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IP/07/1234

Brüssel, den 16. August 2007

Verbraucher: Mattel weitet Rückruf von chinesischem Spielzeug aus

Die Europäische Kommission hat heute bestätigt, dass die Firma Mattel Inc. ihren Rückruf von gefährlichem Spielzeug auf dem europäischen Markt ausgeweitet hat. Dies ist innerhalb von zwei Wochen die zweite große Rückrufaktion, die in China hergestelltes Spielzeug betrifft und auf die Risiken von Bleipigmenten und Magneten in Spielzeug hinweist. Am 14. August 2007 wurde die Kommission von Mattel darüber informiert, dass ein neuer Rückruf bevorstehe. Nach dem EU-Recht sind solche Mitteilungen an die Mitgliedstaaten zu richten, die wiederum die Kommission informieren. Die Kommission sorgt dafür, dass die richtigen Behörden in allen anderen Mitgliedstaaten dieselben Informationen erhalten, denn diese sind für die Durchsetzung von Abhilfemaßnahmen zuständig, wenn keine ausreichenden freiwilligen Maßnahmen ergriffen werden. Anschließend gingen zwei RAPEX-Meldungen der britischen Behörden zum freiwilligen Rückruf mehrerer gefährlicher Spielsachen von Mattel ein.

Die für den Verbraucherschutz zuständige Kommissarin Meglena Kuneva brachte ihre Zufriedenheit darüber zum Ausdruck, dass die mit diesem Spielzeug verbundene Gefahr vom Hersteller selbst durch eigene Prüfungen entdeckt wurde; das Unternehmen habe verantwortungsbewusst gehandelt. „Entscheidend für die Produktsicherheit ist die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Behörden. Beide Seiten müssen ihre Überwachung noch intensivieren, wenn wir unserem Grundsatz gerecht werden wollen, dass auf diesem Gebiet keine Kompromisse gemacht werden dürfen.“

Eine Warnung betrifft das zwischen Mai 2007 und Juli 2007 produzierte „Sarge“-Fahrzeug der im Spritzgussverfahren hergestellten „CARS“-Reihe, das unzulässige Bleiwerte enthält. Weltweit wurden 436 000 Spielzeugautos zurückgerufen, davon 253 000 in den USA und 183 000 in der übrigen Welt einschließlich der EU. Das Spielzeug wurde von einem Mattel-Vertragshersteller in China produziert.

Die andere Rückrufmeldung betrifft Magnetspielzeug, das im Zeitraum von Januar 2002 bis zum 31. Januar 2007 hergestellt wurde, darunter verschiedene Artikel der Reihen Polly Pocket, Doggie Day Care und Batman sowie ein Zubehörteil von Barbie & Tanner. Von diesen Artikeln können sich kleine, starke Magneten lösen, die von kleinen Kindern verschluckt oder in die Atemwege eingesaugt werden können oder die sich Kinder in die Nase oder Ohren stecken können. Wird mehr als ein Magnet verschluckt, können sie sich gegenseitig anziehen und zu Perforation, Infektion oder Verschluss des Verdauungstrakts führen, was tödliche Folgen haben kann. Eine Aspiration in die Lungen macht eine sofortige Operation erforderlich. In die Nase oder die Ohren gesteckte Magnete können zu Schwellungen führen und sind oft schwer zu entfernen. Mattel ruft weltweit 18,2 Millionen Magnetspielzeugartikel zurück. Die meisten davon wurden bereits verkauft, so dass die Verbraucher dringend informiert werden müssen. Bereits im November 2006 hatte Mattel acht Spielsachen freiwillig zurückgerufen.

Hintergrund

Am 3. August 2007 erhielt die Europäische Kommission von den britischen Behörden eine RAPEX-Meldung zum freiwilligen Rückruf von Spielzeug der Firma Mattel (Fisher Price), das in China unter Verwendung von Bleipigmenten hergestellt wurde, die unzulässige Bleiwerte enthielten. In der Meldung waren 83 Spielsachen der Reihen Nickelodeon und Sesamstraße aufgeführt, die ein Vertragshersteller in China produziert hatte.

Das Spielzeug war in 11 EU-Mitgliedstaaten verkauft worden, und zwar in Österreich, Belgien, der Tschechischen Republik, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, den Niederlanden, Portugal, Spanien und im Vereinigten Königreich; ferner in Kroatien und in der Schweiz. Nach Angaben von Mattel befanden sich die meisten Artikel noch in den Lagern, so dass nur wenige Artikel die Verbraucher erreicht hatten (zumindest in einigen Ländern).

Die Kommission leitete die RAPEX-Meldung zu den Spielsachen von Fisher Price sofort an die zuständigen Behörden der 30 europäischen Länder weiter, die sich am RAPEX-System beteiligen. Die nationalen Behörden arbeiten eng mit Mattel zusammen, um sicherzustellen, dass kein gefährliches Spielzeug auf dem Markt bleibt. Weitere Informationen zu diesem Rückruf finden Sie unter http://ec.europa.eu/consumers/cons_safe/index_de.htm. Die heute gemeldeten Produkte wurden in einer anderen Fabrik hergestellt und wurden somit nicht im Zuge derselben Untersuchung entdeckt.

Die Meldung des Magnetspielzeugs hat wiederum einen anderen Hintergrund. Am 23. November 2006 erhielt die Europäische Kommission von den britischen Behörden eine RAPEX-Meldung, die sich auf acht verschiedene Modelle der Mattel-Reihen Polly Pocket Magnetic Play Sets bezogen (B2632-Polly Place Hanging out House, B3158-Polly Place Treetop Clubhouse, B3201-Spa Day, B7118-Polly Place Totally Tiki Diner, G8605-Quik Clik Boutique, H1537-Quik Clik City Pretty Playset, H1538-Quik Clik Sporty Style Playset, H3211-Totally Zen Playset). Mattel rief diese Artikel freiwillig zurück, weil sie kleine, starke Magneten enthielten, die schwere innere Verletzungen hervorrufen können. Nähere Informationen zu diesem Rückruf finden sie unter http://ec.europa.eu/rapex. Nach Angaben von Mattel wurden im Anschluss an diese Rückrufaktion im Einvernehmen mit den zuständigen Behörden für Produktsicherheit bessere Systeme zur Befestigung der Magnete und strengere Tests eingeführt.

http://ec.europa.eu/consumers/index_de.htm


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