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IP/07/1468

Brüssel, 10. Oktober 2007

Europäische Kommission fördert Wasserstofftechnologien und Einführung von Wasserstoffautos

Heute hat die Europäische Kommission zwei Vorschläge angenommen, die die Entwicklung und Vermarktung sauberer und sicherer Wasserstofffahrzeuge um einen Schritt voranbringen. Der erste Vorschlag betrifft die Einführung einer gemeinsamen Technologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoff; dabei handelt es sich um ein ehrgeiziges integriertes Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration unter Federführung der Industrie. In die Tat umgesetzt wird diese von der europäischen Industrie vorangetriebene öffentlich-private Partnerschaft in den kommenden 6 Jahren mit einer Finanzhilfe der EU von 470 Mio. EUR sowie mit einem mindestens gleichwertigen Beitrag der Privatwirtschaft. Die Technologieinitiative dürfte die Entwicklung von Wasserstofftechnologien so beschleunigen, dass die Marktreife zwischen 2010 und 2020 erreicht werden kann. Der zweite Vorschlag behandelt Kraftfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb, von denen eine ganze Reihe bereits jetzt marktreif sind. Die Kommission schlägt vor, ihre Genehmigung zu vereinfachen, damit auf den europäischen Straßen bald mehr Kraftfahrzeuge dieser Art zu sehen sind. Beide Vorschläge liegen nun dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat zur Prüfung vor.

Der für Unternehmens- und Industriepolitik zuständige Kommissionsvizepräsident Günter Verheugen erklärte: „Die Einführung von Kraftfahrzeugen mit Wasserstoffantrieb kann die Luftqualität Europas verbessern und seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. Durch einheitliche Anforderungen wird die Einführung dieser Fahrzeuge begünstigt und den Bürgern ein hohes Sicherheitsniveau gewährleistet. Außerdem wird die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hersteller angekurbelt.“

Kommissar Janez Potočnik, zuständig für Forschung und Entwicklung, äußerte sich wie folgt: „Europa steht vor großen Herausforderungen: zum einen ist die Energieversorgung sicherzustellen, zum anderen müssen der Klimawandel bekämpft, die Umwelt geschützt und die Wirtschaft wettbewerbsfähig gehalten werden. Technologien wie Brennstoffzellen und Wasserstoff können uns dabei helfen, all diese Ziele zu erreichen. Die gemeinsame Technologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoff wird ein großer Schritt in Richtung eines Programms für Forschung, Entwicklung und Verbreitung sein, das Europa braucht, um diese Technologien auf den Markt zu bringen. Mit der Finanzhilfe der EU und dem gleichwertigen Beitrag der Industrie stehen etwa 1 Mrd. EUR zur Verfügung, ein Betrag, der bitter nötig ist, will man schnell einen wirklichen Wandel herbeiführen.“

EU-weit geltende Genehmigung von Wasserstofffahrzeugen

Im Moment werden Kraftfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb nicht vom EG-Typgenehmigungssystem erfasst. Dies führt zu komplizierten und teuren Genehmigungsverfahren und behindert die gemeinschaftsweite Markteinführung auf einer einheitlichen Basis. Mit dem heute angenommenen Vorschlag werden diese Fahrzeuge in das Typgenehmigungssystem aufgenommen. Wasserstoff weist zudem andere Eigenschaften auf als konventionelle Kraftstoffe. Der Vorschlag sorgt dafür, dass alle Wasserstofffahrzeuge, die in der EU auf den Markt kommen, mindestens so sicher sind wie herkömmliche Kraftfahrzeuge.

Wasserstoff ist ein sauberer Energieträger. Er kann sowohl in Verbrennungsmotoren als auch in Brennstoffzellensystemen eingesetzt werden und erzeugt keinerlei Kohlenstoffemissionen (Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, unverbrannte Kohlenwasserstoffe oder Feinstaub). Daher wird sich die Luftqualität in den Städten durch den Einsatz von Wasserstoff verbessern. Zudem stoßen diese Kraftfahrzeuge keine Treibhausgase aus; allerdings muss darauf geachtet werden, dass nicht etwa die Erzeugung des Wasserstoffs ihrerseits zu einem Anstieg des CO2-Ausstoßes führt. Dies lässt sich dadurch erreichen, dass Wasserstoff aus nicht fossilen Energiequellen oder mit CO2-Speicherung gewonnen wird.
Für weitere Informationen siehe Memo/07/404 und Memo/07/405 sowie

http://ec.europa.eu/enterprise/automotive/directives/proposals.htm.

Gemeinsame Technologieinitiative für Brennstoffzellen und Wasserstoff

Bei dem zweiten Vorschlag geht es um den Start einer gemeinsamen Technologieinitiative, einer öffentlich-privaten Partnerschaft für Forschung, die die Entwicklung von Wasserstoff und Brennstoffzellen voranbringen soll. Für die Technologieinitiative werden 470 Mio. EUR aus dem 7. EU-Rahmenprogramm bereitgestellt und die Partner aus der Industrie müssen einen gleichwertigen Beitrag leisten.

Brennstoffzellen sind sehr effiziente Energieumwandler. Brennstoffzellen können in einem breiten Spektrum von Produkten eingesetzt werden, das von Handys und Laptops über Pkw, Busse, Schiffe und Flugzeuge bis zu Wärme- und Stromgeneratoren in ortsfesten Anwendungen in Haushalten und der Industrie reicht. Allerdings sind noch eine Reihe technischer und sonstiger Hindernisse zu überwinden, bevor diese Technologie im großen Maßstab vermarktet werden können. Dazu gehören zum Beispiel Kosten und Lebensdauer von Brennstoffzellen, die nachhaltige Herstellung von Wasserstoff sowie die sichere und wirksame Verteilung und Speicherung von Wasserstoff, insbesondere für mobile Anwendungen.

Die beiden heute von der Europäischen Kommission angenommenen Vorschläge zu Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologien bieten langfristige Lösungen für nachhaltige Energie- und Verkehrssysteme. Dies kommt der Gesellschaft zugute, indem die nachteiligen Auswirkungen von Klimawandel und Schadstoffen gemildert werden und die Abhängigkeit von den schwindenden Öl- und Gasreserven verringert wird.

Weitere Informationen zu der gemeinsamen Technologieinitiative finden Sie im MEMO/07/191.


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