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IP/07/1118

Brüssel, den 18. Juli 2007

Kommission eröffnet europäischen Binnenmarkt für Mobilfernsehdienste

Die Kommission hat heute eine Strategie für die Ausbreitung des Mobilfernsehens in den 27 EU-Mitgliedstaaten beschlossen. Damit drängt sie die Mitgliedstaaten und die Branche zur beschleunigten EU-weiten Einführung des Mobilfernsehens und ermuntert sie, DVB-H als einheitliche europäische Mobilfernsehnorm zu verwenden.

„Das mobile Fernsehen ist eine große Chance für Europa, um unsere Führungsposition bei den Mobilfunktechnologien und den audiovisuellen Diensten zu behaupten und sogar auszubauen,“ erklärte Viviane Reding, die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin. „Europa muss sich jetzt entscheiden. Wir können entweder die weltweite Führung übernehmen, wie wir das bereits im Mobilfunk mit der von der europäischen Industrie entwickelten GSM-Norm getan haben, oder wir können anderen Regionen den Löwenanteil am viel versprechenden Mobilfernsehmarkt überlassen. Abwarten ist keine Alternative. Es ist höchste Zeit, dass die europäischen Unternehmen und Regierungen den Übergang zum Mobilfernsehen vollziehen.“

Bisher ist die Einführung und Ausbreitung des Mobilfernsehens in der EU eher schleppend verlaufen, wogegen Europas Konkurrenten beträchtliche Fortschritte erzielt haben. Wenn Europa nicht sofort konkrete Maßnahmen trifft, könnte es seinen Wettbewerbsvorsprung einbüßen. So hat das Mobilfernsehen in Südkorea, dem asiatischen Land mit dem am weitesten entwickelten Mobilfernsehmarkt, schon einen Verbreitungsgrad von fast 10 % erreicht. Dagegen liegt die Verbreitung in Italien, dem besten europäischen Markt, noch unter 1 %.

Die Kommission engagiert sich entschlossen für den Erfolg des mobilen Fernsehens (siehe IP/07/340), das sich bis 2011 zu einen Markt mit einem Volumen von bis zu 20 Milliarden € und mit etwa 500 Millionen Kunden weltweit entwickeln könnte. Deshalb hält die Kommission ihre heutige Mitteilung über die Stärkung des Binnenmarkts für das Mobilfernsehen für einen wichtigen Schritt, um neue Arbeitsplätze und wirtschaftliche Chancen für Inhaltsanbieter, Diensteanbieter und Gerätehersteller zu schaffen und den Bürgern neue Mehrwertdienste zu eröffnen.

Die Kommission hat drei Hauptfaktoren für die Mobilfernseheinführung ausgemacht:

  • Normen/Interoperabilität: Die Kommission wird die Verständigung auf eine gemeinsame Norm vorantreiben, um der Marktfragmentierung, die sich aus der Vielzahl der technischen Möglichkeiten für die Mobilfernsehübertragung ergibt, entgegenzuwirken. Der weltweite Erfolg der GSM-Norm – die Ende der 1980-er Jahre von der Kommission und den Mitgliedstaaten nachdrücklich unterstützt worden war – hat bewiesen, welche großen Vorteile eine gemeinsame Norm mit sich bringt. Gegenwärtig ist DVB-H (Digital Video Broadcasting for Handhelds) der aussichtsreichste Kandidat für das künftige Mobilfernsehen in Europa, denn diese Norm wurde bereits in 18 europäischen Ländern erfolgreich eingeführt oder erprobt und ist auch weltweit auf dem Vormarsch. In den kommenden Wochen wird die Kommission deshalb die Aufnahme von DVB-H in das offizielle EU-Verzeichnis der Normen vorbereiten. Es wird im Amtsblatt der EU veröffentlicht und verpflichtet alle 27 EU-Mitgliedstaaten, die Verwendung dieser Norm zu fördern. Ferner wird die Kommission die Marktentwicklung in den nächsten Monaten beobachten und dann im Jahr 2008 neue Vorschläge unterbreiten, zu denen – falls notwendig und zweckmäßig – auch die verbindliche Einführung der DVB-H-Norm gehören könnte.
  • Frequenzen: In der heutigen Mitteilung wird dargelegt, dass eine EU-Strategie für die Nutzung der „digitalen Dividende“, d. h. der hochwertigen Frequenzen, die nach der Abschaltung des herkömmlichen analogen Fernsehens frei werden, notwendig ist. Die Kommission ruft die Mitgliedstaaten auf, so schnell wie möglich Frequenzen für den Mobilrundfunk bereitzustellen, vor allem auch aus dem UHF-Band (470–862 MHz) sobald dieses Band verfügbar wird. Diese Frequenzen gelten wegen ihrer technischen Merkmale als am besten für multimediale Mobilfunkdienste geeignet. Überdies schlägt die Kommission vor, als Ausweichlösung ein weiteres Frequenzband für Mobilfernsehdienste zu öffnen, nämlich das sog. L-Band (1452–1492 MHz).
  • Günstige rechtliche Rahmenbedingungen: Die Genehmigung der Mobilfernsehdienste wird derzeit in den Mitgliedstaaten recht unterschiedlich gehandhabt. Dies führt zu Rechtsunsicherheit in der EU. Die Kommission betrachtet das Mobilfernsehen als neu entstehenden Dienst, der als solcher nur zurückhaltend reguliert werden sollte. Sie wird aber den Austausch beispielhafter Verfahren organisieren und Orientierungen für einen EU-weit einheitlichen Genehmigungsrahmen geben.

Angesichts wichtiger Sportereignisse wie der Fußball-Europameisterschaft und der Olympischen Spiele betrachtet die Kommission das Jahr 2008 als ein entscheidendes Jahr für die Einführung des Mobilfernsehens in der EU, denn es wird eine einmalige Chance für die Bekanntmachung und Verbreitung solcher neuen Dienste unter den Verbrauchern bieten.

Hintergrund:

Im März 2006 hatte sich die Kommission für die Bildung des European Mobile Broadcasting Council (EMBC) eingesetzt, um das Mobilfernsehen in Europa voranzutreiben. Vertreten sind darin Telekommunikationsunternehmen und Gerätehersteller wie auch Vertreter der Software- und Rundfunkbranche und Inhaltsanbieter. Der EMBC konnte sich jedoch nicht auf gemeinsame Lösungsvorschläge der Industrie einigen. Deshalb hat nun die Kommission beschlossen, in die Entwicklung einzugreifen und die Ausbreitung des Mobilfernsehens in Europa aktiv zu unterstützen.
Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu/information_society/newsroom/cf/itemlongdetail.cfm?item_id=3535

Siehe auch MEMO/07/298


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