IP/07/1573
Brüssel, 23. Oktober 2007
EU-Handelskommissar Peter Mandelson dazu: „Europa hat bei den weltweiten Bemühungen zum Schutz geistigen Eigentums und zur Bekämpfung von Produktpiraterie stets an vorderster Front gekämpft. Ein neuer internationaler Vertrag zur Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie wird die globale Zusammenarbeit stärken und neue internationale Normen vorgeben, die dazu beitragen werden, einen neuen globalen „Goldstandard“ für die Durchsetzung von Immaterialgüterrechten zu etablieren.
Das Abkommen würde in dreierlei Form zur Bekämpfung der Piraterie beitragen:
Hintergrund
Noch vor zwanzig Jahren hat man Produkt- und Markenpiraterie wohl im Wesentlichen als Problem für Hersteller von Luxusartikeln betrachtet. In den 80er Jahren waren 70 % der von Produktfälschung betroffenen Unternehmen in diesem Bereich angesiedelt. Im Jahr 2006 hingegen wurden über 1,6 Millionen gefälschte Kosmetika und Körperpflegeprodukte und 1,2 Millionen Lebensmittel und Getränke an den EU-Außengrenzen beschlagnahmt - bei insgesamt 130 Millionen gefälschten Produkten, was einem Anstieg von 40 % gegenüber 2005 entspricht. Es gibt auch gefälschte Flugzeugersatzteile, elektrische Geräte und Spielzeuge. Am besorgniserregendsten aber ist der blühende Handel mit gefälschten Arzneimitteln, von denen 2006 über 2,7 Millionen an den EU-Außengrenzen sichergestellt wurden und auf die Schätzungen zufolge fast 10 % des Welthandels mit Arzneimitteln entfällt. Der Großteil dieser gefälschten Medikamente wird in den ärmsten Ländern der Welt abgesetzt.
2007 hat die OECD eine neue Studie veröffentlicht, wonach der internationale physische Handel mit gefälschten Konsumgütern einen Wert von schätzungsweise 200 Milliarden US-Dollar jährlich hat. Das entspricht 2 % des Welthandels und liegt über dem BIP von 150 Ländern.
Ein
Kernbestandteil der Kommissionsmitteilung über ein global
wettbewerbsfähiges Europa war die Zusage, die Anstrengungen zur
Verbesserung des Schutzes und der Durchsetzung europäischer
Immaterialgüterrechte weltweit zu verstärken. Seitdem hat die
Europäische Union mit Ländern wie China, Russland und anderen darauf
hingearbeitet, die weitverbreitete, systematische Piraterie des geistigen
Eigentums europäischer Unternehmen zu stoppen. Die Europäische
Kommission sieht auch in den neuen Freihandelsabkommen mit Indien, Korea, den
ASEAN-Staaten und Lateinamerika einen starken Schutz von
Immaterialgüterrechten vor.
Weitere Informationen über:
Ein global wettbewerbsfähiges Europa und den Schutz geistigen Eigentums