IP/07/1274
Brüssel, den 31. August 2007
Stavros Dimas, für Umwelt zuständiges Mitglied der Kommission, stellte fest: „Dänemark hat einen soliden nationalen Zuteilungsplan vorgeschlagen, den wir mit einer geringfügigen Änderung annehmen konnten. Die dänische Regierung hat verstanden, wie wichtig es ist, sicherzustellen, dass das Emissionshandelssystem ein wirksames Instrument zur Bekämpfung des Klimawandels bleibt. Drei Pläne stehen noch zur Prüfung an. Diese Arbeiten werden zügig zum Abschluss gebracht, um einen reibungslosen Übergang zur zweiten Phase des EU-Emissionshandelssystems sicherzustellen, die 2008 beginnt.“
Bewertung der nationalen Zuteilungspläne (NAP)
Nach den Entscheidungen der Kommission vom November 2006 sowie von Januar, Februar, März, April, Mai, Juni und Juli 2007 (IP/06/1650, IP/07/51, IP/07/136, IP/07/247, IP/07/412, IP/07/415, IP/07/459, IP/07/501, IP/07/613, IP/07/667, IP/07/749 und IP/07/1131) ist der dänische Plan der 24. nationale Zuteilungsplan, den die Kommission für den Zeitraum 2008-2012 geprüft hat.
Jeder Mitgliedstaat legt in seinem nationalen Zuteilungsplan die Obergrenze für die CO2-Emissionen fest, die unter das EU-Emissionshandelsystem fallende Anlagen emittieren dürfen, und gibt an, wie viele CO2-Emissionszertifikate die einzelnen Anlagen erhalten.
Die Kommission muss die von den Mitgliedstaaten vorgeschlagenen Pläne anhand von zwölf Zuteilungskriterien prüfen, die in der Richtlinie über den Emissionshandel festgelegt sind. Die Kommission kann einen Plan ganz oder teilweise annehmen.
Durch die Prüfkriterien soll unter anderem sichergestellt werden, dass die Pläne a) mit der Erreichung der Kyoto-Ziele der EU und der Mitgliedstaaten, b) mit den tatsächlichen, geprüften Emissionen laut den jährlichen Fortschrittsberichten der Kommission und c) mit dem technologischen Emissionsverringerungspotenzial in Einklang stehen. Andere Prüfkriterien betreffen die Diskriminierungsfreiheit, die EU-Bestimmungen für Wettbewerb und staatliche Beihilfen sowie technische Aspekte. Zu diesem Zweck verlangt die Kommission von Dänemark folgende Änderung des nationalen Zuteilungsplans:
Die vorgeschlagene Obergrenze, bis zu der Unternehmen Gutschriften aus emissionsmindernden Projekten in Drittländern im Rahmen der flexiblen Kyoto-Mechanismen[1] nutzen dürfen, steht nicht im Einklang mit der Bestimmung, dass der Einsatz dieser Mechanismen die internen Emissionsverringerungsmaßnahmen ergänzen sollte. Dänemark ist aufgefordert, dafür zu sorgen, dass der Einsatz dieser Gutschriften höchstens einen Zusatz von 17,01 % zu seiner jährlichen Zuteilung ausmacht. Sobald Dänemark die entsprechenden Änderungen vorgenommen hat, gilt der Plan automatisch als von der Kommission genehmigt.
Siehe auch:
http://ec.europa.eu/environment/climat/emission.htm
http://ec.europa.eu/environment/climat/2nd_phase_ep.htm
Überblick über die bislang geprüften 24 Pläne:
Für den Zeitraum 2005-2007 genehmigte Zertifikate, 2005 verifizierte Emissionen, vorgeschlagene bzw. genehmigte Obergrenzen für 2008-2012, zusätzlich einbezogene Emissionen für 2008-2012 sowie Obergrenzen für die Verwendung von Gutschriften aus emissionsmindernden Projekten in Drittländern (alle Angaben auf Jahresbasis)
|
Mitgliedstaat
|
Obergrenze 1. Handelszeitraum
|
2005 geprüfte Emissionen
|
Vorgeschlagene Obergrenze 2008-2012
|
Genehmigte Obergrenze 2008-2012 (gegenüber
Vorschlag)
|
2008-2012 zusätzlich einbezogene
Emissionen[2]
|
Obergrenze für die Verwendung von
JI-/CDM-Gutschriften in %[3]
|
|
Österreich
|
33,0
|
33,4
|
32,8
|
30,7 (93,6%)
|
0,35
|
10
|
|
Belgien
|
62,1
|
55,58[4]
|
63,3
|
58,5 (92,4%)
|
5,0
|
8,4
|
|
Zypern
|
5,7
|
5,1
|
7,12
|
5,48 (77%)
|
entfällt
|
10
|
|
Tschech.Rep.
|
97,6
|
82,5
|
101,9
|
86,8 (85,2%)
|
entfällt
|
10
|
|
Dänemark
|
33.5
|
26.5
|
24.5
|
24.5 (100%)
|
0
|
17.01
|
|
Estland
|
19
|
12,62
|
24,38
|
12,72 (52,2%)
|
0,31
|
0
|
|
Finnland
|
45,5
|
33,1
|
39,6
|
37,6 (94,8%)
|
0,4
|
10
|
|
Frankreich
|
156,5
|
131,3
|
132,8
|
132,8 (100%)
|
5,1
|
13,5
|
|
Ungarn
|
31,3
|
26,0
|
30,7
|
26,9 (87,6%)
|
1,43
|
10
|
|
Deutschland
|
499
|
474
|
482
|
453,1 (94%)
|
11,0
|
12
|
|
Griechenland
|
74,4
|
71,3
|
75,5
|
69,1 (91,5%)
|
entfällt
|
9
|
|
Irland
|
22,3
|
22,4
|
22,6
|
22,3 (98,6%)
|
entfällt
|
10
|
|
Italien
|
223,1
|
225,5
|
209
|
195,8 (93,7%)
|
nicht bekannt
[5]
|
14,99
|
|
Lettland
|
4,6
|
2,9
|
7,7
|
3,43 (44,5%)
|
entfällt
|
10
|
|
Litauen
|
12,3
|
6,6
|
16,6
|
8,8 (53%)
|
0,05
|
20
|
|
Luxemburg
|
3,4
|
2,6
|
3,95
|
2,5 (63%)
|
entfällt
|
10
|
|
Malta
|
2,9
|
1,98
|
2,96
|
2,1 (71%)
|
entfällt
|
noch festzuleg.
|
|
Niederlande
|
95,3
|
80,35
|
90,4
|
85,8 (94,9%)
|
4,0
|
10
|
|
Polen
|
239,1
|
203,1
|
284,6
|
208,5 (73,3%)
|
6,3
|
10
|
|
Slowakei
|
30,5
|
25,2
|
41,3
|
30,9 (74,8%)
|
1,7
|
7
|
|
Slowenien
|
8,8
|
8,7
|
8,3
|
8,3 (100%)
|
entfällt
|
15,76
|
|
Spanien
|
174,4
|
182,9
|
152,7
|
152,3 (99,7%)
|
6,7[6]
|
ca. 20
|
|
Schweden
|
22,9
|
19,3
|
25,2
|
22,8 (90,5%)
|
2,0
|
10
|
|
Vereinigtes Königreich
|
245,3
|
242,4[7]
|
246,2
|
246,2 (100%)
|
9,5
|
8
|
|
INSGESAMT
|
2142.5
|
1974.36[8]
|
2126.14
|
1927.93
(90.5%)
|
53.84
|
-
|
[1] Diese Mechanismen werden bezeichnet als „Gemeinsame Projektdurchführung (JI)“ und „Mechanismus für eine umweltverträgliche Entwicklung (CDM)“.