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„Vorbeugen ist besser als heilen“: Europäische Kommission stellt neue Tiergesundheitspolitik der Gemeinschaft vor

European Commission - IP/07/1357   19/09/2007

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IP/07/1357

Brüssel, den 19. September 2007

„Vorbeugen ist besser als heilen“: Europäische Kommission stellt neue Tiergesundheitspolitik der Gemeinschaft vor

Die Europäische Kommission hat heute eine Mitteilung angenommen, in der die Strategie der EU zur Tiergesundheit für den Zeitraum 2007-13 dargelegt wird. Die Mitteilung bildet den Rahmen für Maßnahmen zum Tierschutz und zur Tiergesundheit für die kommenden sechs Jahre. Sie trägt dem bisherigen Feedback von Seiten der betroffenen Akteure und den potenziellen zukünftigen Herausforderungen weitgehend Rechnung. Vorsorgemaßnahmen, Kontrollen und Forschung sollen größeres Gewicht erhalten, um die Inzidenz von Tierkrankheiten zu reduzieren und die Folgewirkungen von Seuchenausbrüchen zu minimieren. In der Mitteilung wird ferner nachdrücklich darauf hingewiesen, dass alle Akteure im Bereich der Tiergesundheit Verantwortung für die Erreichung der mit der neuen Strategie verfolgten Ziele übernehmen müssen, damit die Tiergesundheitspolitik der EU für die kommen Jahre möglichst solide, effizient und effektiv ist. Außerdem wird deutlich herausgestellt, wie notwendig für die Tiergesundheitspolitik-Erarbeitung ein integrierter, mit anderen Feldern der Gemeinschaftspolitik verzahnter Ansatz erscheint.

Markos Kyprianou, für Gesundheit zuständiger EU-Kommissar, erklärte dazu: „Heutzutage sind die Menschen sich der Problematik der Tiergesundheit stärker bewusst als je zuvor und verstehen besser, welche unmittelbaren Folgen die Tiergesundheit für ihren Alltag haben kann. Tiergesundheit beeinflusst sowohl die menschliche Gesundheit, die Lebensmittelsicherheit und das wirtschaftliche Wohlergehen als auch die ethischen Werte. Sinn und Zweck der neuen Tiergesundheitspolitik der Gemeinschaft ist es, der öffentlichen Gesundheit zu dienen und ein höchstmögliches Niveau im Bereich der Tiergesundheit und des Tierschutzes zu erreichen. Wir möchten die Risiken senken, die bestimmte Tierkrankheiten für die Bevölkerung bergen, und sicherstellen, dass alle Maßnahmen, die in den kommenden sechs Jahren auf dem Gebiet der Tiergesundheit getroffen werden, für alle Bürgerinnen und Bürger in der EU von größtmöglichem Nutzen sind.“

Ausbrüche schwerer Tierkrankheiten wie etwa der Maul- und Klauenseuche 2001 können gravierende Folgen nicht nur für den Bereich der Tiergesundheit selbst, sondern ebenso für die Wirtschaft, die sozialen Strukturen, den Handel und den Tierschutz schlechthin haben. In den letzten Jahren haben die Kommission und die Mitgliedstaaten in Bezug auf Gesundheitsbedrohungen mit Erfolg einen stärker vorbeugenden Ansatz verfolgt, mit strengeren Maßnahmen zur Überwachung und Bekämpfung bestimmter Tierkrankheiten sowie im Bereich der Biosicherheit.

Mit der neuen Strategie soll dieser stärker vorbeugende Ansatz noch erweitert werden, und die bestehenden Mechanismen sollen verstärkt werden. Verbesserungen auf dem Gebiet der Biosicherheit wird es für die landwirtschaftlichen Betriebe, an den Grenzen und bei Tiertransporten geben. EU-weit wird die laufende Überwachung und Bekämpfung von Tierkrankheiten intensiviert und die Notstandsvorsorge verstärkt werden. Mehr investiert werden soll auch in präventive Maßnahmen, damit weniger Seuchen ausbrechen und die mit Tierkrankheiten verbundenen wesentlich höheren Kosten gesenkt werden können.

Überarbeitet werden wird auch die Vorgehensweise bei Einfuhrkontrollen für Tiere und Tiererzeugnisse, damit die amtlichen Kontrollen stärker auf Hochrisiko-Produkte abstellen und wirksamere Maßnahmen gegen illegalen Handel getroffen werden. Die EU wird auch verstärkt auf Kommunikation und Zusammenarbeit mit ihren Handelspartnern setzen, damit diese die EU-Vorschriften und Bestimmungen besser verstehen und im Problemfall bei Erzeugnissen, die für Europa bestimmt sind, rechtzeitig gewarnt werden kann.

In der Mitteilung der Kommission wird ferner unterstrichen, wie wichtig die Förderung wissenschaftlicher Forschung und Innovation und die dabei unabdingbare Zusammenarbeit mit allen maßgeblichen Akteuren auf den einzelnen Ebenen sind. Im Rahmen der neuen Strategie wird das bestehende Netz der nationalen Referenzlaboratorien weiter ausgebaut werden, so dass größtmöglicher Nutzen aus dem in Europa vorhandenen Know-how gezogen werden kann. Erweitert werden ferner die Aufgaben und Tätigkeiten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, und die Arbeiten der Gemeinschaftlichen Referenzlaboratorien werden neu bewertet. Mehr Gewicht wird auch die Förderung öffentlich-privater Partnerschaften erhalten, z.B. für die Entwicklung neuer Impfstoffe. Drittländer werden bei der Erforschung bislang kaum bekannter bzw. potenziell bedrohlicher Krankheiten Unterstützung erhalten. Leitziel ist es, den Ruf Europas in Sachen wissenschaftlicher Kompetenz auf dem Gebiet der Tiergesundheit zu sichern, so dass das Vertrauen der Verbraucher gestärkt wird und die EU sich im Falle internationaler Meinungsverschiedenheiten in einer besseren Position befindet.

Tiergesundheit ist eindeutig ein gemeinschaftspolitisches Aktionsfeld, da hier eine Vielzahl unterschiedlicher Bereiche wie Umwelt, Landwirtschaft, Fischerei, Handel, Unternehmenspolitik, Binnenmarkt, Steuern, Außenhilfe, Haushalt und Erweiterung involviert sind. Aus diesem Grund wird in der Mitteilung deutlich gemacht, dass die Europäische Kommission gewillt ist, in ihrer Politikgestaltung für die kommenden Jahre einen integrierten Ansatz zu verfolgen.
Weitere Informationen unter

http://ec.europa.eu/food/animal/diseases/strategy/index_en.htm


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