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IP/07/1601

Brüssel, 25. Oktober 2007

Europäischer Qualifikationsrahmen: Förderung von Mobilität und lebenslangem Lernen

Das Europäische Parlament hat heute dem Vorschlag der Kommission vom September 2006 für eine Empfehlung der Kommission über die Einrichtung eines Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (EQR) zugestimmt. Der EQR wird als „Übersetzungshilfe“ zwischen den nationalen Qualifikationssystemen dienen, so dass Abschlüsse sowohl für die Arbeitgeber, als auch andere Bürgerinnen und Bürger vergleichbarer und verständlicher gemacht werden. Das Ziel ist Mobilität und lebenslanges Lernen zu fördern.

Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) ist eine Übersetzungshilfe für Qualifikationen in ganz Europa, mit dem zwei Ziele verfolgt werden: (1) die Förderung der Mobilität zwischen den Mitgliedstaaten, und (2) die Erleichterung des lebenslangen Lernens. Beide sind unabdingbar, um mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen und mehr Wachstum zu erzielen. Sie helfen Europa, die Herausforderungen einer hoch entwickelten wissensbasierten Wirtschaft anzunehmen. Das Europäische Parlament hat heute den Kommissionsvorschlag für eine Empfehlung über die Einrichtung des EQR angenommen.

Ján Figel’, Europäischer Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend, zur Bedeutung des EQR: „Die Menschen in Europa stoßen viel zu oft auf Hindernisse, wenn sie in ein anderes Land gehen wollen, um dort zu studieren, sich weiter zu bilden oder zu arbeiten. Auch der Wechsel von einem Bereich des Bildungssystems ihres Landes in einen anderen, z. B. von der Berufsbildung zur Hochschulbildung, kann problematisch sein. Der EQR wird die unterschiedlichen Qualifikationen in den europäischen Ländern leichter verständlich machen und so die Mobilität zu (Aus)Bildungs- und Arbeitszwecken fördern. In den Ländern hat er bereits die Entwicklung nationaler Qualifikationsrahmen angeregt. Dies wird auch das lebenslange Lernen fördern, z. B. dadurch, dass es leichter wird, bereits erzielte Lernergebnisse anrechnen zu lassen."

Im Zentrum des EQR stehen die acht Referenzniveaus, die das ganze Spektrum zwischen Grundkenntnissen bis hin zu Spitzenqualifikationen abdecken. In diesen Niveaus wird beschrieben, welche Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen die Lernenden haben, unabhängig davon, wo diese Qualifikationen erworben wurden.

Der EQR bedeutet also eine Abkehr vom Lerninput (Dauer eines Lernprozesses, Art der Einrichtung) und eine Verschiebung des Schwerpunktes auf die Lernergebnisse, die es leichter macht:

  • die Anforderungen am Arbeitsmarkt (Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen) und das Aus- und Weiterbildungsangebot aufeinander abzustimmen,
  • nicht formales und informelles Lernen zu validieren
  • und Qualifikationen über unterschiedliche Länder sowie über Aus- und Weiterbildungssysteme hinweg zu übertragen und zu nutzen.

Als Instrument zur Förderung des lebenslangen Lernens umfasst der EQR die allgemeine Bildung und die Erwachsenenbildung, die berufliche Aus- und Weiterbildung sowie die Hochschulbildung. Die acht EQR-Niveaus decken sämtliche Qualifikationen ab, vom Abschluss der Pflichtschule bis hin zu Qualifikationen, die auf der höchsten Stufe akademischer oder beruflicher Aus- und Weiterbildung verliehen werden.

Die Empfehlung sieht vor, dass die Mitgliedstaaten ihre nationalen Qualifikationssysteme bis 2010 an den EQR koppeln und dass individuelle Zeugnisse und Diplome ab 2012 einen EQR-Verweis tragen sollten.

Die im Europäischen Parlament erzielte politische Einigung ist das Ergebnis von drei Jahren intensiver Vorbereitung in enger Zusammenarbeit von Mitgliedstaaten und betroffenen Akteuren. Der EQR beeinflusst bereits jetzt die Entwicklung von Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) in zahlreichen Mitgliedstaaten, in denen die NQR häufig selbst Teil eines umfangreicheren nationalen Reformprozesses sind. Die meisten Länder entwickeln derzeit NQR. Die Kommission unterstützt diesen Prozess durch die Finanzierung von Projekten, in denen Gruppen von Ländern und Sektoren zusammengeführt werden, die die Umsetzung des EQR testen.

Der EQR wird den Bürgern und Arbeitgebern als Referenzinstrument dienen, um die Qualifikationsniveaus der verschiedenen Länder sowie Aus- und Weiterbildungssysteme zu vergleichen.

Nach dieser Einigung zwischen Europäischem Parlament, Rat und Kommission wird der EQR in den kommenden Wochen formal vom Rat verabschiedet.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/education/policies/educ/eqf/index_en.html

See also MEMO/07/427


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