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IP/07/1550

Brüssel, den 18. Oktober 2007

Güterverkehr in Europa: neue Initiativen der Kommission für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit

Die Europäische Kommission hat heute eine Reihe von Maßnahmen verabschiedet, die den Güterverkehr in der Union effizienter und nachhaltiger machen sollen. Das neue Maßnahmenpaket umfasst Vorschläge zur Verbesserung der Logistik, zu einem am Güterverkehr orientierten Bahnnetz und zur europäischen Hafenpolitik sowie zwei Arbeitspapiere zum europäischen Meeresraum ohne Grenzen und zu Hochgeschwindigkeitsseewegen. Die gleichzeitige Verabschiedung dieser Maßnahmen ist ein deutlicher Hinweis auf den engen Zusammenhang zwischen der Logistik und den verschiedenen Verkehrsträgern. Gemeinsam ist diesen Initiativen das Ziel, innovative Technologien und Verfahren in diesem Bereich zu fördern, die Weiterentwicklung der Verkehrsträger voranzutreiben, das Güterverkehrsmanagement zu optimieren, den Aufbau von Güterverkehrsketten zu erleichtern, Verwaltungsverfahren zu vereinfachen und die Qualität in der gesamten Logistikkette zu verbessern.

„Europa braucht leistungsfähige und integrierte Verkehrsalternativen, die zugleich die Umwelt schonen und den Bedürfnissen der Nutzer entsprechen. Die heute von mir vorgestellten Maßnahmen werden dafür sorgen, dass der Verkehr auf Schienen-, See- und Binnenschifffahrtswegen unter dem Aspekt der Komodalität attraktiver und wettbewerbsfähiger wird“, so Jacques Barrot, Vizepräsident der Kommission und zuständig für Verkehrsfragen. „Die Integration der verschiedenen Verkehrsträger in leistungsfähige Logistikketten ist Voraussetzung für die Vereinbarkeit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Verkehrs und seiner langfristigen Entwicklung.“

Ausgehend von einer im Sommer 2006 eingeleiteten umfassenden Konsultation werden im Aktionsplan für die Logistik etwa dreißig Maßnahmen vorgeschlagen, um den Güterverkehr in der Europäischen Union effizienter und nachhaltiger zu machen und außerdem Kosten, Zeit und Energie zu sparen. Ziel des Aktionsplans ist es, den Informationsfluss beim physischen Transport von Gütern zu verbessern, Verwaltungsverfahren zu vereinfachen, die Kompetenz und Attraktivität des Logistiksektors zu stärken und qualitativ hochwertige Dienstleistungen zu fördern. Im Aktionsplan werden außerdem Innovationen bei der Güterverkehrslogistik in Städten sowie die Konzentration von Langstreckentransporten auf so genannte „grüne Korridore“[1] befürwortet.

Die Kommission strebt ferner eine Förderung des Seeverkehrs an, weil dieser Verkehrsträger vom Standpunkt der Energieeffizienz die günstigsten Merkmale aufweist und die Umwelt am wenigsten durch Emissionen von Treibhausgasen belastet. Die Vereinfachung der Verwaltungsverfahren für den Seeverkehr innerhalb der Union ist unumgänglich, um diesen Verkehrsträger attraktiver zu machen. In den Arbeitspapieren zum europäischen Meeresraum ohne Grenzen und zu den Hochgeschwindigkeitsseewegen[2] wird auf die Fortschritte bei der Vorbereitung dieser beiden Initiativen verwiesen und die interessierten Kreise werden zur Stellungnahme aufgefordert. Gegenstand der Mitteilung über eine europäische Hafenpolitik ist die Erleichterung der Entwicklung eines effizienten Hafensystems in Europa, das derzeitigen und künftigen Verkehrsbedürfnissen gerecht wird. Die Mitteilung enthält einen Aktionsplan für die Kommission, der darauf abzielt, die europäischen Häfen bei ihren Anstrengungen zu unterstützen, Herausforderungen wie den Anstieg der Verkehrsnachfrage, technologische Veränderungen und die Notwendigkeit von Emissionsverringerungen zu bewältigen.

Angesichts eines immer effizienteren Straßengüterverkehrs muss auch der Eisenbahnverkehr wettbewerbsfähiger werden. Die Kommission will den Aufbau eines europäischen Eisenbahnnetzes unterstützen, in dem der Güterverkehr hinsichtlich Beförderungsdauer, Zuverlässigkeit und Kapazität eine bessere Qualität bieten kann als heute. Zusätzlich zu den bereits getroffenen Maßnahmen (z.B. Einrichtung des ERTMS[3] auf den als vorrangig eingestuften Achsen oder Bau wichtiger Infrastrukturen des transeuropäischen Verkehrsnetzes) schlägt die Kommission neue Initiativen für die Schaffung eines am Güterverkehr orientierten Bahnnetzes vor, das zuverlässigere und leistungsfähigere Dienste ermöglicht.

Der Güterverkehr ist von zentraler Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und für die Lebensqualität der Bürger in der Union. Das Volumen des Güterverkehrs in Europa dürfte im Zeitraum 2000 – 2020 um 50% zunehmen. In den kommenden Jahren muss der Güterverkehr die Herausforderungen in Bezug auf Effizienz, Qualität und Nachhaltigkeit bewältigen. Daher müssen angemessene Lösungen für die Probleme der Verkehrsüberlastung, des Klimawandels (der Güterverkehr verursacht ein Drittel der verkehrsbedingten CO2-Emissionen[4]), der Energieversorgung und der Sicherheit gefunden werden. Gleichzeitig ergeben sich aus den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie dem Einfluss des europäischen Güterverkehrs auf den globalen Markt bedeutende Zukunftschancen.
Weitere Informationen über den Güterverkehr in Europa sind abrufbar unter: http://ec.europa.eu/transport/logistics/index_en.htm
Info Clip:

http://ec.europa.eu/avservices/annonce/template_en.cfm?prodid=2468


[1] Bei den grünen Korridoren sollen verschiedene Verkehrsträger miteinander kombiniert werden, um eine integrierte und umweltfreundliche Güterbeförderung von Tür zu Tür zu gewährleisten, die zur Lebensqualität der europäischen Bürger beiträgt und sich durch Energieeffizienz auszeichnet.

[2] Auf den wichtigsten Seeverkehrswegen zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden regelmäßige Dienste von hoher Qualität angeboten, die in Kombination mit anderen Verkehrsträgern einen direkteren und rascheren Zugang zu bestimmten Randgebieten Europas ermöglichen und es gestatten, natürliche Hindernisse wie die Alpen und die Pyrenäen zu vermeiden. Die Hochgeschwindigkeitsseewege spielen eine wichtige Rolle bei der Umstrukturierung des Langstreckengüterverkehrs in Europa und bei der Verbesserung seiner Nachhaltigkeit.

[3] Das Europäische System zum Management des Bahnverkehrs (ERTMS) soll der Zersplitterung der Kontrollsysteme des Eisenbahnverkehrs in Europa entgegenwirken und zu einem störungsfreien und sicheren Verkehrsfluss beitragen.

[4] Auf den Verkehr entfällt ein Viertel an der Gesamtmenge der CO2-Emissionen.


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