IP/07/1468
Brüssel, 10. Oktober 2007
Der für Unternehmens- und Industriepolitik zuständige Kommissionsvizepräsident Günter Verheugen erklärte: „Die Einführung von Kraftfahrzeugen mit Wasserstoffantrieb kann die Luftqualität Europas verbessern und seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. Durch einheitliche Anforderungen wird die Einführung dieser Fahrzeuge begünstigt und den Bürgern ein hohes Sicherheitsniveau gewährleistet. Außerdem wird die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hersteller angekurbelt.“
Kommissar Janez Potočnik, zuständig für Forschung und Entwicklung, äußerte sich wie folgt: „Europa steht vor großen Herausforderungen: zum einen ist die Energieversorgung sicherzustellen, zum anderen müssen der Klimawandel bekämpft, die Umwelt geschützt und die Wirtschaft wettbewerbsfähig gehalten werden. Technologien wie Brennstoffzellen und Wasserstoff können uns dabei helfen, all diese Ziele zu erreichen. Die gemeinsame Technologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoff wird ein großer Schritt in Richtung eines Programms für Forschung, Entwicklung und Verbreitung sein, das Europa braucht, um diese Technologien auf den Markt zu bringen. Mit der Finanzhilfe der EU und dem gleichwertigen Beitrag der Industrie stehen etwa 1 Mrd. EUR zur Verfügung, ein Betrag, der bitter nötig ist, will man schnell einen wirklichen Wandel herbeiführen.“
EU-weit geltende Genehmigung von Wasserstofffahrzeugen
Im Moment werden Kraftfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb nicht vom EG-Typgenehmigungssystem erfasst. Dies führt zu komplizierten und teuren Genehmigungsverfahren und behindert die gemeinschaftsweite Markteinführung auf einer einheitlichen Basis. Mit dem heute angenommenen Vorschlag werden diese Fahrzeuge in das Typgenehmigungssystem aufgenommen. Wasserstoff weist zudem andere Eigenschaften auf als konventionelle Kraftstoffe. Der Vorschlag sorgt dafür, dass alle Wasserstofffahrzeuge, die in der EU auf den Markt kommen, mindestens so sicher sind wie herkömmliche Kraftfahrzeuge.
Wasserstoff ist ein sauberer Energieträger. Er kann sowohl in
Verbrennungsmotoren als auch in Brennstoffzellensystemen eingesetzt werden und
erzeugt keinerlei Kohlenstoffemissionen (Kohlenmonoxid, Kohlendioxid,
unverbrannte Kohlenwasserstoffe oder Feinstaub). Daher wird sich die
Luftqualität in den Städten durch den Einsatz von Wasserstoff
verbessern. Zudem stoßen diese Kraftfahrzeuge keine Treibhausgase aus;
allerdings muss darauf geachtet werden, dass nicht etwa die Erzeugung des
Wasserstoffs ihrerseits zu einem Anstieg des CO2-Ausstoßes
führt. Dies lässt sich dadurch erreichen, dass Wasserstoff aus nicht
fossilen Energiequellen oder mit CO2-Speicherung gewonnen
wird.
Für weitere Informationen siehe Memo/07/404
und Memo/07/405
sowie
http://ec.europa.eu/enterprise/automotive/directives/proposals.htm.
Gemeinsame Technologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoff
Bei dem zweiten Vorschlag geht es um den Start einer gemeinsamen Technologieinitiative, einer öffentlich-privaten Partnerschaft für Forschung, die die Entwicklung von Wasserstoff und Brennstoffzellen voranbringen soll. Für die Technologieinitiative werden 470 Mio. EUR aus dem 7. EU-Rahmenprogramm bereitgestellt und die Partner aus der Industrie müssen einen gleichwertigen Beitrag leisten.
Brennstoffzellen sind sehr effiziente Energieumwandler. Brennstoffzellen können in einem breiten Spektrum von Produkten eingesetzt werden, das von Handys und Laptops über Pkw, Busse, Schiffe und Flugzeuge bis zu Wärme- und Stromgeneratoren in ortsfesten Anwendungen in Haushalten und der Industrie reicht. Allerdings sind noch eine Reihe technischer und sonstiger Hindernisse zu überwinden, bevor diese Technologie im großen Maßstab vermarktet werden können. Dazu gehören zum Beispiel Kosten und Lebensdauer von Brennstoffzellen, die nachhaltige Herstellung von Wasserstoff sowie die sichere und wirksame Verteilung und Speicherung von Wasserstoff, insbesondere für mobile Anwendungen.
Die beiden heute von der Europäischen Kommission angenommenen Vorschläge zu Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologien bieten langfristige Lösungen für nachhaltige Energie- und Verkehrssysteme. Dies kommt der Gesellschaft zugute, indem die nachteiligen Auswirkungen von Klimawandel und Schadstoffen gemildert werden und die Abhängigkeit von den schwindenden Öl- und Gasreserven verringert wird.
Weitere Informationen zu der gemeinsamen Technologieinitiative finden Sie im MEMO/07/191.