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Fußgängerschutz: Kommission schlägt Einbau von Bremsassistenzsystemen in Neufahrzeugen vor

European Commission - IP/07/1453   08/10/2007

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IP/07/1453

Brüssel, 8. Oktober 2007

Fußgängerschutz: Kommission schlägt Einbau von Bremsassistenzsystemen in Neufahrzeugen vor

Um die Zahl der tödlichen Unfälle auf europäischen Straßen zu senken, hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, dass Personenkraftwagen bereits 2009 mit einem Bremsassistenzsystem (BAS) ausgestattet sein müssen. Wenn der gesamte europäische Fahrzeugbestand mit BAS ausgerüstet ist, können jährlich bis zu 1 100 Fußgänger vor dem Unfalltod bewahrt werden. Jedes Jahr kommen in der EU 8 000 ungeschützte Verkehrsteilnehmer (Fußgänger und Radfahrer) ums Leben. Mit dem Einsatz eines Bremsassistenzsystems lässt sich der Bremsweg eines Fahrzeugs bei einer Notbremsung beträchtlich verringern, was zur Folge hat, dass der Zusammenstoß mit einem Fußgänger vollkommen vermieden werden könnte oder zumindest bei einer weitaus geringeren Geschwindigkeit erfolgen würde. Der Vorschlag ist Bestandteil eines umfassenderen Maßnahmenpakets für den Fußgängerschutz.

Der für Unternehmens- und Industriepolitik zuständige Kommissionsvizepräsident Günter Verheugen erklärte dazu: „Dieser Vorschlag ist sinnvoll und wichtig für die Sicherheit aller Straßenverkehrsteilnehmer, insbesondere aber für ungeschützte Personengruppen wie Fußgänger und Radfahrer. Gleichzeitig beabsichtigen wir damit eine beträchtliche Verringerung der Rechtsvorschriften, da mit der vorgeschlagenen Verordnung zwei Richtlinien sowie 27 damit verbundene nationale Gesetzestexte aufgehoben würden. Mit weniger Rechtsvorschriften wird also die Sicherheit verbessert.“

Im Weißpapier der Kommission aus dem Jahr 2001 wurde das Ziel gesetzt, die Zahl der Straßenverkehrsunfälle mit Todesfolge bis zum Jahr 2010 um 50 % zu senken. Eine Studie der Kommission hat ergeben, dass sich die Vorschriften zum Schutz der Fußgänger durch die Kombination aktiver und passiver Sicherheitsmaßnahmen beträchtlich verbessern lassen. Passive Maßnahmen tragen durch weichere Oberflächen dazu bei, dass die beim Aufprall verursachten Verletzungen weniger schwer sind. Aktive Maßnahmen mildern die Aufprallbedingungen, zum Beispiel durch eine Senkung der Aufprallgeschwindigkeit. Diese Kombination von Maßnahmen wird einen um 80 % höheren Schutz bieten als die bisherigen Bestimmungen, was insbesondere auf den Einsatz aktiver Sicherheitssysteme zurückgeht.

Neufahrzeuge müssen eine Reihe von Leistungstests durchlaufen, die in zwei Phasen gegliedert sind: Phase I (sie basiert auf den Empfehlungen der Gemeinsamen Forschungsstelle) ist, wie in Richtlinie 2003/102/EG vorgesehen, im Oktober 2005 angelaufen, eine überarbeitete Phase II (sie basiert auf den Empfehlungen des Europäischen Ausschusses für die Verbesserung der Fahrzeugsicherheit) ist Hauptgegenstand des vorliegenden Vorschlags. Innerhalb von fünf Jahren nach Anlaufen der Phase II müssen alle neuen Fahrzeugtypen den geänderten Prüfanforderungen entsprechen und bereits neun Monate nach Inkrafttreten der Verordnung mit einem Bremsassistenzsystem ausgestattet sein.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kraftfahrzeugvorschriften häufig hochtechnisch sind; daher wird statt der Rechtsform der Richtlinie die einer Verordnung gewählt, um eine abweichende Umsetzung sowie unnötige Gesetzgebungsarbeit in den Mitgliedstaaten zu vermeiden, da in diesem Fall keine Umsetzung in nationales Recht erfolgen muss. Auf diese Weise werden mit diesem Vorschlag Verwaltungsverfahren für die Behörden der Mitgliedstaaten und für die Kommission vereinfacht.

Hintergrund

Mit der Richtlinie 2003/102/EG wurden die ersten Rechtsvorschriften zum Schutz von Fußgängern und anderen ungeschützten Straßenverkehrsteilnehmern bei Kollisionen mit Personenkraftwagen eingeführt. In diesem Rechtsakt sind Prüfanforderungen für Fahrzeuge in zwei Phasen (2005 und 2010) vorgesehen, es wird jedoch die Notwendigkeit eingeräumt, die Anforderungen für die zweite Phase zu überprüfen. Parallel zu dieser Richtlinie schlug die Kommission außerdem Maßnahmen vor, die die Verwendung von Frontschutzsystemen (Frontschutzbügel) regeln und in der Richtlinie 2005/66/EG veröffentlicht wurden.

Nun schlägt die Kommission vor, die Vorschriften der Fußgängerschutzrichtlinie (2003/102/EG) zu aktualisieren, sie mit den Bestimmungen über Frontschutzsysteme zu kombinieren und gleichzeitig den Einsatz von Bremsassistenzsystemen vorzuschreiben.
Weitere Informationen finden Sie an folgender Stelle:

http://ec.europa.eu/enterprise/automotive/pagesbackground/pedestrianprotection/index.htm


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