem Erfolg dieses Jahres aufbauen und sicher stellen, dass die bisherigen Maßnahmen eine dauerhafte Wirkung hinterlassen. Dieser Erfolg ist für uns alle ein Anlass, uns noch stärker dafür einzusetzen, dass Gleichheit in Europa für jeden Einzelnen zur Realität wird.“
Höhepunkte des Jahres waren die Truck-Tour unter dem Motto „Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung“, die in fünf Jahren 72 000 km zurücklegte und bei 99 Stopps eine halbe Million Besucher anzog, die Partnerschaft des Europäischen Jahrs mit dem Eurovisions-Schlagerwettbewerb, der dafür sorgte, dass die Botschaft der Kampagne 100 Millionen Fernsehzuschauer in Europa erreichte, sowie der unter deutscher EU-Präsidentschaft erstmals veranstaltete Gleichstellungsgipfel, der im Jahr 2008 unter französischer EU-Präsidentschaft erneut stattfinden soll. Darüber hinaus ist etwa eine Million Euro in 19 Projekte geflossen, in deren Mittelpunkt die Integration der zurzeit in 12 verschiedenen Ländern lebenden Roma steht.
Von den 1 000 Maßnahmen, die im Rahmen des Europäischen Jahres auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene durchgeführt wurden, wurde etwa die Hälfte eine von der Europäischen Kommission kofinanziert. Zu nennen sind hier u. a. 47 verschiedene Fortbildungsprogramme zur Diskriminierungsbekämpfung, 31 Studien bzw. Erhebungen und 21 Wettbewerbe für Schulen, Unternehmen oder die Allgemeinheit. Nationale Werbekampagnen wurden in Österreich und Belgien durchgeführt, während in Frankreich und Zypern bekannte Musik- und Jugendfestivals dazu genutzt wurden, die Botschaft der Kampagne für Vielfalt weiterzutragen. In Slowenien berichtete eine Gruppe von Diskriminierungsopfern – die sogenannten „Gesichter des Jahres“ – in Schulen über ihre Erfahrungen. Und in Litauen wurde die Dienststelle des Beauftragten für Chancengleichheit aufgrund ihrer in diesem Jahr geleisteten Arbeit für einen nationalen Fernsehpreis nominiert.
Ein weiterer Erfolg des Jahres besteht darin, dass neue Partnerschaften entstanden sind und Dialoge eingeleitet wurden, um die Gleichstellung zu fördern. Erstmals haben die Mitgliedstaaten nationale Strategien ausgearbeitet, die alle sechs in Artikel 13 EG-Vertrag genannten Diskriminierungsgründe (siehe unten) abdecken. Dies war für sie (oft zum ersten Mal) ein Anlass zur Aufnahme eines Dialogs zwischen verschiedenen Regierungsstellen und mit der Zivilgesellschaft sowie anderen Akteuren.
Die Veranstaltung „CELEBRATING 2007!“, die morgen fortgesetzt wird, dient der Würdigung der Erfolge des Europäischen Jahrs. Erwartet werden 1000 Teilnehmer aus ganz Europa, darunter Vertreter von NRO, der Sozialpartner, von Gleichstellungsbehörden und lokalen, regionalen und nationalen Behörden. Zu den Rednern gehören u. a. der portugiesische Premierminister José Socrates sowie die für Gleichstellung zuständigen Minister aus Portugal, Italien, der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich. Die Veranstaltung wird auch die letzte Etappe der Truck-Tour sein; auf dem Programm stehen ferner der Besuch von 300 Schülern örtlicher Schulen und ein Auftritt der aus tschechischen Roma bestehenden Hip-Hop-Gruppe Gipsy.cz.
Hintergrund
Ziel des Europäischen Jahrs der Chancengleichheit war es, das
Bewusstsein der Menschen für ihr Recht auf Gleichbehandlung zu
schärfen und eine breite Debatte über die Vorteile der Vielfalt zu
fördern. Ungeachtet des fortschrittlichen EU-Rechts zur Bekämpfung von
Diskriminierungen aus Gründen des Geschlechts, der Rasse oder der
ethnischen Herkunft, der Religion, der sexuellen Ausrichtung, des Alters oder
einer Behinderung wissen viele Menschen – wie Umfragen ergeben haben
–nach wie vor nicht, welche Rechte ihnen zustehen und wie sie diese
ausüben können. Laut einer in diesem Jahr veröffentlichten
Eurobarometer-Umfrage gaben nur ein Drittel der befragten EU-Bürger an,
ihre Rechte zu kennen, falls sie Opfer einer Diskriminierung oder
Belästigung werden sollten.
Weitere Informationen:
Eurobarometer-Umfrage zu Diskriminierung und Ungleichheit in Europa
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