IP/07/1040
Brüssel, den 10. Juli 2007
"Ich freue mich, dass Zypern und Malta den Euro einführen werden. Somit werden rund 320 Millionen Menschen in 15 Mitgliedstaaten eine gemeinsame Währung verwenden, die eines Tages die einzige Währung der Europäischen Union werden soll", verriet Joaquín Almunia, für Wirtschaft und Finanzen zuständiges Kommissionsmitglied. "Dank der Wirtschafts- und Währungsunion konnten sich im Euro-Gebiet stabile Preise und niedrige Zinsen wie nie zuvor entwickeln. Die Zugehörigkeit zu einer Währungsunion bedeutet jedoch auch eine erhöhte Verantwortung gegenüber den anderen Mitgliedern, eine verantwortungsvolle Finanzpolitik und eine Koordinierung der Wirtschaftspolitik im Hinblick auf mehr Wachstum und höherwertige Beschäftigung für alle."
Die Finanzminister der Europäischen Union haben heute die offiziellen Texte, die für die Einführung des Euro auf Zypern und Malta am 1. Januar 2008 notwendig sind, verabschiedet. Auf der Grundlage eines Kommissionsvorschlags haben sie ferner beschlossen, dass das Zypriotische Pfund zu einem Kurs von 0.585274 und die Maltesische Lira zu einem Kurs von 0.429300 vom Euro abgelöst wird.
Stabilitätsorientierte Politik weiterhin notwendig
Seit Einführung des Euro im Jahre 1999 waren Inflation und Zinsen über einen so langen Zeitraum in so vielen Ländern der EU noch nie so niedrig. Seit Mitte der neunziger Jahre ist die durchschnittliche Inflationsrate im Euro-Gebiet mit rund 2 % stabil geblieben. Bei Hypothekendarlehen sind die Zinsen von zweistelligen Werten in bestimmten Ländern Anfang der neunziger Jahre mittlerweile auf rund 5 % gesunken.
Dieselben Vorteile werden sich auch für Zypern und Malta ergeben, wenn diese Länder weiterhin eine gesunde Finanzpolitik und eine stabile Volkswirtschafts- und Strukturpolitik verfolgen. Dies gilt insbesondere für die Haushalts- und Lohnpolitik, für weitere Reformen des Renten- und Gesundheitswesens zur Erhöhung der langfristigen Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen sowie für Strukturreformen im Hinblick auf ein besseres Funktionieren des Produkt- und Arbeitsmarktes.
Letzte praktische Vorbereitungen
Zypern und Malta sollten ferner die praktischen Arbeiten, die sie in den
nächsten fünfeinhalb Monaten zu bewerkstelligen haben, mit
größter Sorgfalt durchführen, um einen reibungslosen
Übergang zu gewährleisten.
Nach öffentlicher Ausschreibung
wird mit der Produktion der zypriotischen Euro-Münzen kurz nach dem heute
gefassten ECOFIN-Beschluss in der Münzprägeanstalt Finnlands begonnen,
während die maltesischen Euro-Münzen in der Münzprägeanstalt
Frankreichs hergestellt werden. Die Euro-Münzen haben eine gemeinsame und
eine landeseigene Seite. Die nationale Seite der Euro-Münzen Zyperns und
Maltas findet sich unter:
http://www.centralbank.gov.cy/nqcontent.cfm?a_id=4704
http://www.centralbankmalta.com/site/coindesignlink.htm
Nächste Woche dürfte die Kommission eine Bestandsaufnahme der praktischen Vorbereitungen für die Einführung des Euro in den Ländern der EU vornehmen, die ihn noch nicht eingeführt und sich auch vertraglich keine Opt-out-Möglichkeit vorbehalten haben. Der Fünfte Bericht über den Stand der praktischen Vorbereitungen für die Erweiterung des Euro-Gebiets betrifft aufgrund des nahen Termins für die Währungsumstellung im wesentlichen Zypern und Malta.
Die Kommission kam am 16. Mai 2007 zu dem Schluss, dass Zypern und Malta die Konvergenzkriterien für eine Einführung des Euro erfüllen.
Zu den Konvergenzberichten siehe Pressemitteilung IP/07/674 (Zypern) und IP/07/673 (Malta) sowie den vollständigen Wortlaut unter:
http://ec.europa.eu/economy_finance/publications/convergencereports_en.htm
Die nationalen Umstellungspläne und weitere Informationen über die nationalen Vorbereitungen auf die Währungsumstellung finden sich unter:
Zypern: http://www.euro.cy/euro/euro.nsf/dmlindex_en/dmlindex_en?opendocument