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IP/07/1342

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Brüssel, den 17. September 2007

Intelligente Fahrzeuge: Kommission drängt auf mehr Sicherheit, Umweltfreundlichkeit und Intelligenz

Die Europäische Kommission legte heute neue Pläne zur beschleunigten Einführung sichererer, saubererer und intelligenterer Kraftfahrzeuge dar. Dazu wird sie noch in diesem Jahr Verhandlungen mit der europäischen und asiatischen Automobilindustrie aufnehmen, damit alle Neufahrzeuge ab 2010 serienmäßig mit dem europaweiten bordeigenen Notrufsystem (eCall) ausgestattet werden. Außerdem wird sie die Einführung anderer lebensrettender Technik vorantreiben und untersuchen, wie Technik helfen kann, Kraftfahrzeuge umweltfreundlicher und intelligenter zu machen.

„Technik kann Leben retten, den Straßenverkehr verbessern und die Umwelt schützen. Die EU muss diese Botschaft unter den Verbrauchern verbreiten und weiterhin Druck auf alle Beteiligten ausüben, damit die Europäer so schnell wie möglich in den Genuss dieser gewinnbringenden Technik kommen“, sagte Viviane Reding, die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin. „Wenn wir es ernst meinen mit der Rettung von Menschenleben auf den europäischen Straßen, dann sollten alle 27 Mitgliedstaaten einen verbindlichen Termin für den serienmäßigen Einbau von eCall-Geräten und elektronischer Stabilitätskontrolle (ESC) in alle Neufahrzeuge festlegen. Gleichzeitig müssen wir Verwaltungshindernisse beseitigen, die den Innovationen, die unsere Autos sicherer und sauberer machen, entgegenstehen. So müssen beispielsweise die erforderlichen Funkfrequenzen für kooperative Fahrsysteme zur Verfügung gestellt werden, denn diese Systeme verhindern Unfälle, vermindern Staus und verringern den CO2-Ausstoß. Sollten wir auf freiwilliger Grundlage nicht zügig vorankommen, bin ich zum Eingreifen bereit.“

Jacques Barrot, der für Verkehr zuständige EU-Kommissar, erklärte: „In unserem Kampf um die Halbierung der Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr bis 2010 sind wir an allen Fronten aktiv, um die Sicherheit der Fahrer, Infrastrukturen und Fahrzeuge zu erhöhen. Mit dieser Maßnahme zugunsten intelligenter Fahrzeuge drängt die Kommission alle Beteiligten, damit modernste Spitzentechnologien so schnell den Weg in unsere Autos finden, wo sie helfen können, Menschleben zu retten und die Umweltfolgen des Verkehrs zu mindern.“

Günter Verheugen, der für Unternehmen und Industrie zuständige Vizepräsident der Kommission, ergänzte hierzu: „Wir müssen unsere Technik und unser Wissen zum Nutzen unserer Gesellschaften voll ausnutzen. Wir sind im Besitz der Technik, um die Kraftfahrer besser zu unterstützen und können damit helfen, menschliche Tragödien zu vermeiden. Deshalb schlage ich vor, die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC) für alle Neuwagen ab 2011 verbindlich einzuführen, und erwarte nun die öffentliche Reaktion.“

Die heute angenommene Kommissionsmitteilung zur Initiative „Intelligentes Fahrzeug“ hat drei Schwerpunkte: sicherere, sauberere und intelligentere Kraftfahrzeuge.

Zur Erhöhung der Sicherheit wird darin die Einführung von Unfallvermeidungstechnologien befürwortet. Einige Beispiele:

  • Jene Mitgliedstaaten, welche die von der Kommission ausgearbeitete eCall-Absichtserklärung noch nicht unterzeichnet haben, werden von der Kommission aufgerufen, dies bis Ende 2007 nachzuholen (siehe IP/07/760). Bis zu 2 500 Menschenleben könnten in Europa gerettet werden, wenn alle Fahrzeuge mit eCall ausgerüstet wären. Die Kommission plant für 2008 mögliche regulatorische Schritte, falls bis dahin zu wenige neue Mitgliedstaaten unterzeichnen.
  • Die Kommission wird im Laufe dieses Jahres eine Konsultation zur Verfügbarkeit der elektronischen Stabilitätskontrolle (ESC) in Mittelklasse- und Kleinwagen durchführen. Wie in der jüngsten Sensibilisierungskampagne der Kommission „ChooseESC!“ (www.chooseesc.eu) betont wird, könnten jährlich 4 000 Menschenleben gerettet und 100 000 Zusammenstöße verhindert werden, wenn alle Kraftfahrzeuge mit ESC ausgerüstet wären (siehe IP/07/621).
  • Die Kommission wird noch in diesem Jahr eine Konsultation zu der Frage durchführen, ob der Einbau von Bremsassistenz- und Unfallvermeidungssystemen verbindlich vorgeschrieben werden sollte. Durch Sensoren, die den Kraftfahrer eine halbe Sekunde eher vor einem Zusammenstoß warnen, könnte die Anzahl der Auffahrunfälle um 60 % gesenkt werden.

Darüber hinaus wird die Kommission bis Mitte 2008 Leitlinien in Bezug auf Anreize für intelligente Fahrzeugsysteme, z. B. Steuererleichterungen der Mitgliedstaaten, ausarbeiten.

Um den Straßenverkehr umweltfreundlicher zu machen, wird die Kommission 2008 einen Plan zur Einführung der effektivsten CO2-armen Technologien vorschlagen, und zwar sowohl für Fahrzeuge als auch für Infrastrukturen. Dabei wird sie sich auf die Ergebnisse der Arbeiten zur Quantifizierung des Beitrags der IKT zur Senkung des CO2-Ausstoßes im Straßenverkehr stützen, wofür gegenwärtig noch keine verlässlichen Daten vorliegen.

In Bezug auf einen intelligenteren Straßenverkehr ruft die Kommission alle Beteiligten auf, eine Standardschnittstelle zu entwickeln, über die beispielsweise mobile Navigationsgeräte an die im Fahrzeug fest eingebauten Systeme angeschlossen werden können. Ferner fordert die Kommission die Geräte- und Fahrzeughersteller auf, ihre im Dezember 2006 veröffentlichte Empfehlung zur Mensch-Maschine-Schnittstelle umzusetzen. Diese enthält allgemeine Grundsätze für die sichere Anbringung und Benutzung mobiler Informations- und Kommunikationssysteme in Fahrzeugen. Außerdem wird sie die Forschung auf dem Gebiet der intelligenten Kommunikation für einen sichereren und effizienteren Verkehr weiterhin finanziell unterstützen.

Hintergrund:

Die Initiative „Intelligentes Fahrzeug“ wurde im Februar 2006 als Teil der i2010-Strategie der EU (siehe IP/05/643) in Angriff genommen. Sie war der erste strategische Rahmen für eine intelligentere, sicherere und sauberere Gestaltung des Straßenverkehrs mit Hilfe der IKT (siehe IP/06/191).

Diese Mitteilung wird morgen auf der Jahresveranstaltung der Initiative „Intelligentes Fahrzeug“ in Versailles (Frankreich) vorgestellt. Am 19. und 20. September wird ein von der EU gefördertes Forschungsprojekt, das sich mit präventiven Sicherheitsanwendungen und -technologien für den Straßenverkehr befasst, seine Endergebnisse vorführen. Außerdem werden interessierten Journalisten in Versailles 24 Fahrzeug-Prototypen und sechs Simulatoren gezeigt.

Am 22. September 2007 findet in Versailles schließlich eine Vorführung statt, bei der sich die Öffentlichkeit die Prototypen anschauen und über das Auto der Zukunft informieren kann.

Die eCall-Absichtserklärung haben bislang über 50 Interessenten (z. B. Automobilhersteller und -zulieferer. Telekomunternehmen, Straßenbetreiber, Notdienste, Automobilclubs usw.) sowie folgende Länder unterzeichnet: Österreich, Zypern, Finnland, Deutschland, Griechenland, Island, Italien, Litauen, Norwegen, Slowenien, Schweden und die Schweiz. Die vollständige Liste der Unterzeichner finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/esafety/doc/esafety_library/mou/list_of_signatures_mou.pdf

In unseren Pressemappen finden Sie weitere Informationen wie auch Antworten auf häufig gestellte Fragen, Hinweise auf einschlägige Websites, audiovisuelles Material und die Empfehlung zur Mensch-Maschine-Schnittstelle:

http://ec.europa.eu/information_society/newsroom/cf/itemlongdetail.cfm?item_id=3602

MEMO/07/358


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