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IP/07/1227

Brüssel, den 10. August 2007

Eurobarometer: Sind europäische Kinder beim Umgang mit Online-Risiken zu selbstbewusst?

Können Eltern ihrer 13-jährigen Tochter trauen, wenn diese im Web surft? Können sie sicher sein, dass die Handygespräche ihres 11-jährigen Sohns ungefährlich sind? Die Kommission hat in einer Umfrage unter Kindern aus ganz Europa untersucht, wie diese mit neuen Medien umgehen. Sie zeigt, dass in Europa die Internet- und Mobilfunknutzung für die junge Generation fast selbstverständlich geworden ist. Im Allgemeinen kennen die Kinder auch die Risiken der Internet- und Handynutzung. Wenn es allerdings online Probleme gibt, würden sie nur als letzten Ausweg einen Erwachsenen um Hilfe bitten.

„Zum erstem Mal sind Kinder überall in Europa direkt dazu befragt worden, wie sie Online-Technologien nutzen, wie häufig sie zum Spaß oder für Hausaufgaben im Internet surfen und wie sie mit Gefahren umgehen,“ erläutert Viviane Reding, die EU-Kommissarin für die Informationsgesellschaft und Medien. „Es ist ermutigend, dass sich die europäische Jugend so selbstbewusst in der digitalen Welt zurechtfindet. Die Fähigkeit zur aktiven Nutzung der neuen Medien ist von größter Bedeutung für die Entwicklung einer Wissensgesellschaft in Europa. Gleichzeitig machen diese Ergebnisse die Notwendigkeit einer proaktiven Erziehung im Bereich der Onlinemedien deutlich. Wir müssen das Bewusstsein für die Chancen und Risiken der neuen Medien weiter stärken, und zwar besonders bei den Eltern. Wenn es um die Sicherheit unserer Kinder geht, darf sich niemand selbstzufrieden zurückzulehnen.“

Für die qualitative Eurobarometer-Umfrage wurden Gespräche mit Kindern im Alter von 9–10 und 12–14 Jahren aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und Island geführt. Sie wurden näher dazu befragt, wie sie Online-Technologien verwenden und wie sie auf Probleme und Risiken bei der Internet- und Handynutzung reagieren würden.

Die Umfrage zeigt, dass Kinder die moderne Technik überall in Europa sehr ähnlich nutzen. Die häufigsten Aktivitäten sind Online-Spiele, Surfen und Kommunikation, wogegen bei jungen Handynutzern der SMS-Austausch und Gespräche mit Eltern und Freunden im Vordergrund stehen.

Die meisten Kinder nutzen das Internet mehrmals pro Tag und besitzen auch ein eigenes Mobiltelefon. Während Eltern die Internetnutzung häufig einschränken, ist die Handybenutzung viel freier und wird kaum kontrolliert.

So sagte ein Kind: „Meine Eltern meinen, ist soll nicht länger als ein oder zwei Stunden im Internet bleiben, weil das schlecht für meine Augen ist. Ich würde gern länger surfen, aber sie haben Recht.“ (Junge, 9–10 Jahre, Rumänien)

Wie die Ergebnisses zeigen, sind den Kindern die potenziellen Online-Risiken in Bezug auf Sicherheit, Viren, Zugang zu unerwünschten Inhalten, Identitätsdiebstahl und möglicherweise gefährliche Kontakte zu Fremden im Allgemeinen gut bekannt.

„Hacker sind eine Gefahr, sie können Viren verbreiten, die die Festplatte zerstören oder alles kopieren, was wir im Computer haben, Passwörter, Dokumente usw.“ (Junge, 9–10 Jahre, Portugal)

Viele Kinder wissen auch, welche Vorsichtsregeln sie unbedingt beachten müssen.

„Gib im Internet auf keinen Fall deine persönlichen Daten oder deine Handynummer an Leute weiter, die du nicht kennst.“ (Mädchen, 12–14 Jahre, Luxemburg)

Einige Kinder gaben aber auch zu, dass sie sich schon gefährlich verhalten haben, andere erklärten, sie seien online belästigt worden oder hätten Kontakt zu Fremden gehabt.

„Ich habe mich mit ihm an einem Bahnhof getroffen, aber es war ein alter, ekliger, 44 Jahre alter Mann. Da bin ich weggelaufen!“ (Junge, 12–14 Jahre, Dänemark)

Obwohl den jungen Leute die Risiken und Vorsichtsmaßnahmen durchaus bewusst sind, würden die meisten von ihnen versuchen, das Problem selbst oder mit Hilfe von Freunden zu lösen, und ihren Eltern nur als letzten Ausweg oder in ganz ersten Fällen davon erzählen.

„Ich würde allen außer meinen Eltern davon erzählen. Ich hätte viel zu viel Angst, dass meine Mutter dann nur ihre Ängste bestätigt findet und mir die Chaträume verbietet.“ (Mädchen, 9–10 Jahre, Deutschland)

Die Eurobarometer-Ergebnisse werden der Kommission dabei helfen, das EU-Programm „Mehr Sicherheit in Internet“ so weiterzuentwickeln, dass es einen möglichst großen Beitrag zur Sicherheit der Kinder im Internet und bei der Handynutzung überall in Europa leistet. Ein erster wichtiger Schritt war die unter Vermittlung der Kommission im Frühjahr 2007 getroffene Vereinbarung der europäischen Mobilfunkbetreiber über die Selbstregulierung zum Schutz Minderjähriger bei der Handynutzung (siehe IP/07/139).

Der nächste „Tag des sicheren Internet“ (Safer Internet Day) wird am 12. Februar 2008 stattfinden.

Hintergrundinformationen:

Das EU-Programm für mehr Sicherheit im Internet läuft seit 1999 und fördert eine sichere Nutzung der Online-Technologien vor allem durch Kinder sowie die Bekämpfung illegaler und schädlicher Inhalte, deren Palette von Bildern über Kindesmissbrauch bis hin zum Rassismus reicht. Die gegenwärtige Programmphase („Mehr Sicherheit im Internet“) läuft bis 2008 (siehe IP/06/1512, MEMO/07/44).

Der jährlich begangene „Tag des sicheren Internet“ soll einschlägige Initiativen weltweit bekanntmachen und das Bewusstsein für die Probleme im Zusammenhang mit der Internetnutzung und den neuen Technologien erhöhen (siehe IP/07/140, IP/06/126, IP/05/148, IP/04/171).

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/saferinternet

Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage zur Nutzung der Online-Technologien durch Kinder:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/sip/eurobarometer/


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